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Älterer Mann schwimmt im Hallenbad.

Sportarten wie Walking oder Schwimmen stärken das Herz.
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Herzschwäche nicht unterschätzen

Herzschwäche gehört zu den häufigsten Anlässen, wenn Ärzte Patienten in ein Krankenhaus einweisen. Die Zahl der Betroffenen steigt. Doch vielen Patienten lässt sich helfen.

Abertausende Patienten, die jedes Jahr wegen Herzschwäche ins Krankenhaus müssen. "Das müsste eigentlich so nicht sein", klagte der Chefarzt der Kardiologie im Hamburger Marienkrankenhaus, Professor Dr. Andreas van de Loo, bei einem Patienten-Seminar. Früher konnten die Ärzte den Patienten nur zu Ruhe und Schonung raten. Heute lässt sich ihnen auf verschiedene Weise helfen. Von der technischen Unterstützung des Herzens über Medikamente bis zu speziellem körperlichen Training.

Spitzensport verlangt niemand. Schon einfache, sich langsam steigernde Bewegungen wie Spazieren gehen, Radfahren oder Schwimmen stärkt das Herz nachweislich. "Und es bilden sich", so van de Loo, "in der Herzmuskulatur neue kleine Blutgefäße, die die Herztätigkeit wieder verbessern können."

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Geschwächtes Herz schafft nur drei Liter

Ein gesundes Herz pumpt in der Minute etwa fünf bis sechs Liter Blut durch den Körper. Das geschwächte, Mediziner sprechen auch vom insuffizienten Herz schafft nur etwa drei Liter. Das führt dazu, dass die Organe, die gesamte Muskulatur und vor allem das Herz zu wenig Blut erhalten. Und damit zu wenig lebensnotwendigen Sauerstoff. Der Körper erbringt nicht mehr die normale Leistung. Die Folge: "Luftnot, Herzstolpern und Engegefühl in der Brust bei körperlicher Belastung, häufiges Wasserlassen in der Nacht, übermäßiges Schwitzen und anschwellende Knöchel und Unterschenkel", berichtet van de Loo.

Die häufigsten Ursachen der Herzschwäche: Bluthochdruck, eingeengte Herzkranzgefäße, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen, Herzklappenfehler. Sie lassen sich mit Medikamenten und moderner Medizintechnik meist so gut behandeln, dass die belastenden Symptome deutlich geringer werden. Zu den Arzneimitteln zählen zum Beispiel Betablocker, ACE-Hemmer und bestimmte Calciumantagonisten, aber auch pflanzliche Präparate wie Extrakte des Weißdorns. Zu den medizintechnischen Möglichkeiten zählen Metallstützen in engen Herzkranzgefäße oder deren Aufdehnung mit einem Spezialballon sowie die Bypass-Operation.

Kunstherz zur Unterstützung

In besonders schweren Fällen setzen Ärzte laut van de Loo Herzschrittmacher oder Defibrillatoren ein, "sogar sogenannte Kunstherzen". Sie können im Notfall das schwache natürliche Herz unterstützen. Wenn all das nicht mehr ausreicht, ist eine Herztransplantation die letzte Chance des Patienten. Vorausgesetzt, es gibt ein passendes Spenderherz. Mitunter kann er zehn Jahre oder sogar noch länger mit dem fremden Herzen überleben.

Max Conradt

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