Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2016 15. Februar Bei Blaseninfekten nicht zu lange warten

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Kinder mit Verdacht auf einen Harnwegsinfekt gehören immer zum Arzt.

Mädchen bekommen deutlich häufiger eine Blasenentzündung als Jungen.
© somenski - Fotolia

Bei Blaseninfekten nicht zu lange warten

Wenn Wasserlassen zur schier unerträglichen Qual wird, liegt das meist an einem Harnwegsinfekt. Auch Kinder können daran erkranken.

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Grundsätzlich kann eine Blaseninfektion in jedem Alter auftreten, bei Mädchen deutlich häufiger als bei Jungen, weil die Harnröhre beim weiblichen Geschlecht kurz ist und in der Nähe von Scheide und Analbereich austritt. Bakterien, die dort von Natur aus leben, gelangen so leicht in Richtung Harnröhre und wandern von dort in die Blase. Die längere Harnröhre bei Männern schützt das männliche Geschlecht vor Blaseninfektionen, ausgeschlossen sind sie aber auch bei Jungen nicht.

Bei unklaren Symptomen an Harnwegsinfekt denken

Größere Kinder zeigen bei einer Infektion, wo es wehtut. Bei kleineren Patienten dagegen fallen allgemeine Unwohlsymptome auf. Während Erwachsene bis zu fünf Tage zuwarten können, ob sich die Entzündung von selbst wieder gibt, gehören Kinder mit Anzeichen oder Verdacht auf eine Blasenentzündung immer zum Arzt. Er untersucht mithilfe spezieller Teststreifen den Urin auf Bakterien, weiße Blutkörperchen und Blut. Manchmal führt er weitere Untersuchungen durch, etwa ein Ultraschall der Nieren. Passen Befunde und Symptome zueinander, liegt also ein bakterieller Infekt vor, verordnet er ein Antibiotikum. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung reicht meist eine Einnahmedauer von drei bis fünf Tagen aus. Bei einer zum Teil auch eingesetzten Zwei-Tages-Therapie liegt die Gefahr höher, dass die Entzündung wiederkehrt.

Wenn Keime aufsteigen

Blasenentzündungen verlaufen mitunter auch komplizierter, etwa wenn die Bakterien über die Harnleiter aufsteigen und die Nierenbecken befallen. Unbehandelt besteht das Risiko, dass der Infekt die Nieren dauerhaft schädigen. Solch eine Nierenbeckenentzündung verursacht meist deutliche Symptome. Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl, Blut im Urin, Übelkeit und/oder Erbrechen sowie Schmerzen in der Nierengegend zeigen Alarmstufe Rot an. Der Arzt verordnet auch in diesen Fällen ein Antibiotikum, das man allerdings sieben bis zehn Tage lang einnimmt.

Auch Eltern, die normalerweise gerne auf natürliche Heilmethoden für ihre Kinder setzen, sollten sich sowohl bei einer Blasen- als auch bei einer Nierenbeckenentzündung nicht gegen ein Antibiotikum für die kleinen Patienten sperren. Im Extremfall zerstört eine unbehandelte Infektion sogar eine Niere.

Manchmal hilft eine Operation

Treten Blasen- oder Nierenbeckeninfektionen häufiger auf, fahndet der Arzt auch nach anatomischen Ursachen im Bereich der Harnröhre und Harnleiter. Bei einem sogenannten Harnleiter-Reflux zum Beispiel wird der "anatomische Fehler" oft operativ beseitigt.

Antibiotika helfen in aller Regel schnell gegen die quälenden Symptome. Eltern tun ihren Kindern zudem mit folgenden Maßnahmen zusätzlich und künftig Gutes:

  • Antibiotika müssen regelmäßig und für die vom Arzt angegebene Dauer gegeben werden.
  • Kinder sollten ihren Möglichkeiten entsprechend ausreichend trinken. In Apotheken können für diesen Zweck auch Teemischungen gegen Blasenentzündung gemischt werden.
  • Wärme tut bei einer Blaseninfektion gut. Eine warme, nicht heiße Wärmflasche auf dem Unterbauch entkrampft und lindert die Beschwerden.
  • Eltern sollten ihren Arzt fragen, ob ein Schmerzmittel wie Ibuprofen dem Kind in der ersten Zeit der Behandlung zusätzlich hilft.
  • Um Blasenentzündungen vorzubeugen, gilt es, Kindern möglichst früh beizubringen, den Po von vorne nach hinten abzuwischen. Nasses Badezeug immer direkt wechseln. Eine ausgewogene Ernährung stärkt auch das lokale Immunsystem der Blase.

Apothekerin Isabel Weinert

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