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Sodbrennen und ein Herzinfarkt verursachen manchmal ähnliche Symptome.

Ein Herzinfarkt ist immer ein Notfall. Manchmal sind die Symptome allerdings nicht einfach zuzuordnen.
© Christian Müller - Fotolia

Sodbrennen oder Herzinfarkt?

Was so verschieden klingt, ist vom Beschwerdebild her nicht immer so leicht auseinanderzuhalten. Die Neue Apotheken Illustrierte fragte daher einen Experten, wie man Sodbrennen und Herzinfarkt-Beschwerden unterscheiden kann.

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Ein Brennen in der Brust, oft mit Schmerz verbunden: Wer häufiger mit Sodbrennen zu kämpfen hat, kennt das gut. Möglicherweise zu gut, denn mitunter denkt man auch dann zunächst einmal an Sodbrennen, wenn brennende Oberbauch- oder Brustschmerzen aus einem ganz anderen, viel bedrohlicheren Grund auftreten, zum Beispiel bei einem Herzinfarkt. Doch kann man das so leicht verwechseln?

"Sodbrennen kann von der Symptomatik schon mal einem leichteren Herzinfarkt ähneln", betont Professor Dr. Thomas Voigtländer, Herzmediziner am Agaplesion Bethanien-Krankenhaus Frankfurt am Main und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Das würden sogar manchmal Ärzte verwechseln. "Doch bei einem Herzinfarkt ist es zusätzlich zum Schmerz immer so, dass man den Eindruck hat, als ob jemand auf dem Brustkorb säße", erklärt Voigtländer. Zwar gebe es auch beim Infarkt oft ein Brennen im Brustbereich, aber es sei durch nichts beeinflussbar. Ganz anders die Situation beim Sodbrennen: "Dabei ist es häufig so, dass die Beschwerden ein wenig besser werden, wenn man sich aufrecht hinsetzt. Und sie werden besser oder schlechter, wenn man Nahrung zu sich nimmt", so Voigtländer. "Diese Abhängigkeit von der Körperhaltung und von der Nahrungsaufnahme gibt es beim Herzinfarkt überhaupt nicht."

Beschwerden bei Sodbrennen

● dumpfer, brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der sich aber nicht weiter in Arme oder Oberkiefer ausbreitet
● saures Aufstoßen
● Heiserkeit und Husten, aber keine Atemnot, die beim Herzinfarkt oft auftritt
● Aufrichten oder Hochlagern des Oberkörpers kann die Beschwerden lindern, beim Herzinfarkt ist das nicht der Fall

Sodbrennen verursacht keine Luftnot

Auch die Art des Schmerzes und andere, zusätzliche Beschwerden ermöglichen die Unterscheidung: "Druckgefühl und Schmerz breiten sich beim Infarkt oft für 10 bis 20 Minuten über den ganzen Brustkorb aus und strahlen möglicherweise in die Arme oder in den Unterkiefer aus. Das macht Sodbrennen nicht. Wenn zudem parallel Luftnot auftritt, kann das kein Sodbrennen sein, weil es nie Luftnot verursacht." Dazu kommen im Verlauf des Infarktes oft Blässe und starke Angstgefühle, beides ist nicht sehr typisch für Sodbrennen. Das klingt unverwechselbar.

Trotzdem bleibt Voigtländer zufolge eine kleine Gruppe von Patienten, bei der es schwierig zu unterscheiden ist, ob ein Herzinfarkt oder ein akutes Magen-Darm-Leiden wie etwa Sodbrennen vorliegt – vor allem, wenn Schmerzen nicht so stark im Vordergrund stehen, was besonders bei Herzinfarkten von Frauen vorkommt. "Im Zweifelsfall muss man davon ausgehen, dass es ein Herzinfarkt ist und besser rasch den Notarzt rufen."

Symptome des akuten Herzinfarktes

● starke Brustschmerzen über mindestens fünf Minuten, die oft in Arme, Oberbauch, zwischen die Schulterblätter, in den Rücken oder in Hals und Kiefer ausstrahlen können
● massives Engegefühl im Bereich der Brust
● heftiges Brennen begleitet oft den Schmerz bei einem Herzinfarkt
● Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch in zuvor noch nicht erlebtem Ausmaß und ohne einen gewöhnlichen, erkennbaren Grund
● Angstschweiß mit kalter, fahler Haut; starke Angstgefühle

Es gab zeitweise den Verdacht, dass gegen Sodbrennen eingesetzte Protonenpumpen-Hemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol für Menschen mit Herz-Kreislauf-Leiden ungünstig sind. Der Grund: Sie würden die Wirkung gleichzeitig gegebener, spezieller "Blutverdünner" wie Clopidogrel stören. Solche Mittel müssen Patienten mit Erkrankungen von Herzblutgefäßen über längere Zeit einnehmen, um ein Infarkt auslösendes Blutgerinnsel zu verhindern. "Man hat aber jetzt herausgefunden, dass die Wechselwirkungen dieser beiden Arzneimittelgruppen so geringfügig sind, dass sie keine Rolle spielen", betont Voigtländer.

Dr. Frank Schäfer

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