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Das können Sie unmittelbar nach einem Zahnunfall tun.

Ein Zahnarzt kann Zahnbruchstücke mit einem Spezialkunststoff wieder ankleben.
© bananna - Fotolia

So lässt sich der Zahn retten

Eine Rangelei auf dem Schulhof, ein Unfall im Sportunterricht oder zu heftig auf dem Spielplatz getobt. Schneller als man meint, verlieren Kinder einen Zahn oder es bricht ein Stück von ihm ab. In vielen Fällen funktioniert eine Rettung.

"Unfälle mit Zahnverletzungen kommen immer wieder vor. Allein beim Schul- oder Freizeitsport erleidet etwa jedes dritte Kind eine Verletzung der Zähne." Darauf weist die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hin. Oft bricht ein Zahnstück ab oder ein Zahn wird ganz ausgeschlagen. "Dann sollte man so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen."

Box mit Nährlösung

Er kann Zahnbruchstücke mit einem Spezialkunststoff wieder ankleben. Ein ausgeschlagener Zahn lässt sich mitunter wieder einsetzen. Ob diese zahnrettenden Behandlungen Erfolg haben, hängt unter anderem davon ab, in welchem Zustand sich das Zahnbruchstück oder der ausgeschlagene Zahn befindet.

"Eine Zahnrettungsbox leistet oft entscheidende Hilfe", empfiehlt die KZBV. Ausgeschlagene Zähne trocknen ohne Vorkehrung innerhalb weniger Minuten aus. Dabei sterben die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen nach und nach ab. "Die Zahnrettungsbox enthält eine spezielle Zellnährlösung: Sie verhindert das Austrocknen des Zahnes und ermöglicht ein Überleben der Zellen über 24 bis 48 Stunden", erklärt die Spitzenorganisation der niedergelassenen Zahnmediziner.

Zahnzellen sterben ab

Wenn nach einem Zahnunfall keine Zahnrettungsbox zur Hand ist, kommen hilfsweise auch andere Aufbewahrungsmöglichkeiten infrage. "Sie können aber das kontinuierliche Absterben der Zellen nicht verhindern, sondern nur für kurze Zeit verzögern", so die KZBV. Ausgeschlagene Zähne gehen häufig mit Begleitverletzungen einher. Wenn man sie zuerst behandeln muss, vergeht Zeit. Dann reichen die außer der Zahnrettungsbox genannten Aufbewahrungsmedien
meistens nicht aus.

So funktioniert die Rettung

Die KZBV empfiehlt beim Zahnunfall folgendermaßen vorzugehen:

  • Den Zahn oder das Zahnbruchstück suchen
  • Nur an der Zahnkrone anfassen, die Wurzeloberfläche nicht berühren
  • Nicht säubern, am Zahn haftende Schmutzpartikel nicht entfernen, Zahn nicht desinfizieren
  • Nicht austrocknen lassen, Zahn feucht halten: am besten einfach in die Zahnrettungsbox geben
  • So schnell wie möglich zum Zahnarzt oder in die Zahnklinik.

So lange lässt sich ein Zahn retten

Die Zahnrettungsbox gibt es von verschiedenen Herstellern in der Apotheke. Bei Zimmertemperatur aufbewahrt besitzt sie eine Haltbarkeit von etwa drei Jahren.

Aufbewahrung Lagerungsdauer
Trockenlagerung ungeeignet
Wasser ungeeignet
feuchtes Taschentuch ungeeignet
Mundhöhle ungeeignet, Verschluckungsgefahr, Bakterien
Speichel (im Gefäß gesammelt) 15 bis 30 Minuten
Plastikfolie 15 bis 30 Minuten
Isotone Kochsalzlösung (aus der Apotheke) 30 Minuten
H-Milch ein bis zwei Stunden
Zahnrettungsbox 24 − 48 Stunden


Peter Erik Felzer/KZBV

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