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Wie wird Zöliakie behandelt?

Die einzige Möglichkeit der Behandlung besteht im Verzicht auf die unverträglichen glutenhaltigen Lebensmittel.

Eine glutenfreien Ernährung bedeutet einen Verzicht auf sämtliche Erzeugnisse aus:

  • Weizen,
  • Roggen,
  • Dinkel,
  • Grünkern,
  • Gerste,
  • Hafer

sowie deren direkten botanischen Verwandten, zum Beispiel Wildreis.

Gluten ist sowohl in roher als auch in gegarter Form und bereits in kleinsten Mengen schädlich. Als Ersatz für Weizen- und Roggenbrot dient beispielsweise Brot aus Mais, Reis, Buchweizen oder reiner Weizenstärke. Die glutenfreie Ernährung muss nach heutigen Erkenntnissen lebenslang eingehalten werden. Dann kann die Darmschleimhaut sich wieder aufbauen und ihre wieder ihre volle Funktion aufnehmen. Die Symptome verschwinden je nach Ausprägung nach wenigen Tagen bis mehreren Wochen. Ein Nichtansprechen innerhalb von etwa zwei Monaten ist meist Folge von Diätfehlern.

Das Risiko einer Folgeerkrankung kann durch eine exakt eingehaltene dauerhafte Ernährungsumstellung auf ein normales Risiko herabgesetzt werden.


Milch und Milchprodukte

Zu Beginn der Behandlung muss auch die mangelnde oder unzureichende Nährstoffaufnahme im Dünndarm mitberücksichtigt werden. Je nach Ausmaß der Zottenatrophie besteht ein Mangel am Enzym Laktase, das für die Spaltung und Verdauung von Milchzucker zuständig ist. Daher sollte zunächst auf Milch und Milchprodukte verzichtet werden, da der Enzymmangel die ohnehin bestehenden Durchfälle und Blähungen noch verstärkt. Mit zunehmender Regeneration der Zotten normalisiert sich die Enzymaktivität, so dass Milch und Milchprodukte dann auch wieder vertragen werden.


MCT-Fette

Da bei einer Zöliakie insbesondere die Fettresorption beeinträchtigt ist, sollte zu Beginn der Therapie der Fettverzehr reduziert werden. Hierdurch wird der Heilungsprozess zwar nicht begünstigt, aber es kommt zu einer Verbesserung der Symptome wie Durchfall oder Blähsucht. Während der Phase in der die Fettausnutzung noch erheblich verringert ist, und damit der Energiebedarf nur unzureichend gedeckt wird, kann der teilweise Ersatz des Nahrungsfettes durch MCT-Fette den Fettstuhl mildern und die Energiebilanz verbessern. Meist funktioniert die Fettverdauung kurz nach der Behandlung wieder, so dass ein teilweiser Ersatz des üblichen, überwiegend aus langkettigen Fettsäuren bestehenden Nahrungsfetts durch Fette mit mittelkettigen Fettsäuren (MCT-Fette) nur erforderlich ist, wenn sich die Resorptionsstörungen nur verzögert zurückbilden.


Was sind MCT-Fette?

MCT ist die Abkürzung für "mittelkettige Triglyceride". Im Gegensatz zu den vorwiegend in unserer Nahrung vorkommenden langkettigen Fettsäuren, können MCT-Fette auch resorbiert werden, wenn die emulgierende Gallensäure oder die fettspaltenden Enzyme fehlen. Bei Fettresorptionsstörungen im Dünndarm ist es daher sinnvoll, einen Großteil der langkettigen Fettsäuren durch mittelkettige zu ersetzen, um eine ausreichende Fettversorgung zu gewährleisten.


Obst und Gemüse

In der Frühphase der Behandlung sollten oxalsäurereiche Obst- und Gemüsesorten gemieden werden. Oxalsäure entzieht Kalzium vor der Aufnahme in den Körper durch Bildung einer wasserunlöslichen Verbindung, die ungenutzt ausgeschieden wird. Da auf die Hauptkalziumlieferanten Milch und Milchprodukte zu Beginn der Behandlung ebenfalls verzichtet werden sollte, ist es zu empfehlen, alles zu vermeiden, was die Kalziumaufnahme zusätzlich behindern könnte.

Oxalsäurereich sind:

  • Rote Bete
  • Rhabarber
  • Spinat
  • Mangold
  • Nüsse
  • schwarzer Tee und Pfefferminztee

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Letzte Änderung: 16.01.2007