Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2016 1. Mai Zecken - Blutsauger in Gras und Sträuchern

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Zecken fühlen sich am wohlsten, wenn die Temperatur draußen deutlich über 10 °C liegt.

Zecken fühlen sich am wohlsten, wenn die Temperatur draußen deutlich über 10 °C liegt.
© Michael Tieck - Fotolia.com

Zecken - Blutsauger in Gras und Sträuchern

Im Mai sprießt und blüht es überall, da zieht es Menschen in die Natur. Doch dort werden sie bereits erwartet: von winzigen Blutsaugern, den Zecken. Warum sie eine Gefahr sein können und wie man sie fernhält, erfahren Sie hier.

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Wird bei Streifzügen durch die Natur oder bei Gartenarbeiten eine Zecke von Gräsern oder Sträuchern abgestreift, krabbelt sie zielstrebig an eine dünne Hautstelle. Dort reißt sie eine kleine Wunde, senkt den Stechapparat hinein und saugt Blut.

Gefährlich sind die minimalen Blutverluste nicht, wohl aber von Zecken übertragene Krankheiten. So können kurz nach dem Zeckenstich Viren ins Blut des Wirtes gelangen, die womöglich eine Hirnhautentzündung auslösen. Der Fachbegriff für das Leiden lautet Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Doch selbst in FSME-Risikogebieten hierzulande sind nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das gilt nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) in Berlin je nach Region für eine von 1.000 bis eine von 100 Zecken. Nach einer Infektion entwickelt knapp ein Drittel der infizierten Personen FSME-Symptome. Behandeln kann man die Krankheit nicht, doch man kann im Vorfeld dagegen impfen. Empfohlen wird das für Bewohner von Risikogebieten, die mit Zecken in Berührung kommen können, oder für Reisende, die dort naturnah Urlaub machen.

Überall in Europa können Zecken auch Bakterien übertragen, die eine sogenannte Borreliose verursachen. Nach RKI-Angaben tritt etwa bei fünf Prozent der von einer Zecke gestochenen Personen eine Borrelien-Infektion auf, die man durch Bluttests nachweisen kann. Nur rund ein Prozent der so Infizierten entwickelt laut RKI Krankheitssymptome. Erstes Warnzeichen: eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung um die Stichstelle, die aber nicht immer auftritt. Es folgen oft grippeartige Symptome. Monate später kommt es möglicherweise zu brennenden Nervenschmerzen, Taubheitsgefühlen, Seh- oder Hörstörungen oder zu einer Herzentzündung. In einigen Fällen treten Jahre später starke Gelenkbeschwerden auf. Behandeln kann man Borreliose mit Antibiotika, eine Impfung gibt es bisher nicht.

Wichtig ist, Zecken rasch zu entfernen. Dazu sollte man die Haut nach Aufenthalten in der Natur absuchen. Eine festsitzende Zecke am besten mit einer gebogenen Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange am Kopf fassen und herausziehen – das Tier nicht quetschen. Etwas Hin- und Herdrehen kann den festsitzenden Saugstachel lockern. Ist die Zecke entfernt, die Wunde desinfizieren. Um Zecken für ein paar Stunden fernzuhalten, kann man die Haut mit sogenannten Repellenzien aus der Apotheke behandeln. Lange Oberbekleidung und lange Hosen sind zwar auch ein Hindernis für Zecken, garantieren aber nicht hundertprozentig, dass es keines der Spinnentiere bis zur Haut schafft.

FS

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