Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2015 15. August Warum Kinder ihre Medizin brauchen

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So nimmt man kranken Kindern die Angst vor der Medikamenteneinnahme.

Die wenigsten Kinder nehmen freiwillig bitteren Hustensaft oder andere Medikamente ein.
© photophonie - Fotolia

Warum Kinder ihre Medizin brauchen

Wenn Kinder erkranken, verstehen sie oft nicht, warum sie ein Zäpfchen oder einen Arzneisaft bekommen. Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, erklärt, wie man Kindern die Furcht vor Medikamenten nimmt.

Warum mögen Kinder oft keine Medizin?

Overwiening: Im Allgemeinen nehmen kranke Kinder ihre Medikamente nicht gerne ein. Häufig ist der Geschmack befremdlich, die Konsistenz ungewohnt, und zudem fühlt sich das Kind schon durch die Erkrankung unwohl.

Was können Eltern dagegen tun?

Overwiening: Eltern tun gut daran, ihren Kindern soweit wie möglich durch eine altersgerechte Aufklärung, durch Geduld und durch kleine Belohnungen für die Einnahme beschützende Hilfestellung zu geben. Riskant ist, wenn Eltern ihren Kindern vorgaukeln, dass eine Tablette eine Süßigkeit wäre oder sie zur Einnahme zwingen. Lieber eine kleine Belohnung hinterher in Aussicht stellen.

Welche Probleme gibt es bei der Einnahme von Medikamenten?

Overwiening: Säuglinge oder Kleinkinder bekommen meist flüssige Medikamente. Hier kann es leicht zu Unter- oder Überdosierungen kommen. Mischen Eltern Arzneimittel mit abgepumpter Muttermilch, Säuglingsnahrung, Brei oder anderen Lebensmitteln, müssen vorher mögliche
Wechselwirkungen ausgeschlossen werden. So werden beispielsweise einige Antibiotika durch das Calcium der Milch inaktiviert. Diese Wechselwirkung kann vermieden werden, wenn zwischen der Arzneimittelgabe und dem Trinken von Milch mindestens zwei Stunden liegen.

Wie sieht es mit den eben angesprochenen Über- und Unterdosierungen aus?

Overwiening: Beim Untermischen unter Lebensmittel sind Unterdosierungen möglich. Das Kind muss die gesamte Menge der Flüssigkeit oder des Breis zu sich nehmen, sonst ist die Medikamentendosis zu gering. Spuckt das Kind hingegen einen Teil eines Arzneimittels wieder aus oder erbricht es sich anschließend, darf nicht nochmals eine volle Dosis des Arzneimittels gegeben werden. Sonst kann es zu Überdosierungen kommen. Eltern sollten in solchen Fällen in der Apotheke oder beim Kinderarzt nachfragen.

Oft mögen Kinder den Geschmack nicht.

Overwiening: Wenn das Kind den Geschmack eines Safts oder einer Lutschtablette nicht mag, kennt der Apotheker häufig alternative Präparate mit einem anderen Geschmackszusatz. Damit sich das Kind nicht verschluckt, sollte es bei der Einnahme möglichst aufrecht sitzen und hinterher viel trinken.

Gibt es eine Arzneiform, die wenige Probleme bereitet?

Overwiening: Bei Kindern sind Zäpfchen oft eine gute Wahl. Sie lassen sich leichter einführen, wenn sie angewärmt oder mit etwas Wasser benetzt sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Peter Erik Felzer.

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