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Senioren beim Tanz

Es muss kein Leistungssport sein. Auch Tanzen stabilisiert die Knochen.
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Jede Bewegung stärkt die Knochen

Etwa ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr. Bricht dabei ein Knochen, kann das schwerwiegende Folgen haben. Daher sind feste Knochen wichtig. Und man kann einiges tun, um sie zu stärken.

Der Volksmund hat recht: Wer rastet, der rostet – selbst wenn die Knochen ansonsten gesund sind. "Dass Knochen gesund sind, ist durchaus nicht die Regel", betonte Apotheker Uwe Gröber aus Essen auf einer Presseveranstaltung. Er verwies auf Statistiken, die zeigen, dass bereits heute 26 Prozent der deutschen Bevölkerung über 50 Jahre eine Osteoporose mit einer Abnahme der Knochendichte haben. "Bereits bei alltäglichen Belastungen läuft man Gefahr, sich Knochenbrüche zuzuziehen. Besonders häufig trifft das den hüftnahen Oberschenkel, die Wirbelkörper und den Unterarm", warnte der niedergelassene Pharmazeut. Hier sei erhöhte Aufmerksamkeit geboten und die Knochendichtemessung beim Radiologen nötig.

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Erbliche Veranlagung hat Mitschuld

"Knochenschwund ist heimtückisch. Er entwickelt sich zumeist schleichend." Der Apotheker betonte, dass nicht nur frühe Wechseljahre, sondern auch eine genetische Veranlagung, Untergewicht, chronische Erkrankungen oder die Dauer-Einnahme einzelner Medikamente zum Beispiel bei Rheuma zu den Risikofaktoren zählen. Männer seien zwar viel seltener betroffen, aber keinesfalls geschützt.

Zwar stehen für die Behandlung der Osteoporose moderne Arzneimittel zur Verfügung, unter anderem die sogenannten Bisphosphonate. Doch sei die Behandlung, gerade wenn der ältere Mensch bereits auf Knie, Arme oder Rücken gefallen ist, zäh und langwierig. Früh und rechtzeitig ist daher Vorbeugung durch entsprechende Ernährung und Bewegung angesagt. Gröber sagte, dass regelmäßiges Knochen- und Muskeltraining mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird, da sich die Struktur der Knochen nur gemäß der an sie gestellten Ansprüche entwickelt.

Sonne, Calcium und Vitamin D

Neben Gymnastik und Übungen im Fitness-Studio empfahl Gröber regelmäßiges Wandern, Walking, Tanzen, Schwimmen oder schnelles Gehen. Körperliche Aktivität in der Natur hält er für sehr sinnvoll: "Sonnenlicht fördert die körpereigene Vitamin-D-Produktion der Haut." Vitamin D wiederum ist wichtig, da es die Calciumaufnahme aus dem Darm ins Blut und somit die Aufnahme des Minerals in den Knochen steigert. "Vitamin D ist der Schlüssel, der Calcium die Tür zum Knochen öffnet", sagte Gröber. Ab Ende September bis Anfang April genüge die Sonneneinstrahlung jedoch meist nicht mehr, um ausreichende Mengen des Vitamins über die Haut zu bilden.

Erschwerend kommt für ältere Menschen hinzu, dass die Haut mit zunehmendem Alter nicht mehr so viel Vitamin D bildet. Gröber rät daher besonders Senioren, ihren Vitamin-D-Status durch den Hausarzt kontrollieren zu lassen. Sollte ein Mangel vorliegen, kann dieser durch entsprechende Kapseln oder Tabletten aus der Apotheke ausgeglichen werden.

Alkohol und Kaffee reduzieren

Während bei gesunden Erwachsenen die tägliche Aufnahme von etwa 1.000 Milligramm Calcium genügt, sollten Patienten mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko oder bereits diagnostizierter Osteoporose bei ausgewogenem Vitamin-D-Status täglich bis zu 1.500 Milligramm Calcium über den Tag verteilt zu sich nehmen. Diese Menge lasse sich allein über die Nahrung in Form von zum Beispiel Milchprodukten wie Quark, Joghurt und Hartkäse sowie Fisch, aber auch Obst, grünem Gemüse, calciumreichem Mineralwasser, Nüssen und Mandeln oftmals nicht erzielen. Die zusätzliche Einnahme von Calcium könne daher nach fundierter ärztlicher und pharmazeutischer Beratung notwendig werden.

Der Autor zahlreicher Fachbücher und Ratgeber plädierte für einen generell "knochengesunden" Lebensstil. Er rät zu viel Bewegung sowie knochengesunder Ernährung und empfiehlt, möglichst wenig Alkohol zu trinken und nicht zu rauchen. Ungünstig seien auch Fast Food, Limonaden und zu viel Kaffee. Und unkontrollierte Diäten, so Gröbert, hungern auch die Knochen aus.

Apothekerin Dr. Christiane Berg

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