Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 1. Juli Fesche Früchtchen mit medizinischer Wirkung

Service

Vier Holzlöffel mit verschiedenen Beerensorten.

Beeren sehen nicht nur lecker aus, manche sind sogar regelrecht Medizin. Tee aus getrockneten Heidelbeeren etwa hilft bei Durchfall oder Entzündungen der Mundschleimhaut.
© ehaurylik - Fotolia

Fesche Früchtchen mit medizinischer Wirkung

Im Sommer macht die Natur gesunde Ernährung leicht und lecker, denn die Auswahl an Obst ist riesig, Beeren haben Saison. Diabetiker dürfen zwei Broteinheiten davon auf einmal essen, ohne sich um ihre Zuckerwerte allzu große Sorgen machen zu müssen. Beispiele für gesundheitlich besonders vorteilhafte Beeren im Folgenden.

Beerenstarke Tipps

Warten Sie mit dem Genuss von Beerenobst am besten, bis es die Früchte in heimischen Gefilden gibt. Beeren, die importiert wurden, enthalten oft mehr Schadstoffe. Bewahren Sie Beeren im Kühlschrank auf und verarbeiten Sie Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren binnen ein bis zwei Tagen, denn sie beginnen rasch zu schimmeln. Auch wenn nur eine kleine Schimmelstelle sichtbar ist, gehört die Beere in den Abfall, weil sich der Schimmel in den stark wasserhaltigen Früchten dann vermutlich schon weit ausgebreitet hat. Heidel- und Stachelbeeren halten meist ein wenig länger. Vor dem Genuss sollte man Beeren unter fließendem Wasser vorsichtig waschen. Wer sie einfriert, kann sie bis zu zehn Monate aufbewahren beziehungsweise in dieser Zeit verwerten.

Allen Beeren gemeinsam sind ihr geringer Kaloriengehalt und ein hoher Gehalt an sogenannten Anthocyanen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Ihnen beziehungsweise ihren Zersetzungsprodukten werden entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugewiesen. Über diese allgemeinen Gesundheitseffekte hinaus haben die folgenden Beeren weitere Einsatzgebiete.

Brombeeren

Diese schwarz-blauen Früchte gibt es zwischen Juli und September. Sie enthalten relativ viel Calcium, Kalium und Magnesium. Ihr hoher Wasseranteil bedingt ihren geringen Kaloriengehalt von 44 Kilokalorien pro 100 Gramm. Eine Broteinheit steckt in 200 Gramm Brombeeren, so dass Diabetiker ohne Reue zugreifen dürfen. Brombeerblätter und -wurzeln enthalten übrigens reichlich Gerbstoffe und helfen deshalb gegen Durchfall. Für eine Tasse Brombeerblättertee zwei Teelöffel (etwa 1,5 Gramm) getrocknete Blätter mit 150 Millilitern kochendem Wasser übergießen und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen. Davon dreimal täglich zwischen den Mahlzeiten eine frisch bereitete Tasse voll trinken.

Schwarzer Holunder

Die schwarzen Dolden, die im Spätsommer reif werden, enthalten viel Vitamin C bei nur 54 Kilokalorien in 100 Gramm. Der aus den Beeren gewonnene Saft muss einmal aufgekocht werden, um den in den Beeren enthaltenen Giftstoff Sambunigrin unschädlich zu machen. In der Heilkunde kommt den Holunderblüten die Hauptrolle zu. Der daraus hergestellte Tee (zwei bis drei Teelöffel getrocknete Holunderblüten auf 150 Milliliter kochendes Wasser mit zehn Minuten Ziehzeit) beziehungsweise Fertigpräparate regen die Bronchialsekretion an. Holunder kommt deshalb gegen Katarrhe der Atemwege
und bei Husten zum Einsatz.

Bei Exoten auf Zuckergehalt achten

Goji, Noni oder Acai: Was nicht in heimischen Gefilden gedeiht, scheint umso verlockender, denn Produkte aus diesen Beeren genießen große Beliebtheit. Gesünder als heimisches Obst und Gemüse sind sie jedoch nicht. Zudem fehlt ihnen die Frische als Garant für viele wertvolle Inhaltsstoffe, denn die Exoten gibt es in der Regel nur in verarbeiteter Form. Diabetiker müssen auf den Zuckergehalt getrockneter exotischer Beeren und Säfte achten. Über mögliche weitere Wirkungen und Nebenwirkungen der Beeren geben Apothekenmitarbeiter Auskunft.

Heidelbeeren

Diese Beeren sind auch unter dem Namen Blaubeeren bekannt und enthalten
viel Vitamin C und Gerbstoffe bei nur 36 Kilokalorien in 100 Gramm; in 200 Gramm steckt eine Broteinheit. Wer im Wald erntet, wird durch und durch blaue Beeren bekommen. In Geschäften angebotene Heidelbeeren haben hingegen meist ein helles Fruchtfleisch, weil es sich bei Kulturheidelbeeren
meist um Früchte einer anderen Heidelbeerart handelt. Der hohe Gerbstoffanteil der Heidelbeere hilft aufgrund der sogenannten adstringierenden, also die Schleimhäute zusammenziehenden Wirkung gegen Durchfall, bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder Hauterkrankungen. Zu diesem Zweck gibt es Heidelbeeren in getrockneter Form in der Apotheke. Für die innerliche Anwendung kann man sowohl die ganzen Früchte mit etwas Flüssigkeit einnehmen oder einen Tee daraus bereiten. Dazu werden etwa zehn Gramm (zwei Teelöffel) getrocknete und zerstoßene Heidelbeeren mit 150 Millilitern kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen. Danach abseihen und mehrmals täglich eine Tasse trinken.

Apothekerin Isabel Weinert

Anzeige

Buchtipps der Redaktion von aponet.de:

"Blutwerte verstehen"
Was das Blut über die Gesundheit verrät. Dieses Buch kostet 11,90 Euro. Bestellungen über Apotheken oder hier.

"Kochrezepte bei Krebs – Genießen und gezielt ernähren während der Therapie"
Das Kochbuch hilft Betroffenen, Unsicherheiten in Bezug auf ihre Ernährung abzubauen und ihre Beschwerden mithilfe der richtigen Speisenauswahl zu lindern. Für 11,90 Euro über Apotheken oder hier bestellbar.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen