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Haselnüsse enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe.

Rund vier Kilo Nüsse isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr.
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Haselnüsse: Kerngesunder Schatz

Haselnüsse sind zwar Fettbomben, schlagen aber nicht auf die Hüften. Die Erklärung dieser Kernbotschaft fällt ganz einfach aus.

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Schon gemerkt? In vielen Discountern gibt es seit Monaten keine Haselnüsse mehr, und in anderen Supermärkten kosten sie so viel wie noch nie. Was ist passiert? Die Erklärung liegt an einer Wetterkapriole im März 2014: Ein paar Stunden Frost, und in der Türkei erfroren unzählige Blüten an den Haselnuss-
Sträuchern. Damit war die halbe Ernte vernichtet – und das spüren wir bis heute. Denn das Land am Bosporus ist die wichtigste Anbauregion für Haselnüsse; etwa drei Viertel der Weltproduktion stammt von hier. Mit großem Abstand folgen Italien, USA und Aserbaidschan.

Bei uns isst jeder Bundesbürger im Schnitt rund vier Kilo Nüsse pro Jahr – am liebsten Erdnüsse, auf Platz zwei stehen Haselnüsse. Knabbern Sie ruhig jeden Tag eine Handvoll! Sie bieten einen gesunden Schatz, der vor Energie und wertvollen Nährstoffen fast platzt. Speziell Haselnüsse bestehen zu über 60 Prozent aus günstigem Fett, also einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Herzschutz zum Knabbern

Viele Studien belegen, dass regelmäßiger Nussverzehr den Cholesterinspiegel und damit das Risiko für Arterienverkalkung deutlich senkt. Dazu tragen sowohl die Fette als auch Vitamin E bei, was Haselnüsse reichlich bieten. Wie ein Bodyguard schirmt letzeres die Körperzellen vor den Angriffen aggressiver Substanzen ab. Zudem wirkt Vitamin E entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. All das funktioniert aber nur im natürlichen Verbund im Lebensmittel. Alle Versuche, mit einer isolierten Gabe von Vitamin E Effekte zu erzielen, funktionierten bisher nicht.

Gerne täglich ein paar Kerne

Kurioserweise machen Hasel- und andere Nüsse trotz ihres hohen Fettgehaltes nicht dick. Laut Nährwerttabellen liefern 100 Gramm mächtige 650 Kilokalorien. Das bietet aber nur einen Teil der Wahrheit. Das Nussfett ist in den Zellen eingeschlossen und wird erst frei, wenn man diese beim Kauen zerstört. Da wir oft nicht gründlich kauen, kann der Körper nur einen geringen Teil des Fettes aufnehmen, der Rest wandert in unzerkauten Bröckchen in den Dickdarm und man scheidet ihn unverdaut wieder aus. Zur Figurfreundlichkeit tragen außerdem Eiweiß und Ballaststoffe bei. Sie fungieren als natürliche Essbremse, weil sie gut sättigen.

In Haselnüssen stecken auch viele Mineralstoffe. Kalium reguliert den Blutdruck, Calcium stärkt Knochen und Zähne, Magnesium unterstützt die Reizweiterleitung im Muskel und Eisen die Blutbildung. Auch Vitamine liefert die Haselnuss – vor allem B-Vitamine wie Folat, das der Körper für die Teilung und Neubildung von Zellen benötigt. Deshalb ist eine gute Versorgung vor allem in der Schwangerschaft ein Muss: Die Empfehlung für werdende Mütter und Frauen mit Kinderwunsch lautet, zusätzlich 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Form von Vitaminpräparaten aufzunehmen, damit sich das Kind bestmöglich entwickelt.

Feines Aroma

Haselnüsse lassen sich in der Küche vielfältig einsetzen. Sie peppen Müsli, Joghurt, Salat oder Dressings auf, sind im Brot und im Kuchen sowieso ein Hit. Wirklich lecker schmecken diese Haselnuss-Gnocchis: Für vier Portionen 500 Gramm Kartoffeln 20 Minuten in Salzwasser kochen, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit zwei Eiern, vier Esslöffeln Haselnussöl und circa 200 Gramm Hartweizenmehl verkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. 100 Gramm Haselnüsse mahlen und in den Teig einarbeiten, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer zwei Zentimeter dicken Rolle formen. In kleine Stücke schneiden und mit einer Gabel Rillen hineindrücken. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, Gnocchi darin drei Minuten sieden lassen, danach mit einem Schöpflöffel in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abspülen. In je zwei Esslöffeln Butter und Olivenöl kross anbraten. Dazu passt Pesto, Pilzragout oder Ratatouille. Guten Appetit!

Diplom-Oecotrophologin Dorothee Hahne

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