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Alte Frau mit Beipackzettel

Im Beipackzettel stehen alle wichtigen Informationen.
© ABDA

Beipackzettel richtig lesen und verstehen

Eigentlich soll der Beipackzettel zum sachgerechten Umgang mit dem Arzneimittel beitragen und über eventuelle Risiken aufklären. Doch lesen Sie ihn auch vor der Einnahme des Arzneimittels? Und verstehen Sie die Flut von Fachwörtern, die Ihnen da entgegenschlägt? Falls ja, zählen Sie zu den rühmlichen Ausnahmen. In der Regel vertraut der Patient auf Arzt und Apotheker und ignoriert das Fachlatein.

Hier finden Sie einen Überblick über die einzelnen Abschnitte des Beipackzettels:

Name des Präparats

Am Anfang steht der Name des Medikamentes, als Warenzeichen mit einem ® gekennzeichnet. Der Zusatz "comp" oder "plus" bedeutet, mehrere Wirkstoffe sind in diesem Medikament kombiniert. "mono" heißt, es gibt nur einen Wirkstoff. Ergänzungen wie "mite" (mittel, meist die Hälfte der Dosierung von "forte") und "forte" (stark, hoch dosiert) geben Hinweise auf den Wirkstoffgehalt. Ebenso Zahlen wie 200 oder 400, die sich auf die Wirkstoffmenge pro Einnahme-Einheit beziehen. Die Ausdrücke "retard" oder "depot" findet man bei Medikamenten, deren Wirkstoff langsam freigesetzt wird. Also beispielsweise über den Tag verteilt.

Zusammensetzung

Hier werden die Wirkstoffe pro Tablette, Kapsel, Ampulle, Dragee, 100 Gramm Salbe oder 100 Milliliter Lösung beziehungsweise Saft angegeben. Unter "Weitere Bestandteile" sind die Hilfsstoffe aufgelistet, deren Kenntnis für allergisch reagierende Patienten eine wichtige Rolle spielen kann.

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Darreichungsform

Tabletten, Dragees, Kapseln, Ampullen, Tropfen, Sirup, Salbe, Gel etc. sind Beispiele verschiedener Arzneiformen.

Anwendungsgebiete

Es werden Krankheiten aufgeführt, bei denen Ihr Medikament erfolgreich wirkt. Diese Aufzählung ist nicht immer vollständig, so dass Sie auf Anraten des Arztes das Medikament auch einnehmen sollten, wenn Ihr Leiden nicht unter den Anwendungsgebieten zu finden ist. Manchmal finden Sie an dieser Stelle auch den gleichbedeutenden Ausdruck "Indikation".

Gegenanzeigen

Achten Sie darauf, ob die hier aufgeführten Umstände oder Krankheiten bei Ihnen vorliegen. In diesem Fall sollten Sie Rücksprache mit dem Arzt halten. Die Einnahme des Medikamentes sollte nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung erfolgen.

Warnhinweise / Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei der Anwendung Ihres Medikamentes gibt es Besonderheiten: Enthält es beispielsweise Alkohol, sollte es von Kindern und Schwangeren nicht eingenommen werden. Oder das Medikament kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, so dass die aktive Teilnahme am Straßenverkehr vermieden werden sollte.

Nebenwirkungen

Es können die hier aufgelisteten unerwünschten Wirkungen auftreten, meistens aber mit geringer Wahrscheinlichkeit. Falls Sie doch irgendwelche Beschwerden während der Einnahme bei sich feststellen, sprechen Sie mit dem Arzt darüber. Es kann sich dabei nicht nur um Unverträglichkeiten, sondern auch um Symptome anderer Krankheiten handeln.

Wechselwirkungen

Es gibt Arzneimittel oder Lebensmittel, die sich mit Ihrem Medikament nicht vertragen. Lesen Sie diesen Abschnitt genau und prüfen Sie, ob entsprechende Störungen bei Ihnen auftreten können. Fragen Sie im Zweifel Ihren Apotheker um Rat und teilen Sie ihm mit, welche anderen Medikamente Sie noch einnehmen. Auch der Arzt sollte darüber informiert werden.

Dosierungsanleitung / Art und Dauer der Anwendung

Falls Ihnen Ihr Arzt keine anderen Angaben gemacht hat, können Sie hier nachlesen, wie, wann, wo, wie viel, wie oft und wie lange Ihr Medikament eingenommen oder angewendet werden sollte.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn die Einnahme vergessen wurde oder doppelt erfolgt ist? Unter dieser Rubrik steht, was zu tun ist.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit

Hier finden Sie Hinweise zur Aufbewahrung und wie lange das Medikament aufbewahrt beziehungsweise verwendet werden kann. Augentropfen sollten beispielsweise nach Anbruch nicht länger als vier bis sechs Wochen angewendet werden. Manche Medikamente wie Insulin sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, andere wiederum vor Licht geschützt. Medikamente, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist, sollten Sie überhaupt nicht mehr anwenden. Denken Sie daran, Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

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