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Kapseln

Auch wenn pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln angeboten werden, sind sie rechtlich gesehen keine Arzneimittel.
© DAK/Schläger

Hauptsache pflanzlich?

Knoblauch-Kapseln, Soja-Pillen, Ginseng-Saft – pflanzliche Mittel zur Selbstbehandlung sind bei Verbrauchern besonders beliebt. Worin sie sich unterscheiden und ob sie jedermann bedenkenlos einnehmen kann, wissen viele jedoch nicht.

Bei pflanzlichen Gesundheitsprodukten zur Selbstbehandlung sind zwei Klassen zu unterscheiden. Zum einen gibt es die pflanzlichen Arzneimittel, die dem Arzneimittelgesetz und damit strengen Richtlinien unterliegen. Sie erhalten nur dann eine Zulassung, wenn ihre Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität in kontrollierten Studien nachgewiesen wurde. Ihre Sicherheit überwachen die Behörden fortlaufend.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel

Neben diesen pflanzlichen Arzneimitteln gibt es eine immer größere Zahl von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln (NEM). Auch wenn sie in Form von Kapseln, Ampullen, Saft oder Pulver angeboten werden und damit wie Medikamente aussehen – sie sind rechtlich gesehen keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel und unterliegen somit nicht dem Arzneimittelgesetz. Da sie nicht den Status eines Arzneimittels haben, dürfen ihre Hersteller auch keine Aussagen über die Beseitigung oder Linderung von Krankheiten damit verknüpfen. Ein Satz wie "Dieses Pulver therapiert Blasenentzündungen" wäre daher verboten, ein Satz wie "Dieses Pulver unterstützt die Blasenfunktion" hingegen erlaubt.

Klassischerweise werden Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen eingenommen, in der Regel handelt es sich daher bei den meisten Produkten um Präparate mit Vitaminen und Spurenelementen. Zum Schutz der Verbraucher müssen auf der Verpackung eines solchen Nahrungsergänzungsmittels, das Vitamine und Spurenelemente enthält, genaue Angaben zu den Inhaltsstoffen und zur maximalen Tagesdosis genannt sein.

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Angaben zur Zusammensetzung wichtig

Anders ist es bei Nahrungsergänzungsmitteln, die Pflanzenwirkstoffe enthalten. Da es für diese Gruppe der Nahrungsergänzungsmittel bislang keine verbindlichen Deklarationsvorgaben gibt, enthalten manche Produkte keine Angaben über die verwendete Stammpflanze, die Zusammensetzung oder Dosierung von Inhaltsstoffen und Angabe über die einzunehmende maximale Tagesmenge. Je nach Gesundheitszustand des Verbrauchers sind diese Angaben jedoch sehr wichtig.

Um Verbrauchern in Zukunft mehr Sicherheit und Orientierung bei der Wahl pflanzlicher Mittel zu bieten, hat eine Expertengruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Hahn vom Institut für Lebensmittelwissenschaft der Leibniz Universität Hannover einen Leitfaden zur sachgerechten Deklaration von Nahrungsergänzungsmitteln mit pflanzlichen Inhaltsstoffen herausgegeben. Doch auch wenn es bald mehr Transparenz auf der Verpackung geben sollte, so empfiehlt sich generell vor dem Kauf solcher Mittel eine Beratung in der Apotheke. Hier kann man sich über die verwendeten pflanzliche Wirkstoffe und die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Einnahme genau informieren.

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