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... Säuglinge - Teil 2

Stillen oder das Fläschchen? Welche Fertignahrung ist die Beste für mein Kind? Wann soll's Beikost geben und wann kann mein Kind bei unseren Mahlzeiten mitessen? Diese Fragen junger Mütter und Väter werden hier beantwortet.

Stillen oder Flasche?

In den ersten Lebensmonaten ist die Muttermilch für das Baby einfach das beste und natürlichste Nahrungsmittel: Die Nährstoffe der Muttermilch sind ideal an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst, sie schont das noch nicht voll funktionsfähige Verdauungssystem und fördert die natürliche Keimbesiedlung des Darmes. Muttermilch enthält außerdem mütterliche Abwehrstoffe, die dem unreifen Immunsystem des Babys helfen, Krankheitserreger abzuwehren. Und ganz wichtig: Muttermilch bietet dem Baby einen gewissen Schutz vor Allergien. Auch die Erholung der Mutter nach der Geburt wird durch das Stillen beschleunigt. Idealerweise sollte 4 bis 6 Monate ausschließlich gestillt und anschließend neben der Beikost auch weitergestillt werden.

Tipp: Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten. Hier sollten Sie sich beim Arzt oder Apotheker nach der Verträglichkeit für den gestillten Säugling erkundigen.


Abgepumpte Muttermilch richtig aufbewahren

Ohne Kühlung sollte Muttermilch nur 6 bis 8 Stunden aufbewahrt und dann umgehend gefüttert werden. Ist eine längere Aufbewahrung nötig, lagert man die Muttermilch entweder im Kühlschrank (unter 4°C) oder im Gefriergerät (unter -18°C). Gekühlte Muttermilch sollte innerhalb von drei Tagen gefüttert werden, tiefgefrorene Muttermilch hält bis zu 6 Monaten. Zum Aufbewahren eignen sich am besten Glas- oder Plastikflaschen. Beschriften Sie jede Flasche sorgfältig mit Datum und Uhrzeit des Abpumpens. Pumpen Sie mehrmals innerhalb von 24 Stunden ab, kann die Milch zu der bereits gekühlten Milch hinzugegeben werden. Zum Erwärmen hält man die Muttermilch entweder unter fließend warmes Wasser oder stellt sie in einen gründlich gereinigten Flaschenwärmer. Achtung! Mikrowellengeräte sind zum Auftauen oder Erwärmen nicht geeignet, da hierbei die Erwärmung nicht gleichmäßig erfolgt und wertvolle Bestandteile der Muttermilch zerstört werden können. Erwärmte Reste von Muttermilch müssen weggeworfen werden.


Wofür braucht mein Kind Vitamin D-Präparate?

Ob Stillen oder Flasche - die tägliche Gabe von Vitamin D zur Vorbeugung von Rachitis ist im ersten Lebensjahr unbedingt notwendig. Die Vitamin-D-Präparate gibt es meistens in Kombination mit Fluorid, das zur Vorbeugung gegen Karies empfohlen wird.


Was soll mein Baby trinken?

Zusätzliche Getränke sind vor der Einführung der Beikost nicht notwendig. Bei großer Hitze oder bei fiebrigen Erkrankungen kann abgekochtes Leitungswasser oder kohlensäurefreies Mineralwasser gegeben werden. Achten Sie beim Kauf des Mineralswassers auf den Hinweis: "für Säuglingsnahrung geeignet".

Beste Durstlöscher für die Kleinen ab dem 5. Monat sind ungesüßte Säuglingstees, Trinkwasser oder kohlensäurefreies Mineralwasser. Meiden sollten Sie zuckerhaltige Getränke oder Tees, denn der Zucker kann zu Zahnschäden führen.


Ich stille nicht - welche Fertigmilchnahrung ist die Beste?

Die beste Alternative zur Muttermilch ist die qualitativ hochwertige industrielle Säuglingsmilch, die alle Nährstoffe für die gesunde Entwicklung des Babys enthält. Kuhvollmilch sollte als Flaschennahrung im ersten Lebensjahr nicht gefüttert werden. Die Vollmilch enthält für den Säugling zu viel Eiweiß und Mineralstoffe und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Spurenelemente. Sie ist daher als Muttermilchersatz nicht geeignet. Bei der Gabe von Kuhvollmilch anstatt industrieller Säuglingsmilch besteht zudem die Gefahr eines Eisenmangels. Diese Risiko haben Kleinkinder nicht mehr.

Folgende Säuglingsmilchnahrungen gibt es:

  • Die Vorsilbe "Pre" kennzeichnet Säuglingsmilchnahrungen, die der Muttermilch am nächsten kommen. Sie sind dünnflüssig, sättigen wie Muttermilch und enthalten als Kohlenhydrat nur Milchzucker.
  • Die Ziffer "1" kennzeichnet Säuglingsanfangsnahrungen, die zusätzlich Stärke enthalten. Sie sind dadurch dickflüssiger und sättigen den Säugling länger, können aber auch leichter zu Überfütterung führen. Auch diese Milch kann von Geburt an gefüttert werden.
  • Mit der Ziffer "2" markiert ist die sogenannte Folgemilch. Sie unterscheidet sich in der Zusammensetzung wesentlich von der Säuglingsanfangsnahrung und sollte nicht vor dem 5. Monat gegeben werden. Eine Umstellung auf Folgemilch ist vom Prinzip her nicht notwendig.
  • Sollte das Baby allergiegefährdet sein, kann in Absprache mit dem Kinderarzt eine besondere allergenreduzierte Säuglingsnahrungen mit der Bezeichnung "HA" (hypoallergen) gegeben werden. Ein erhöhtes Allergierisiko haben Säuglingen, bei denen Vater, Mutter oder Geschwister von einer Allergie betroffen sind. Liegt eine derartige Indikation nicht vor, ist es keinesfalls nötig, vorbeugend auf "HA"-Nahrung auszuweichen.


Selberkochen von Säuglingsmilch

Das Selbstzubereiten ist nicht empfehlenswert, da der Nährstoffgehalt nicht so ausgewogen ist, wie bei der Fertigmilch. Nur durch eine sehr sorgfältige Zubereitung und genaue Dosierung kann das Risiko einer Magen-Darm-Infektion oder einer Fehlernährung vermieden werden.


Was tun, wenn das Baby an Blähungen leidet?

Ursache für Blähungen ist das Schlucken von Luft beim Trinken oder die Bildung von Gärgasen bei der Verdauung im Darm.

  • Beim Auflösen des Milchpulvers übermäßige Schaumbildung vermeiden.
  • Das Loch im Flaschensauger darf nicht zu groß sein. Bei umgekehrter Flasche soll ein Tropfen pro Sekunde herauskommen. Achten Sie darauf, dass der Sauger beim Füttern stets mit Milch gefüllt ist, damit das Baby keine Luft einsaugt.
  • Legen Sie beim Füttern 2 bis 3 Pausen ein und lassen Sie Ihr Kind zwischendurch aufstoßen. Und das Bäuerchen nach der Mahlzeit nicht vergessen.
  • Beim Stillen sollten Sie Ihr Baby nicht kurzzeitig an beiden Brüsten anlegen, sondern erst eine Brust leer trinken lassen. Sonst bekommt der Säugling im Verhältnis zur Fettaufnahme zu viel Milchzucker, der von Darmbakterien unter Gasbildung abgebaut wird.
  • Stillende Mütter sollten auf ihre Ernährung achten. Wird ein Zusammenhang zwischen dem Genuss eines Lebensmittels und den Blähungen des Babys beobachtet, verzichten Sie zunächst auf dieses Nahrungsmittel.
  • Ungesüßter Fenchel-, Kamillen- oder Beruhigungstee wirkt entkrampfend.
  • Eine zarte Bauchmassage mit Fenchelöl wirkt beruhigend.
  • Tragen Sie Ihr Baby bäuchlings und wiegen es hin und her. Das hilft sehr oft.


Und wann bekommt mein Baby Brei?

Etwa ab dem 5. Monat wird dem Baby Brei zugefüttert, denn spätestens nach einem halben Jahr, reichen die Nährstoffe der Muttermilch oder der Säuglingsmilch für das Baby nicht mehr aus.

Als ersten Brei gibt es einen "Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei". Am besten lernt das Baby die neuen Lebensmittel schrittweise kennen: Zur Gewöhnung an den Brei und an den Löffel (!), beginnen Sie am besten mit ein paar Teelöffelchen reinem Karottenbrei vor der Milchmahlzeit. Nach rund einer Woche kann man Kartoffeln und Fett hinzugeben und etwa eine weitere Woche später dann auch das magere, gekochte pürierte Fleisch. Ab dem 6. Monat ergänzen Sie den Babyspeiseplan mit anderen Gemüsesorten wie Fenchel, Kohlrabi, Blumenkohl oder Spinat. Anfangs sind besonders beim Gemüse die Fertiggläschen empfehlenswert, da sie kontrolliert niedrige Nitratgehalte haben. Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei versorgt das Baby mit Eisen, Zink, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen.

Ab dem 6. Monat gibt es dann den zweiten Brei - den Vollmilch-Getreide-Brei. Er enthält Haferflocken oder andere Vollkornprodukte für Säuglinge, Vollmilch und Obstsaft oder Obstpüree. Zucker, Nüsse oder andere Zutaten sind überflüssig. Der Brei liefert vor allem Calcium, Zink und B-Vitamine. Wichtig ist, dass für die Zubereitung Vollmilch verwendet wird. Rohmilch, Vorzugsmilch sowie fettarme oder Magermilch sind für Säuglinge nicht geeignet.

Ab dem 7. Monat steht auf Babys Speiseplan der milchfreie Getreide-Obst-Brei, der aus Vollkorngetreideflocken, Wasser, Obstmus und etwas Butter besteht. Besonders geeignet sind Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Aprikosen. Diese Früchte sind säurearm. Da Bananen sehr süß sind, sollten sie nur in Kombination mit anderen Früchten gefüttert werden.

Die restlichen beiden Milchmahlzeiten bekommt das Baby im ersten Lebensjahr noch mit der Flasche.


Ab wann isst unser Kind die Familienkost mit?

Etwa ab dem 10. Monat werden die Breimahlzeiten nach und nach ersetzt. Zum Frühstück kann das Kind nun statt der Morgenflasche schon Vollmilch aus der Tasse trinken und ein kleingeschnittenes Brot essen. Der Gemüse-Fleisch-Brei am Mittag wird nur noch zerdrückt und abends gibt es wieder Brot, Milch und Obst. Als Zwischenmahlzeit eignen sich Getreideflocken mit Obst, Gemüserohkost oder Brot.

Tipps:

  • Kochen Sie Brei auf Vorrat, füllen sie kleine Portionen in Plastikdöschen ab und frieren Sie den Brei einfach ein. Er bleibt bei -18°C etwa zwei Monate lang haltbar.
  • Heben Sie Breireste bitte nicht länger als einen Tag im Kühlschrank auf. Breireste, die warmgehalten wurden oder eine Weile bei Zimmertemperatur gestanden haben, sollten Sie Ihrem Baby nicht mehr geben. Es besteht sonst die Möglichkeit einer Magen-Darm-Infektion durch Keime.
  • Verzichten Sie darauf, die Speisen des Kindes zu würzen und zu salzen.
  • Vermeiden Sie blähende Gemüse wie Bohnen, Erbsen, Linsen und Kohl.
  • Achten Sie darauf, dass kleine harte Lebensmittel wie Nüsse für Kleinkinder nicht geeignet sind, da sie beim Verschlucken leicht in die Luftröhre geraten können.

 

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

ab dem 5. bis 7. Monat

25 bis 30 g mageres Schweine- oder Geflügelfleisch, 90 bis 100 g Gemüse (z.B. Karotten, Fenchel, Kohlrabi, Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli, Spinat), 50 bis 60 g Kartoffeln, 30 g Obstsaft, 10 g Rapsöl

Das Fleisch in wenig Wasser weich kochen, klein schneiden und pürieren. Das Gemüse waschen und klein schneiden, die Kartoffeln schälen und ebenfalls klein schneiden. Gemüse- und Kartoffelstückchen in wenig Wasser weich dünsten. Das pürierte Fleisch dazugeben und alles kurz aufkochen lassen. Den Obstsaft hinzufügen und den Brei pürieren. Zum Schluss das Rapsöl unterrühren.

Vollmilch-Getreide-Brei

ab dem 6. bis 8. Monat

200 ml Vollmilch 3,5 % Fett, 20 g Vollkornflocken, z.B. Haferflocken oder Grieß, 20 g Obstsaft oder Obstpüree

Die Vollmilch mit den Getreideflocken aufkochen. Etwas abkühlen lassen und dann den Obstsaft oder das Obstpüree unterrühren.

Getreide-Obst-Brei

20 g Vollkornflocken, 90 g Wasser, 100 g Obstpüree oder Obstsaft (Äpfel, Birnen, Pfirsich, Aprikose), 5 g weiche Butter

Vollkorngetreideflocken mit Wasser aufkochen. Abkühlen lassen und das Obstpüree oder den Obstsaft dazugeben und die weiche Butter unterrühren.

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Quelle: aid, FKE, DGE

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Letzte Änderung: 16.01.2007