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Abbildung eines Treppenlifts

Mit einem eigenen Treppenlift im Haus gelangen gebehinderte Menschen wieder ein Stockwerk höher.
© Lifta

Freie Fahrt in den ersten Stock

Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung bleiben. Wenn da nicht die Treppe wäre. Ein Treppenlift hilft selbst behinderten Menschen, Stufen gefahrlos zu überwinden. Mehr zu den Möglichkeiten und den Kosten erfahren Sie hier.

"In den ersten Stock, bitte." Gerne. Welches Modell darf es sein? Wer für sich selbst oder für eine im Haushalt lebende Person einen Treppenlift sucht, ist oft überrascht über die Vielfalt der Modelle. Soll es ein Plattformlift sein? Oder besser ein Sitz- oder Rollstuhllift?

Zu Beginn steht die Frage: Wie mobil ist der Benutzer? Wer einen Rollstuhl benötigt und diesen selbst bedienen kann, für den bietet sich ein Plattformlift an. Der Rollstuhl fährt, wie der Name schon sagt, auf einer Plattform mit. Spezielle Klappen, die sich mit einer Fernbedienung steuern lassen, sorgen für einen sicheren Halt. Somit rollt der Rollstuhl nicht weg oder rutscht ab. Der Vorteil: Plattformlifte lassen sich drinnen und draußen einbauen.

Endlich wieder ein Vollbad

In die Wanne steigen und sich bei einem wohltuenden Bad entspannen. Nicht mehr jeder ist dazu aus eigener Kraft in der Lage. Viele Betroffene möchten ein Bad nehmen, ohne dass ihnen eine fremde Person beim Ein- und Ausstieg helfen muss. Hierbei leistet ein Badewannenlift gute Dienste. Es gibt ihn oft in Form eines Stuhls. Mithilfe einer wasserdichten elektrischen Vorrichtung er möglicht er das Ein- und Aussteigen in beziehungsweise aus der Badewanne. Ein zweites, weit verbreitetes Modell ähnelt einem aufblasbaren Sitzkissen. Mit einem Schalter lässt sich automatisch Luft ein- oder auslassen und somit die Sitzhöhe verstellen. Einfache Exemplare gibt es bereits ab 300 Euro. Qualitativ hochwertigere Modelle kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Verschreibt der Arzt den Badewannenlift, ist es möglich, sich diesen von der Krankenkasse mit oder voll finanzieren zu lassen.

Mit Rollstuhl oder ohne

Wer seinen Rollstuhl nicht mehr selbst steuern kann, für den eignet sich ein Rollstuhl-Hängelift beziehungsweise ein Rollstuhllift. Im Gegensatz zum Sitzlift wird eine Schiene an die Decke gebaut, über die er nach oben fährt. Die dritte Variante, der eigentliche Treppenlift, ist der sogenannte Sitzlift. Die leichten Modelle lassen sich nahezu an jeder Treppe einbauen. Der einklappbare Sitz nimmt besonders wenig Platz weg. Jede Anlage sollte ohne fremde Hilfe bedienbar sein und zudem mit einem Notfallalarm sowie einer selbst zu betätigenden Notabsenkung ausgerüstet sein.

"Lifte lassen sich in fast jedes Treppenhaus installieren. Auch für enge Wendeltreppen gibt es Lösungen. Der komplizierte Einbau erfordert jedoch eine sorgfältige Planung", betont die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Der Treppenlift muss so installiert sein, dass ein sicheres Ein- und Aussteigen und ein unbedenklicher Transport möglich sind. Künftige Nutzer sollten zudem auf genügend Bewegungsmöglichkeit beim Ein- und Aussteigen achten." Tipp: Am besten die Handhabung und Betriebsgeräusche bei bereits eingebauten Anlagen, etwa bei Bekannten, im Vorfeld testen!

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Auf die Kosten achten

Damit Kosten und Aufwand nicht aus dem Ruder laufen, in der Planungsphase mehrere Angebote einholen und die einzelnen Posten miteinander vergleichen. Die Preisunterschiede können enorm sein: Je nach Aufwand – etwa Treppenverlauf und -länge – ist beim Einbau eines Treppenlifts mit Kosten zwischen 3.500 und circa 16.000 Euro zu rechnen. Die großen Preisunterschiede ergeben sich durch unterschiedliche technische Lösungen. Aber auch der Preis von ein und demselben Modell kann erheblich schwanken. Hinzu kommen noch jährliche Wartungs- und Servicekosten von 200 bis 300 Euro. "Bei anerkannter Pflegebedürftigkeit zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 2.557 Euro", so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Bei einem Berufs- oder Verkehrsunfall können Berufsgenossenschaft oder Haftpflichtversicherung zur Leistung verpflichtet sein." Einige Bundesländer und Kommunen bieten auch spezielle finanzielle Förderprogramme. Hierbei dürfen jedoch keine bereits eingeleiteten Maßnahmen unterstützt werden. "Das Sozialamt springt ein, wenn kein anderer Kostenträger zuständig ist und Eigenmittel fehlen", so die Verbraucherschützer. "In den meisten Fällen muss ein Treppenlift jedoch aus eigener Tasche bezahlt werden."

Peter Erik Felzer

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