Gibt es typische Frauenkrankheiten?
Der weibliche Körper bildet Hormone und Eiweißstoffe, die einen gewissen Schutz vor Krankheiten bieten, deshalb sind Frauen bis zu den Wechseljahren vor vielen Krankheiten geschützt. Die "Frauenkrankheiten" hingegen sind bei ihnen häufiger.
Herzinfarkt ist Frauensache
Bis zum Alter von 65 Jahren sterben mehr als
dreimal so viele Männer an den Folgen der koronaren Herzkrankheit
als Frauen, danach allerdings zehn mal mehr Frauen als Männer.
Insgesamt liegt damit die Sterblichkeit durch
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen höher als bei Männern.
Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle sollte
bei Frauen spätestens mit Beginn der Wechseljahre erfolgen. Aber
auch jüngere Frauen mit Risikofaktoren wie Diabetes oder
Raucherinnen ist die Kontrolle anzuraten. Ein Cholesterin-,
Blutzucker- oder Harnzuckertest kann helfen, Risikofaktoren
aufzuspüren. Die Werte sollten in einem Blutdruckpass
dokumentiert werden.
Depression: Frauen outen sich eher als Männer
Frauen leiden zwei- bis dreimal häufiger
unter depressiven Störungen als Männer. Interessant: Bei Kindern
bekommen Jungen häufiger Depressionen als Mädchen. Das
Geschlechtsverhältnis ändert sich erst mit der Pubertät.
Gegen leichte depressive
Verstimmungszustände wirken Präparate mit Johanniskraut –
allerdings muss die Dosierung ausreichend sein.
Migräne
Migräne-Attacken befallen 32 Prozent der
Frauen und 22 Prozent der Männer. Eine reine Frauenkrankheit ist
Migräne also nicht, wie Laien vielfach annehmen. Bis zur Pubertät
sind beide Geschlechter noch gleich häufig betroffen.
Spannungskopfschmerzen treten bei Frauen und Männern mit 36
und 34 Prozent fast
gleich häufig auf.
Wichtig ist es, der Ursache auf den Grund zu
sehen: Hier hilft das Führen eines Kopfschmerztagebuches –
in Ihrer Apotheke erfahren Sie mehr dazu.
Zur Akuttherapie leichter Anfälle hilft das
Zurückziehen in ein ruhiges, dunkles Zimmer und die Einnahme
freiverkäuflicher Schmerzmittel sowie Medikamente gegen
Übelkeit.
Verstopfung: Hormone lähmen den Darm
Etwa jeder vierte leidet häufig oder
gelegentlich an Darmträgheit -Frauen klagen dabei etwa doppelt so
häufig wie Männer. Mit steigendem Alter nehmen die Beschwerden
zu.
Zu empfehlen ist das Führen eines speziellen
Tagebuches über mindestens einen Monat. Anhand dieser
Aufzeichnung kann Ihr Apotheker leichter entscheiden, ob ein
Arztbesuch angeraten werden muss oder einen Selbstmedikation
möglich ist.
Osteoporose: Knochenabbau nach den Wechseljahren
Etwa fünf bis sieben Millionen Menschen
leiden unter der Osteoporose. Rund 80 Prozent der Erkrankten sind
Frauen. Ab dem 50. Lebensjahr sind jede dritte Frau und jeder
sechste Mann betroffen und tragen somit das erhöhte Risiko, einen
Bruch zu erleiden.
Die Knochenmasse wird nur bis zum 30.
Lebensjahr aufgebaut. Zur Prävention der Osteoporose sollten
Frauen deshalb 1000 Milligramm Calcium täglich zu sich nehmen.
Falls dies mit der Ernährung nicht erreicht wird, sollte ab dem
25. Lebensjahr täglich einen Brausetablette mit 500 Milligramm
Calcium eingenommen werden. Ab dem 50.Lebensjahr sollten
zusätzlich Vitamin D (täglich 500 bis 1000 Internationale
Einheiten) eingenommen werden.
Unterstützend wirkte regelmäßige körperliche
Bewegung und eine Viertelstunde Sonne zwei- bis dreimal
wöchentlich. Schlecht sind phosphathaltige Fleisch- und
Wurstwaren, Süßigkeiten und Cola.
ABDA
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