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Frau meditiert

Fasten soll Körper und Geist erfrischen.
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Wenn Fasten heilen hilft

"Fasten ist ein vortreffliches Mittel zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit." Bereits 550 vor Christus empfahl Pythagoras, ein griechischer Philosoph, Astronom und Mathematiker, seinen Mitmenschen die "innere Reinigung". Auch heute, noch mehr als zwei Jahrtausende später, fasten viele Menschen. "Wer richtig fastet, fühlt sich fit", behaupten sie.

Allerdings kann nicht jeder fasten. Kinder, die sich im Wachstum befinden, sowie schwangere und stillende Frauen sollten regelmäßig und ausgewogen essen. Übergewichtige Menschen können durchs Fasten allein nicht abnehmen. Sie brauchen eine Diätberatung. Sie können das Fasten allerdings als Einstieg für die Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten nutzen.

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Nichts essen belastet den Organismus. Der Kreislauf ist nicht mehr so stabil wie sonst. Denk-, Merk- und Reaktionsvermögen können sich verschlechtern. Wer mit diesen "Nebenwirkungen" zu kämpfen hat, sollte sich so weit als möglich schonen und auch mit dem Arzt Rücksprache halten. Ganz wichtig, bevor es losgeht: Lassen Sie vor der Fastenkur Herz und Kreislauf beim Arzt durchchecken.

Chronisch Kranke oder Menschen, die keine Gewichtsreserven haben, sollten nur unter ärztlicher Anleitung fasten, am besten in einer Klinik. Gesunde Menschen können es zu Hause versuchen.

Beim ersten Mal eignet sich das so genannte Gruppenfasten. Im Austausch mit anderen kann man über die Probleme der Nahrungskarenz sprechen. Gleichzeitig wird man zum Durchhalten motiviert.

Urlaub für den Darm

Durchs Fasten werden Verdauungsapparat und innere Organe entlastet. Leistungsfähigkeit und Selbstwertgefühl steigen. "Man hat viel Zeit zum Nachdenken und kommt zur Ruhe. Ungeahnte Kräfte werden wach, und man entwickelt den Mut, Dinge zu verändern", sagen im Fasten erfahrene Menschen. Diese Ziele erreichen Sie allerdings nur, wenn Sie sich an einen sogenannten Fastenplan halten. Das heißt, bevor es losgeht, gibt es einen Tag nur Obst oder Rohkost (etwa 1,5 Kilogramm).

Der erste Fastentag beginnt mit einer Darmentleerung durch Glaubersalz oder durch einen Einlauf. Fragen Sie in Ihrer Apotheke danach. Von diesem Zeitpunkt an werden bis zum Aufbautag nur Flüssigkeiten getrunken. Entweder nur stilles Wasser, Früchte- oder Kräutertee oder zusätzlich auch Obst- und Gemüsesäfte.

Nach fünf Tagen (die Zeit kann individuell verlängert werden) darf wieder gegessen werden. Man beginnt mit zwei Aufbautagen, an denen man nur leichte Kost zu sich nimmt. Am ersten Aufbautag kann man beispielsweise einen Apfel, Kartoffelsuppe, Gemüsesuppe und Knäckebrot essen. Am zweiten Aufbautag darf es auch gekochtes Gemüse, Karottenrohkost, Knäckebrot und Joghurt sein. Wichtig ist, dass Sie langsam essen und gut kauen.

Den Körper entlasten

Wer beruflich oder privat sehr beansprucht ist und sich eine Fastenwoche als Auszeit deshalb nicht leisten kann, kann Entlastungstage einlegen. Einmal die Woche nur Obst oder Rohkost zu essen, hat sich bewährt. Alternativ profitiert der Organismus auch von zuckerfreier, alkoholfreier oder reduzierter Kost. Wer früh zu Abend isst, entlastet außerdem das Verdauungssystem und kann besser schlafen.

Ob man dadurch abnimmt, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Pfunde purzeln auf jeden Fall, wenn das Abendessen gelegentlich ganz ausfällt. Aber nur, wenn bei den anderen Mahlzeiten nicht mehr als sonst verzehrt wird.

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