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Allergie - aber gegen was? Das finden Allergologen heraus.

Detaillierte Ergebnisse über mögliche Allergieursachen liefert ein Bluttest.
© Franz Pfluegl - Fotolia

Die Allergietester

Hatschi! Kein Frühling ohne Heuschnupfen. Das Niesen klingt ähnlich, die Auslöser sind von Mensch zu Mensch grundverschieden. Redakteur Peter Erik Felzer hat sich wegen seiner Allergie auf eine kleine Zeitreise begeben. Lesen Sie seine Reportage über die Allergietester, die sogenannten Allergologen.

Es war der 2. Mai 1988. Ein wunderschöner Frühlingstag. In meiner Heimat Köln schien die Sonne, alles grünte und blühte – und ich nieste das erste Mal, ohne eine Erkältung zu haben. Und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrere Male hintereinander. Meine Augen juckten und tränten ein wenig. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei, und die Beschwerden verschwanden wieder.

Taschentücherberg bei der Abiklausur

Im nächsten Jahr hatte ich das schon alles wieder vergessen. Mein Abitur stand an, und für andere Dinge war der Kopf nicht frei. Bis meine Nase wieder anfing zu laufen und ich an die Niesattacken des Vorjahres denken musste. Bei den letzten Klausuren begleitete mich ein Haufen Taschentücher. Im Freundeskreis hieß es, das wäre bestimmt Heuschnupfen.

Nach dem Abiturstress stand dann der Termin bei einer Allergologin an, einer netten älteren, aber durchaus resoluten Dame mit einer Praxis in der Kölner Innenstadt. "Wann haben Sie denn Ihre Beschwerden?", wollte sie von mir wissen. Sie zeigte mir eine Jahresübersicht, wann welche wichtigen Allergieauslöser blühen. Und behielt mich gleich für den sogenannten Pricktest da.

Quaddeln unter der Lupe

Pricktest? "Krempeln Sie bitte Ihren Ärmel hoch", sagte sie zu mir. Sie tropfte nach einem festen Schema verschiedene Lösungen auf meinen Unterarm. Mit einer speziellen Nadel pikste sie die Stellen jeweils oberflächlich an. Dadurch gelangen die in den verschiedenen Lösungen enthaltenen Stoffe mit den Abwehrzellen in Kontakt. An einigen Stellen ließ das Ergebnis nicht lange auf sich warten. Es bildeten sich mehr oder minder große Quaddeln, die auch gleich anfingen zu jucken.

Nach zwanzig Minuten wischte die Allergologin die Testflüssigkeiten weg und nahm die Quaddeln genauer unter die Lupe. Sie begutachtete ihre Größe und das Ausmaß der Rötung an. "Das sieht mir ganz nach Frühblühern aus." Birke, Hasel, Erle. Dazu noch Gräser und Roggen und eine geringe Überreaktion gegen Katzen. Entwarnung gab sie bei Hunden, Pferden, Kaninchen, Schimmelpilzen, Hausstaubmilben und Insektengiften.

Nach dem Piksen ein Bluttest

Zusätzlich zu den Testlösungen überprüfen Allergologen an einer Stelle mit Histamin, das auf jeden Fall eine Quaddel auslöst, und an einer anderen mit einer harmlosen Kochsalzlösung. Dies dient dazu, die Reaktion der Haut auf die Allergieauslöser einordnen zu können. Die größte Quaddel lieferte bei mir wirklich das Histamin.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, hieß es jetzt noch. Das bedeutete eine Blutentnahme. Grundsätzlich gibt es verschiedene Testverfahren. Für die betroffenen Patienten bedeutet das im Prinzip immer, dass eine Blutprobe zur Untersuchung an ein medizinisches Labor gesendet wird. "Das tut auch gar nicht weh", schmunzelte meine Ärztin.

Suche nach Antikörpern

An der Fahndung nach Allergien können Hausärzte oder Hautärzte beteiligt sein, immer auch ein Labor. Das bestimmt den sogenannten Immunglobulin-E-Spiegel, einer bestimmten Gruppe von Antikörpern. Ein erhöhter Wert weist mitunter auf eine Allergie hin. Der Wert steigt manchmal auch aus anderen Gründen. Dies gilt zum Beispiel bei Rauchern, bei Parasiten­befall oder bei bestimmten Bluterkrankungen.

Detailliertere Erkenntnisse liefert eine Bestimmung allergenspezifischer Antikörper. Das Labor misst genau die Spiegel derjenigen Vertreter, die sich gegen ein bestimmtes Allergen richten. Also in meinem Fall vor allem die Frühblüher.

Verdacht bestätigt

Zwei Wochen später saß ich wieder in der Praxis. "Der Verdacht des Pricktests hat sich bestätigt. Am besten beginnen wir bald mit der Hyposensibilisierung, um mögliche Folgen wie Asthma zu verhindern", lautete der ärztliche Ratschlag. In den nächsten Jahren sah mich die Praxis immer wieder. Über mehrere Wochen spritzte mir die Ärztin in ansteigenden Dosen die allergieauslösenden Stoffe, damit sich der Körper an sie gewöhnt. Die Hyposensibilisierung hatte Erfolg. Inzwischen habe ich kaum noch Beschwerden. Und bei Bedarf versorge ich mich mit Tabletten und Nasenspray aus der Apotheke. Die Zeiten von Taschentuchstapeln gehören der Vergangenheit an.

Peter Erik Felzer

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