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Familie beim Frühstück

Ein gesundes Frühstück ist der beste Start in den Tag.
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Viele essen nicht so gesund, wie sie glauben

Ein Großteil aller Deutschen glaubt, sich gesund zu ernähren. Stimmt nicht, sagen Fachleute und geben Tipps, wie man es richtig macht.

Koch-Shows erfreuen sich großer Beliebtheit. Kochkurse erleben einen Boom. Eigentlich müssten die Deutschen wissen, wie man sich gesund ernährt. In der Tat sind 86 Prozent aller Frauen und Männer der Ansicht, dass sie sich überwiegend gesund ernähren. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest.

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Es besteht dringender Handlungsbedarf

Doch diese Selbsteinschätzung stimmt mit der Realität nicht überein. "Zwei Drittel aller Männer und die Hälfte aller Frauen sind übergewichtig. Das begünstigt Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Krebs. Es besteht dringender Handlungsbedarf", erklärte Professor Dr. Karlheinz Schmidt, wissenschaftlicher Beirat der neu gegründeten "Initiative Zukunft Ernährung e. V.", die in München vorgestellt wurde, und die über gesunde Ernährung aufklären will. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören 16 Experten aus Medizin, Wissenschaft und Sport, aber auch Prominente wie Nina Ruge oder der Koch Holger Stromberg.

Das Thema gesunde Ernährung sei zwar in der Bevölkerung angesagt, aber es fehle an Basiswissen über Lebensmittel und Ernährungsmedizin. Viele hätten keine Lust zum Kochen. "40 Prozent der Deutschen bereiten ihre Mahlzeiten nie mit frischen Produkten zu", sagte Schmidt. Er betonte, dass die Deutschen nicht nur zu viel, sondern auch das Falsche essen. Sie erreichten die empfohlenen Tagesmengen an Obst und Gemüse oft nicht.

Initiative Zukunft Ernährung e. V.

Die Initiative Zukunft Ernährung e. V. erreicht man über info@zukunft-ernaehrung.de, im Internet findet man sie unter www.zukunft-ernaehrung.de.

Auf die Inhaltsstoffe achten

Gesunde Ernährung beginnt auch schon beim Einkauf. Dabei wird zunehmend auch zu Bio-Produkte gegriffen. Doch nicht alles, was in Bioläden verkauft werde, sei auch tatsächlich gesund, heißt es in einer Presseveröffentlichung der Initiative Zukunft Ernährung. Längst hätten auch Tütensuppen, Weißmehlprodukte und Fertiggerichte in Bioregale Einzug gehalten. Schmidt rät, vor allem zu frischen, ökologisch erzeugten und gering verarbeiteten Lebensmitteln zu greifen.

Lieber zweimal hinzusehen und auf die Inhaltsstoffe zu achten, empfahl auch Sternekoch Stromberg. Nach seiner Ansicht sollten beispielsweise eher schlichte Haferflocken im Einkaufswagen landen als industriell verarbeitete Crunch-Müslis. "Naturjoghurt ist besser als ein zuckerhaltiger Bio-Joghurt." Prinzipiell aber haben Bio-Lebensmittel schon ihren Wert. Schmidt betonte, dass frische Bioprodukte kaum Pestizid-Rückstände aufweisen, mehr bioaktive Stoffe enthalten und besser schmecken.

Claudia Nöllke

Das sollten Sie pro Tag etwa essen:

  • Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln: Vollkornprodukte bevorzugen: ca. vier bis fünf Scheiben Brot (200 Gramm). Drei bis vier Kartoffeln (200 Gramm) oder Reis oder Nudeln (je 50 Gramm ungekocht).
  • Gemüse, Hülsenfrüchte: Jeweils mindestens eine Portion Gemüse (ca. 150 Gramm) und Rohkost/Salat (ca. 75 Gramm).
  • Obst: Mindestens 150 Gramm täglich, möglichst roh (ca. zwei kleine Äpfel).
  • Getränke: 1 bis 1,5 Liter, möglichst kalorienarm; zum Beispiel Tee (ungezuckert), Mineralwasser, verdünnte Obstsäfte.
  • Milch, Milchprodukte: Mindestens 1/4 Liter Milch und ein bis zwei Scheiben Käse; Austausch: Buttermilch, Kefir, Joghurt, Quark.
  • Fisch: Möglichst zwei Fischmahlzeiten pro Woche.
  • Fleisch, Wurst, Eier: 2 bis 3 mal pro Woche 1 Portion Fleisch reicht aus. Bevorzugen Sie mageren Aufschnitt. Höchstens 3 Eier pro Woche.
  • Fett: Möglichst nur ca. 30 Gramm Streich- oder Kochfett täglich (z.B. jeweils ein Esslöffel Butter oder Pflanzenöl). Weitere 40 Gramm nimmt man als versteckte Fette in Wurst, Käse oder Kuchen zu sich.

Diese Zusammenstellung entspricht etwa 1800 Kilokalorien.

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