Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 15. April Kopfhautpflege für Perückenträger

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Porträtfoto junger Frau (Profil von links) mit rostroter Kurzhaarperücke

Perücken werden am besten von Fachleuten angepasst und angefertigt, die viel Erfahrung mit Patienten mit empfindlicher Haut, bekannten Allergien oder Schuppenflechte haben.
© Lvnel - Fotolia

Kopfhautpflege für Perückenträger

Seit manche prominenten Männer ihre haarlosen Köpfe als Markenzeichen tragen, scheinen Glatzen in der Männerwelt etabliert zu sein. Anders bei Frauen, für die der Verlust der Haare zu einer großen Belastung werden kann.

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Silke T. war selten krank. Trotzdem kam sie regelmäßig in die Apotheke, um sich wegen ihrer empfindlichen Haut beraten zu lassen. Dieses Mal schien es anders. Mit den Tränen kämpfend teilte sie mir mit, dass sie sich nach einer Brustkrebsoperation nun noch einer Chemotherapie unterziehen müsse. Große Angst hatte sie nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch vor dem drohenden Haarverlust.

"Sie haben recht. Etwa zwei bis drei Wochen nach Beginn der Therapie fallen vielen Krebspatienten die Haare aus. Vielleicht hilft es Ihnen, schon jetzt zu überlegen, wie sie eine haarlose Zeit überbrücken wollen. Sie können den Kopf zum Beispiel mit modischen Tüchern oder Mützen bedecken oder sich eine Perücke anpassen lassen."

Silke T. hatte sich schon bei einem Perückenstudio angemeldet, um das Zweithaar ihrer natürlichen Haarfarbe anzupassen. "Warum ich Ihren Rat brauche: Sie kennen doch meine empfindliche Haut. Ich habe Angst, dass ich durch die Perücke zusätzlich Kopfhautprobleme bekomme. Das möchte ich unter allen Umständen vermeiden."

Diskrete Beratung

Perücken sollten in Studios angepasst und angefertigt werden, die viel Erfahrung mit Patienten mit empfindlicher Haut, bekannten Allergien oder Schuppenflechte haben. Oft lässt sich schon durch eine spezielle Unterfütterung oder durch die Auswahl von geeignetem Perücken- oder Haarmaterial Hautirritationen vorbeugen. Zusätzlich muss die Kopfhaut, die durch die Chemotherapie trocken und empfindlich werden kann, gut gepflegt werden.

Der persönliche Tipp

Direkte Sonneneinstrahlung auf die Kopfhaut nach Möglichkeit vermeiden. Tragen Sie Ihre Perücke oder eine Kopfbedeckung, wenn Sie sich im Freien aufhalten. Oder verwenden Sie alternativ ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor aus der Apotheke.

Zur Reinigung der eigenen, noch vorhandenen Haare empfahl ich ihr ein mildes Shampoo ohne Zusätze von Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffen. Die Kopfhaut sanft mit den Fingerkuppen massieren und danach mit lauwarmem Wasser spülen. Ich riet Silke T., sich die Fingernägel in der Zeit der Chemotherapie kurz zu schneiden, um sich nicht zu verletzen. Nach der Wäsche den Kopf sanft mit einem weichen Handtuch abtrocknen.

Auskühlen verhindern

Nachts empfahl ich ihr, eine Creme mit hohem Fettgehalt aufzutragen. Tagsüber könne sie, soweit es sich mit der Perücke verträgt, eine leichte Feuchtigkeitscreme verwenden. Hierzu sollte sie sich mit dem Perückenhersteller beraten. Wird die Perücke abgelegt, den Kopf mit einem Tuch vor dem Auskühlen schützen. Es darf gerne auch eine weiche Mütze sein. Um die Kopfhaut nicht unnötig zu reizen, starke Temperaturschwankungen wie kaltes oder heißes Wasser sowie das Trocknen mit einem Fön nach Möglichkeit vermeiden. "Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Tipps weiterhelfen und ein wenig die Angst nehmen konnte. Und wenn Sie Fragen oder Sorgen haben, können Sie sich gerne an mich wenden."

Apothekerin Ursula Kindl

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