In welchem Alter tritt Zöliakie auf?
Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten.
Klassisch ist der Ausbruch beim Säugling, wenn von der Muttermilch oder glutenfreier adaptierter Säuglingsmilch auf glutenhaltige Beikost umgestellt wird, also nach erstmaliger Fütterung von Getreideerzeugnissen wie Grieß, Haferflocken, Brot oder Keksen. Deshalb wird empfohlen, nicht zu früh mit Beikost zu beginnen und Säuglingen erst ab dem 5. Monat Getreideprodukte zu geben.
Immer häufiger tritt Zöliakie auch bei Erwachsenen auf. Diese Form bezeichnet man als einheimische Sprue. Die Häufigkeit liegt in Deutschland nach neuen Screening-Untersuchungen bei 1:100 - 1:200. Nur bei zehn bis zwanzig Prozent der Betroffenen liegt das Vollbild der Zöliakie vor. 80 bis 90 Prozent haben untypische bis keine Symptome und wissen oft nichts von ihrer Krankheit. Sicher ist, dass häufig eine genetische Veranlagung vorliegt, d.h. Zöliakie/Sprue tritt familiär gehäuft auf. Die Sprue kommt regional sehr unterschiedlich vor. In Europa ist das Auftreten sehr hoch, während bei Afrikanern, Japanern und Chinesen Sprue extrem selten ist.
Der englische Arzt Samuel Gee beschrieb 1888 als erster das Krankheitsbild der Zöliakie. Er bezeichnete die Krankheit als "coeliac affection". Hiervon leitet sich der deutsche Name Zöliakie ab. Der holländische Kinderarzt Dicke wies im Jahr 1950 nach, dass die Glutenunverträglichkeit die Ursache für die Zöliakie ist.
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