Sie sind in: Startseite Service Neue Apotheken Illustrierte Archiv 2016 15. Mai Ihr Apotheker informiert: Hilfe bei trockenen Augen

Service

Unter trockenen Augen leiden viele Menschen.

Langes Schauen auf den Fernseher, den Monitor oder das Smartphone. Ein häufiger Grund für trockene Augen.
© contrastwerkstatt - Fotolia

Ihr Apotheker informiert: Hilfe bei trockenen Augen

Trockene Augen? Keine Seltenheit. "Über solche Symptome klagt jeder fünfte Patient, der in Deutschland einen Augenarzt aufsucht", weiß Professor Dr. Gerd Geerling, Leiter der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf.

Der Tränenfilm benetzt die Oberfläche des Auges, die Innenseite der Lider, die Bindehaut und die Hornhaut. So bleibt die Oberfläche des Augapfels glatt und geschmeidig, kleine Fremdkörper werden einfach weggespült. Daneben enthält der Tränenfilm keimtötende Substanzen, um das Auge vor Infektionen zu schützen. Schließlich versorgt die Tränenflüssigkeit die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. "Nur ein intakter Tränen­film kann all diese Aufgaben – im wahrsten Sinne des Wortes – reibungslos erfüllen", berichtet Geerling.

"Die moderne Lebensweise mit langen Arbeitstagen oder auch endlosen Spielstunden am Computer trägt dazu bei, dass mitunter schon junge Menschen unter Augenreizungen leiden", so der Experte. Hierzu zählen auch Umwelteinflüsse wie Klimaanlagen, trockene Heizungsluft, aber auch langes Schauen auf den Fernseher, den Bildschirm oder das Smartphone. Der konzentrierte Blick senkt die Lidschlagfrequenz. Folge: Der Tränenfilm verteilt sich nicht mehr gleichmäßig auf dem Auge, und er reißt auf.

Anzeige

"Gamer Eye"

Die Folge: Die Hornhaut trocknet aus. Experten bezeichnen dies auch als "Office Eye Syndrome" oder "Gamer Eye". Auch verschiedene Krankheiten wie Diabetes, rheumatische Leiden oder eine Schilddrüsenerkrankung stören mitunter den Aufbau des Tränenfilms. Dies gilt ebenso für die Nebenwirkung mancher Medikamente und ein durch ein fortgeschrittenes Alter veränderten Hormonhaushalt – besonders bei Frauen in den Wechseljahren.

Die gute Nachricht: "Mit einer individuell abgestimmten Therapie lässt sich die Krankheit heute gut in den Griff bekommen", weiß Experte Geerling. "Klagt ein Patient über Symptome des trockenen Auges, dann spielt zunächst die Anamnese eine wichtige Rolle. Nachfragen zu den Arbeitsbedingungen, zur Einnahme von Medikamenten und zu anderen bekannten Krankheiten geben Aufschluss darüber, was die Beschwerden verursacht."

Tränentest in der Arztpraxis

Mit dem sogenannten Schirmer-Test lässt sich überprüfen, ob das Auge genügend Tränenflüssigkeit produziert. Dazu legt der Augenarzt kleine Streifen aus saugfähigem Papier in den Bindehautsack und beobachtet, wie lange es dauert, bis sich das Papier vollgesaugt hat. Die Stabilität des Tränenfilms kann er durch Messen der Tränenfilmaufrisszeit beurteilen. Hierzu trägt er auf die Augenoberfläche einen Farbstoff auf, und während der Patient es vermeidet zu blinzeln, misst er, wie lange der Tränenfilm stabil bleibt.

"Eine sofortige Linderung der Beschwerden bieten Tränenersatzmittel, die heute in großer Vielfalt auf dem Markt sind. Sie sind als Augentropfen, als Gele oder auch als Sprays verfügbar", erklärt Geerling. Sie enthalten zum Beispiel Hyaluronsäure, aber auch andere Bestandteile.

"Bei dem in der jüngsten Zeit so oft zitierten 'Office Eye Syndrome' beziehungsweise dem 'Gamer Eye' helfen schon ein paar einfache Tipps." So empfiehlt es sich, bei der Arbeit am Computer bewusst häufig zu blinzeln und regelmäßig Pausen einzulegen. Frische Luft und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme beugen nicht nur dem trockenen Auge vor, sondern verbessern auch das Allgemeinbefinden.

Peter Erik Felzer

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen