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Tablettenteiler

Apotheker erklären Ihnen gerne den Tablettenteiler.
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Darf man Tabletten teilen - ja oder nein?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Patienten ihre Tabletten teilen wollen oder müssen. In erster Linie lässt sich damit die Dosis des eingenommenen Wirkstoffes vermindern. Es darf aber nicht jede Tablette geteilt werden. Wann und wie es geht, lesen Sie hier.

Das Teilen von Tabletten kann zum Beispiel bei älteren Patienten oder Kindern notwendig sein, wenn es das gewünschte Arzneimittel nicht in einer niedrigeren Dosierung gibt. Außerdem haben viele Patienten Probleme beim Schlucken großer Tabletten. Und nicht zuletzt kann das Teilen von Tabletten Kosten senken: Manche Medikamente sind in doppelter Dosierung wesentlich günstiger als in einfacher Stärke.

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Nicht jede Tablette darf geteilt werden

Experten wie Apotheker Dr. Wolfgang Kircher raten jedoch davon ab, einfach drauflosteilen. "Bitte Tabletten nur dann teilen, wenn dies im Beipackzettel ausdrücklich erlaubt ist. Fehlt diese Information, vor dem Teilen in der Apotheke fragen", warnt das Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.

Teilt ein Patient trotzdem Tabletten, kann dies die Wirkung des Arzneimittels verändern. Kircher: "Auch bei identischem Wirkstoff kann die Teilbarkeit von Präparaten verschiedener Hersteller unterschiedlich sein. Patienten sollten sich beim Apotheker erkundigen, wenn sie wegen eines Rabattvertrags ein anderes Präparat bekommen als gewohnt."

Mehr als 18 Millionen gesetzlich Versicherte benötigen jedes Jahr rezeptpflichtige Tabletten, die nicht geteilt werden dürfen. Diese Zahl ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. In der Regel spricht nichts gegen das Teilen einer Tablette, wenn diese eine oder mehrere Bruchrillen besitzt. Aber das ist keine Garantie: In Einzelfällen gibt es laut Kircher sogenannte "Schmuckkerben". Diese dienen nur dazu, Tabletten besser unterscheiden zu können.

Der Tablettenteiler hilft

Bei Tabletten ohne Bruchkerbe oder solchen, die sich trotz Kerbe nur schlecht halbieren lassen, hilft ein Tablettenteiler. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker die korrekte Handhabung dieses Hilfsmittels zeigen, damit er die Tabletten genau in der Mitte teilt, ohne dass viel Bruchstaub entsteht. Küchenmesser, Scheren oder Ähnliches eignen sich nicht. Mit ihnen erhält man meist ungleich große Stücke, und schlimmstenfalls verletzt man sich damit noch.

Mehrere Gründe sprechen dagegen, bestimmte Tabletten zu zerkleinern. Bei sehr kleinen Exemplaren lassen sich die Minibruchstücke nicht mehr gut fassen. Apotheker raten vom Teilen auch ab, wenn die Tabletten nur geringe Mengen eines Wirkstoffs aufweisen. Er verteilt sich nicht immer gleichmäßig in der Tablette. Gleich große Bruchstücke könnten deshalb verschiedene Konzentrationen an Wirkstoff enthalten.

Einige Tabletten sollen sich im Körper erst verzögert auflösen. Pharmazeuten bezeichnen dies mit dem Fachwort "retardiert". Dies gelingt mit einem speziellen Überzug auf der Oberfläche. Zerbricht eine solche Tablette, löst sich der Wirkstoff schneller als gewünscht. Gleichzeitig nimmt die Wirkdauer des Arzneistoffes ab. Bei anderen Tabletten soll der Überzug verhindern, dass Licht, Sauerstoff oder Feuchtigkeit die enthaltenen Wirkstoffe verändern. Auch hier raten Apotheker vom Teilen ab. Dieser Film kann auch einen bitteren Geschmack überdecken. Eine zerteilte Tablette schmeckt dann nicht so gut.

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