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Schmerzen am Ohr

Womit entfernen Sie bei einem Kind einen Fremdkörper aus dem Ohr? Woran erkennen Sie eine Mittelohrentzündung und einen Ohrerguss?

Fremdkörper im Ohr

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder Fremdkörper in den Ohren haben. Bei klei­neren Kindern können dies Spielsachen sein, die sie sich entweder selbst oder die von einem Spielkameraden in das Ohr gesteckt worden sind. Darüber hinaus können aber auch kleinere Insekten in das Ohr fliegen, die aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen.

Hinweise auf einen solchen Fremdkörper sind Kitzeln im Ohr oder auch teilweise Taubheit.

Hinweise für Eltern

  • Wenn es sich um ein Insekt handelt, können Sie versuchen, das Tier mit warmem Wasser auszuspülen.
  • Lassen Sie Ihr Kind dafür den Kopf so auf die Seite legen, dass das betroffene Ohr oben ist.
  • Spülen Sie dann ausgiebig mit dem lauwarmem Wasser, bis das Insekt hinausgespült wird.
  • Handelt es sich um einen anderen Fremdkörper, können Sie mit einer Pinzette vorsichtig versuchen, diesen zu entfernen.

Wann zum Arzt?

  • "Werkeln" Sie nicht am Ohr Ihres Kindes herum. Hier besteht Verletzungsgefahr.
  • Lässt sich der Fremdkörper nicht mühelos entfernen, suchen Sie einen Arzt auf. Er kann eventuelle Hautverletzungen sofort behandeln.
  • Verbleibt der Fremdkörper im Ohr, droht die Gefahr einer Ohrentzündung. Hiervon spricht man dann, wenn sich im äußeren Gehörgang des Kindes eine Infektion befindet.
  • Infektionen des äußeren Gehörganges sind - wenn sie behandelt werden - meistens harmlos.

Mittelohrentzündung

Die häufigste Erkrankung der Ohren im Kindes­alter ist die Mittelohrentzündung. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der hinter dem Trommelfell gelegenen Mittelohrhöhle. Diese Form der Ohrenkrankheit kommt bei kleineren Kindern vor allem deshalb so häufig vor, weil die Erreger der Entzündung meist über den Rachen ins Ohr gelangen. Die Verbindung zwischen Ohr und Rachen, die sogenannte Eustachische Röhre ist aber bei Kindern besonders kurz. Die Erreger haben also relativ leichtes Spiel.

Symptome

Symptome für eine Mittelohrentzündung sind

Hinweise für Eltern

  • Zunächst sollten Sie versuchen, die Ohren­schmerzen Ihres Kindes zu lindern.
  • Hierzu können Sie zum Beispiel eine Wärmflasche mit lauwarmem Wasser füllen und Ihr Kind bitten das schmerzende Ohr darauf zu legen.
  • Dies sollten Sie allerdings nicht bei Babys tun, da diese noch nicht dazu in der Lage sind, die Flasche wegzu­stoßen, wenn sie ihnen zu heiß wird.
  • Ihrem Klein­kind können Sie stattdessen helfen, indem Sie ein angewärmtes Tuch gegen das betroffene Ohr halten.
  • Lassen Sie Ihr Kind inhalieren, entspre­chende Geräte gibt es in der Apotheke.
  • Hal­ten Sie ihm die Nase mit Nasentropfen oder -dosierspray frei, damit die Ohren gut belüftet werden und sich kein Erguss (Tubenkatarrh) bil­det.
  • Allerdings sollten Sie Nasentropfen oder – dosierspray auf keinen Fall länger als eine Woche ohne ärztliche Verordnung geben. Hier besteht die Gefahr einer Schädigung der Nasenschleim­haut.
  • Wenn die Schmerzen sehr stark werden, können Sie Ihrem Kind ein Schmerzmittel auf Paracetamol - Basis geben.
  • Achten Sie schließlich auf Eiterabsonderungen aus dem Ohr.

Wann zum Arzt?

  • Wenn Sie eine Mittelohrentzündung ver­muten, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
  • Er wird Ihr Kind mit einem Ohrenspiegel (Otoskop) untersu­chen und ihm gegebenenfalls ein Antibio­tikum verordnen.
  • Hat sich bereits ein Erguss gebildet, wird der Arzt darüber hinaus ein Medikament verschreiben, das zum Abschwellen dient, damit die Flüssigkeit über den Rachen abfließen kann.
  • Wenn dies alles nicht hilft, kann eine kleine Operation notwendig werden, in der Ihrem Kind ein sogenanntes Pau­kenröhrchen eingesetzt wird, das das Mittelohr dauerhaft belüftet. Das Pau­kenröhrchen fällt nach einigen Monaten von selbst ab. Solange es aber intakt ist, darf Ihr Kind nicht schwimmen gehen, und Sie sollten beim Haarewaschen dar­auf achten, dass kein Wasser ins Ohr kommt.

Ohrerguss (Tubenkatarrh)

Im Laufe einer Mittelohrentzündung kann es zu einem Erguss in der Eustachischen Röhre und im Mittelohr kommen. Man spricht in diesen Fällen von einem Tubenkatarrh. Mittelohrentzündungen haben große Flüssigkeitsmengen im Ohr zur Folge.

Wenn diese durch die Verbindung von Ohr und Rachen in Folge der Entzündung nicht abfließen kann, staut sie sich und führt zu einer starken Beeinträchtigung der Hörfähigkeit des Kindes. Teilweise kann dieser Effekt auch durch geschwollene Mandeln eintreten.

Wird er nicht behandelt, kann der Tubenkatarrh Schwerhörig­keit oder sogar die völlige Ertaubung des Kindes zur Folge haben.

Hinweise für Eltern

Prüfen Sie, ob Ihr Kind bei einer Mittelohrenzün­dung oder nach einer Erkältung schlechter hört. Halten Sie bei allen Erkältungskrankheiten die Nase des Kindes frei, um die Belüftung des Ohres zu sichern.

Wann zum Arzt?

Aufgrund der Gefährdung muss ein Kind mit Tubenkatarrh auf jeden Fall ärztlich behandelt werden.

Quelle: E. Esser: Medizin für Kinder GOVI-Verlag GmbH

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Letzte Änderung: 27.08.2003