Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 1. August Sonnenschutz: Andere Länder, andere Sitten

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Zwei Asiaten mit orangefarbener Kleidung unter einem Sonnenschirm.

Baumpaste in Myanmar, bunte Schirme in Asien, Strandkörbe in Deutschland: Um sich vor der Sonne zu schützen, gibt es viele Möglichkeiten.
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Sonnenschutz: Andere Länder, andere Sitten

Eine Paste aus Bäumen ins Gesicht, alle Freizeitaktivitäten unters Dach verbannen, den Regenschirm bei Sonne aufspannen: Das sind einige der Maßnahmen, mit denen sich Menschen anderer Länder vor Sonnenstrahlen schützen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Die weiße Paste auf den Gesichtern heißt Thanaka. Und wer etwas auf sich hält, der reibt sie sich selbst aus kleinen Ästen beziehungsweise deren Rinde heraus. Auch wenn das ehemalige Burma jetzt Myanmar heißt und dem Fortschritt entgegeneilt: Der traditionelle Hautschutz ist den Burmesen selbstverständlich. Frauen wie Männern übrigens. Äste, aus denen die Thanakapaste gewonnen wird, gibt es auf allen Märkten und in Drogerien zu kaufen, gleich dazu auch eine raue, runde, kleine Steinplatte. Darauf vermahlen die Frauen geduldig die kleinen Holzstückchen in Handarbeit und versetzen sie mit Wasser, bis die frische Portion Thanakapaste für die Familie ausreicht.

Kindern werden alle Sonnenterrassen im Gesicht damit bestrichen, also Stirn, Nasenrücken und Wangen in jedem Fall. Männer verwenden Thanaka etwas zurückhaltender mit kleinen Klecksen im Gesicht. Frauen machen eine Kunst daraus. Sie benutzen kleine Holzstäbe und zeichnen die Paste in Mustern über das Gesicht oder streichen besonders fein geäderte Blätter von Pflanzen ein und drücken sie dann auf Wangen und Stirn, quasi als Schablone. Das Gelingen des schönsten Musters ist unter den Burmesinnen durchaus ein kleiner Wettstreit.

Thanaka gilt hauptsächlich als Sonnenschutz – die zartbraunen Burmesen mögen ihre Hautfarbe nicht dunkler. Darüber hinaus sagt man der Verwendung dieser Paste aber auch eine reinigende Wirkung nach. Tatsächlich wird den Menschen in Myanmar die feinste und glatteste Haut unter den asiatischen Völkern bescheinigt.

Dächer für Australien

Noch vor Jahren galten die Australier als das Outdoor-Volk schlechthin. Als Landwirte trotzten sie der roten Wüste ihren Lebensunterhalt ab. Wer im Büro arbeiten musste, legte Wert auf viel Freizeit. Und die verbringt die australische Familie fast ausschließlich draußen. Nicht nur Segeln, Surfen und Wandern, auch Essen und Trinken finden praktisch ausschließlich im Freien statt. Braune und wettergegerbte Haut waren die äußerlichen Zeichen des australischen Way of Life – bis das Ozonloch in seiner Dimension erkannt wurde und die Hautkrebsrate nach oben schnellte. Seitdem baut Australien Dächer über fast jeden Kinderspielplatz und immer häufiger über die unzähligen öffentlichen Barbecue-Anlagen, die elektrisch oder mit Gas betriebenen Grillstationen für jedermann.

Beschirmte Asiatinnen

Koreaner wollen weiß bleiben. Deshalb nutzen sie seit Jahrhunderten Sonnenschirme. Genau wie die Chinesen, die die hübschen ölgetränkten Schirme aus Bambus und Papier erfanden und nach Japan und Korea brachten. Wohlhabenden Asiatinnen sagt man nach, dass sie viel Geld ausgeben, um Sonnenbräune auszumerzen. Eitle Frauen tragen lange Handschuhe bei Sonne, die bis zu den Achseln reichen. Sie halten penibel Schirme über ihre Köpfe oder schützen die Gesichter mit breiten Hüten oder Stirnschirmen aus abgedunkeltem Plastik. Schatten muss her, egal wie warm oder lästig das ist. Denn, so die jahrhundertealte Ansicht, nur arme Leute sind braun. Blasse Frauen gelten in Korea als attraktiver und haben mehr Chancen auf dem Heiratsmarkt.

Strandkörbe an deutschen Stränden

In Deutschland dagegen zeigte man lange Zeit durch gebräunte Haut, dass man sich Urlaub leisten kann. Und die Hautbräune gilt vielen noch immer als Zeichen von Vitalität, aller Erkenntnisse zum Thema Hautkrebs und Hautalterung durch zu viel Sonne zum Trotz. Mit Beginn der Bäderkultur Ende des 17. Jahrhunderts etablierte sich hierzulande bequemes Mobiliar für den mehr oder weniger sonnigen Strand. Ein Rostocker gilt als erster Erbauer eines Strandkorbes. Sitzkomfort und Schutz gegen den Wind standen wohl an erster Stelle für die Idee. Vorläufer solcher Möbel gab es schon im Mittelalter – zum Schutz gegen den Windzug im Haus. Heute drehen Menschen an den Stränden gerne den Strandkorb weg von der Sonne und schaffen sich in, vor und hinter dem Möbel Schatten für die Familie.

Apothekerin Jutta Petersen-Lehmann

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