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Insulin-Pen

Sauberkeit ist das A und O.
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Selbst spritzen: Keine Angst

Manche Patienten fühlen sich verunsichert, wenn sie sich selbst Arzneimittel spritzen müssen. Hygiene spielt eine wichtige Rolle, um Komplikationen zu verhindern.

Etwa 7,5 Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland benötigen Medikamente, die sie sich selbst spritzen müssen. Dies fand das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. heraus. Diejenigen, die dies regelmäßig tun, haben damit meist keine Probleme. "Diabetiker, die sich dauerhaft Insulin spritzen, sind oft gut geschult", weiß Apotheker Dr. Wolfgang Kircher. "Andere Patienten spritzen sich nur vorübergehend ein Medikament, beispielsweise Heparin gegen Blutgerinnsel. Sie sollten sich unbedingt in der Apotheke die richtige Spritztechnik zeigen lassen", rät das Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.

Sauberkeit ist hierbei das A und O. "Die Hygiene spielt eine große Rolle, denn das Arzneimittel muss steril bleiben", erklärt Kircher. Vom Patienten selbst gespritzt werden vor allem Wirkstoffe, die aus Eiweißen bestehen. Hierzu zählen zum Beispiel Insulin für Diabetiker, aber auch das Heparin gegen Blutgerinnsel oder Antikörper, die Bestandteil einer Krebstherapie sein können.

Fünf Tipps für das Selbstspritzen

  • Fragen Sie Ihren Apotheker oder Arzt, wie die Selbstinjektion bei Ihnen funktioniert.
  • Wählen Sie keine Stelle aus, an der die Haut verletzt oder gerötet ist.
  • Spritzen Sie sich nicht in den Nabel.
  • Pikser in den Bauch oder Oberschenkel tun weniger weh als solche in den Oberarm.
  • Injizieren Sie sich auf keinen Fall unvollständig gelöste Arzneimittel.

Es muss nicht wehtun

Spritze ist aber nicht gleich Spritze. Je nach Wirkstoff werden Arzneimittel zur Selbstinjektion meist in das Fettgewebe unter der Haut gespritzt. Subkutan nennen dies die Fachleute. Oder man injiziert sie in den Muskel, was fachsprachlich intramuskulär heißt.

Dies muss nicht wehtun, weiß Kircher. "Der Patient kann selbst beeinflussen, wie schmerzhaft eine Injektion ist. Die Schmerzen sind gering, wenn die Kanüle nach jeder Injektion ausgetauscht, die Injektionslösung auf Raumtemperatur erwärmt und langsam injiziert wird." Auch die verwendete Hautstelle spielt eine Rolle. So tut zum Beispiel eine subkutane Injektion in den Bauch oder Oberschenkel weniger weh als solche in den Oberarm. Es gibt zudem Injektionshilfen, die das Spritzen erleichtern und das Risiko, sich zu verletzen, mindern.

Manchmal muss man selbst mischen

Nicht immer liegt das Medikament bereits in flüssiger Form vor. Trockene Arzneimittel löst der Patient vor der Anwendung in spezieller Flüssigkeit auf. Diese spritzt er durch den Gummistopfen einer Durchstechflasche, in der sich das Wirkstoffpulver befindet. Um Infektionen zu vermeiden, empfehlen Experten wie Kircher diesen Stopfen vorher zu desinfizieren. Entsprechende Produkte dafür bietet die Apotheke an.

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Den Flüssigkeitsstrahl des Lösungsmittels richtet man nicht direkt auf das getrocknete Pulver, sondern auf die Wand der Flasche. Dabei die Flasche langsam drehen. Erst wenn die Flüssigkeit das gesamte Pulver benetzt hat, darf man die Flasche vorsichtig rollen. Kircher: "Patienten sollten sich das richtige Auffüllen mit Wasser unbedingt vom Apotheker erklären lassen. Auf keinen Fall darf man sich nicht vollständig gelöste Arzneimittel spritzen."

Viele Arzneimittel, die sich der Patient selbst injizieren kann, müssen kühl aufbewahrt werden. Je nach Präparat gelten unterschiedliche Lagerungsvorschriften. Der Apotheker gibt gerne darüber Auskunft, welche Regel für welches Arzneimittel gilt.

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