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Mann und Frau putzen die Nase.

Längst nicht überall gilt das Naseputzen als fein. In bestimmten asiatischen Ländern beispielsweise ist es verpönt.
© Knut Wiarda - Fotolia

Erkältungsknigge

Wer erkältet ist, trägt Verantwortung. Es geht darum, andere Leute möglichst nicht anzustecken und in Gesellschaft so zu schniefen und zu husten, dass gewisse Anstands regeln nicht verletzt werden. Wir stellen die wichtigsten Regeln vor.

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Nase putzen

Das geht gar nicht: Ins Taschentuch zu schnauben und sich anschließend das Ergebnis betrachten. Beim Schnäuzen sollte man auch nicht trompeten. Dezentes, möglichst leises Schnäuzen ist aber erlaubt. Dabei ein wenig vom Gesprächspartner abwenden und sich entschuldigen. Wen es nach heftigem Naseputzen drängt, der sollte in öffentlichen Räumen, im Büro oder im Konferenzraum rasch die Toilette aufsuchen. Dort ist auch lautes Naseputzen erlaubt. Das benutzte Taschentuch anschließend aber bitte nicht zur Wiederverwertung einstecken, sondern in den Abfalleimer werfen. Denn für Mitmenschen ist es kein schöner Anblick, wenn der Erkältete ein gebrauchtes Taschentuch herauszieht.

Husten

Da schleppt man sich zur Arbeit und wird dann doch nur böse angeschaut, weil die eigene Husterei die anderen stört. Entschuldigen Sie sich dann kurz, und decken Sie sich vor der Arbeit mit Hustenbonbons ein, die den Reiz mildern können. Diese dann aber nicht knirschend zerkauen, sondern wirklich lutschen. Von Theaterbesuchen oder Museumsführungen sollten Sie absehen, wenn Sie ein unkontrollierbarer Husten plagt. Denn damit können Sie Ihren Mitmenschen den Kulturgenuss tatsächlich vermiesen.

Andere Länder, andere Regeln

Die Gefahr, Viren durch Händeschütteln zu übertragen, existiert in vielen anderen Ländern nicht, denn dort läuft die Begrüßung per Küsschen (Frankreich, mediterrane Länder) oder per Verbeugung ab (Japan, China, Thailand). In der Öffentlichkeit zu niesen, ist in Südkorea ein Tabu, in China zumindest nicht gerne gesehen. Auch das Naseputzen ist in vielen asiatischen Ländern verpönt, zumindest in der Öffentlichkeit. Dort ist jedoch das Hochziehen des Nasensekrets salonfähig.

Niesen

In die linke Hand niesen, lautete der Rat in Zeiten vor der Schweinegrippe. Die Logik dahinter: Dann kann man anderen ruhigen Gewissens die "gute" rechte Hand reichen. Doch seit der großen Furcht vor Ansteckung mit den Erregern der Schweinegrippe ist auch das Niesen in die linke Hand tabu.

Besser: Niesen Sie auf Höhe der Armbeuge in den Pullover oder die Bluse. Von dort aus haben die Viren geringere Chancen, andere Menschen zu infizieren. Übrigens: Seit 2009 erlaubt der Knigge wieder, Niesenden "Gesundheit" zu wünschen. Ein "Hatschi" als Reaktion auf einen Nieser eignet sich hingegen bei Kindern, gegenüber Erwachsenen ist es unpassend.

Andere schützen

Wenn Sie selbst erkältet sind, können Sie andere aktiv davor schützen, sich bei Ihnen anzustecken: indem Sie darauf verzichten, die Hand zum Gruß zu reichen oder Begrüßungsküsschen zu verteilen. Wenn Sie Ihr Gegenüber sonst immer per Handschlag oder Küsschen begrüßen, sollten Sie sich entschuldigen und in einem Satz erklären, warum Sie sich dieses Mal anders verhalten.

Apothekerin Isabel Weinert

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