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Verzerrte Straßenansicht

Manche Arzneistoffe beeinträchtigen das Fahrvermögen.
© DAK/Larissa Iden

Arzneimittel im Straßenverkehr

Für drei bis zehn Prozent aller Verkehrsunfälle sind Nebenwirkungen von Arzneimitteln verantwortlich oder tragen zumindest Mitschuld. Und das betrifft längst nicht nur starke, verschreibungspflichtige Medikamente. Besondere Vorsicht gilt, wenn mehrere Arzneimittel kombiniert eingenommen werden.

Augensalben und -tropfen

Augensalben, ölige Augentropfen oder Tropfen, die der Augenarzt bei einer Untersuchung einsetzt, beeinträchtigen das Sehvermögen. In jedem Fall erst dann wieder fahren, wenn klare Sicht herrscht.
Arzneimittel gegen einen erhöhten Augeninnendruck verengen die Pupille. In der Dämmerung oder nachts, wenn das Auge die Pupille weitet, um noch gut sehen zu können, führt die Arzneimittel-bedingte Engstellung zu Sehproblemen. Steht die ideale Dosierung für den Patienten, ist Autofahren aber dennoch möglich.

Antidepressiva und Mittel gegen Schizophrenie

Diese Arzneimittel wirken im Gehirn und können verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen, die die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Je nach Arzneimittel gilt das nur für die ersten Wochen der Einnahme, manchmal aber auch für die gesamte Dauer der Therapie.

Mittel gegen Epilepsie

Wer an Epilepsie leidet, muss mit einem Experten beraten, ob Autofahren möglich ist. Der Arzt berücksichtigt dabei sowohl das Anfallsleiden als auch die dagegen eingesetzten Medikamente.

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Hustenblocker

Mittel, die den Hustenreiz unterdrücken, beeinflussen zum Teil das Zentrale Nervensystem. Bei diesen Präparaten ist deshalb damit zu rechnen, dass das Fahrvermögen beeinträchtigt wird. Alkohol verstärkt diese Nebenwirkung.

Insulin und Tabletten gegen Diabetes

Sowohl Insulin als auch sogenannte Sulfonylharnstoffe können den Blutzucker zu tief absenken. In einer solchen Unterzuckerung ist das Reaktionsvermögen deutlich beeinträchtigt. Vor einer solchen Situation schützen sich Diabetiker, wenn sie vor jeder Autofahrt und auf längeren Reisen alle zwei Stunden ihren Blutzucker messen. Ins Auto gehört immer ein Vorrat an Traubenzucker, der im Ernstfall schnell für steigende Blutzuckerwerte sorgt.

Mittel gegen Muskelverspannung

Die eingesetzten Arzneimittel können beruhigend wirken. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zusätzlich weitere Arzneimittel mit beruhigender Wirkung eingenommen werden.

Mittel gegen Parkinson

Zur Krankheit gehört auch das Symptom Müdigkeit. Zudem können manche Arzneimittel bewirken, dass ein Betroffener plötzlich einschläft. Menschen, denen das bereits einmal passiert ist oder die plötzlich sehr schläfrig wurden, dürfen so lange kein Auto fahren, bis die Episoden plötzlicher Schläfrigkeit ausbleiben.

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Für alle Arzneimittel, die auf die Psyche wirken, ist vor allem in der Anfangsphase sowie in Kombination mit anderen Medikamenten äußerste Vorsicht geboten. Ganz wichtig: für die Dauer der Therapie auf Alkohol verzichten. Unter den Schlafmitteln gibt es auch kurz wirksame, die nur das Einschlafen erleichtern und deren Wirkung nicht mehr in den nächsten Morgen reicht. Auch pflanzliche Präparate beeinträchtigen das Autofahren nicht.

Schmerzmittel

Stark schmerzstillende Mittel können zu Benommenheit führen. Bei Menschen, die sogenannte Opioide brauchen, also Schmerzmittel, die sich von Morphin ableiten, muss die Dosierung individuell austariert werden. Dann steht dem Autofahren meist nichts im Weg.

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