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Zuckerwürfel

Nicht jeder Zucker wirkt im Körper gleich.
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Das Zucker-ABC

Ob in Lebensmitteln oder als Koch- und Backzutaten. Heute gibt es nicht mehr nur eine Zuckerart, sondern eine Vielzahl. Wir stellen sie vor und sagen, wie sie den Blutzucker im Einzelnen beeinflussen.

Fruchtzucker, Fructose

Bei ihm handelt es sich um einen sogenannten Einfachzucker, also um einen Zucker, der aus einem einzelnen Zuckerbaustein besteht. Im Gegensatz zu Haushalts- und Traubenzucker benötigt der Körper kein Insulin, um Fruchtzucker zu verarbeiten. Der Blutzucker steigt mittels Fruktose nur langsam an, was für Diabetiker günstig ist. Dennoch sollte man speziell mit Fruktose gesüßte Lebensmittel nicht bevorzugt konsumieren, weil bei übermäßigem Genuss bestimmte Blutfette, die Triglyceride, ansteigen können. In den für eine gesunde Ernährung empfohlenen zwei bis drei Handvoll Obst pro Tag schadet Fruktose aber nicht.

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Haushaltszucker, Saccharose

Bei der Saccharose handelt es sich um einen Zweifachzucker. Die kleinsten Teile dieser Zuckerart bestehen aus zwei Bausteinen – einem Glukose- und einem Fruktose-Element. Saccharose geht relativ schnell in die Blutbahn über, wirkt also einer Unterzuckerung entgegen. Allerdings hilft sie nicht so schnell wie reiner Traubenzucker. Haushaltszucker findet sich auch in Vanillezucker, Gelierzucker und Sirup.

Honig

Honig besteht vor allem aus Fruchtzucker (27 bis 44 Prozent), Traubenzucker (22 bis 41 Prozent) und Wasser (etwa 18 Prozent). Honig eignet sich für die allgemeine Ernährung von Diabetikern nicht so gut, weil der darin enthaltene Traubenzucker rasch in die Blutbahn gelangt und den Blutzucker hochtreibt. Im Falle einer Unterzuckerung lässt sich jedoch mit Honig gegensteuern. Der Effekt setzt allerdings langsamer ein als nach dem Verzehr von Traubenzucker.

Invertzucker oder Maissirup

Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus gleichen Teilen Traubenzucker und Fruchtzucker. Es kommt in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Seine Vorteile: Er kristallisiert nicht so leicht aus wie Haushaltszucker, und er schmeckt milder. Für Diabetiker gilt jedoch: Industriell gefertigte Lebensmittel, die gesüßt sind, sollten auf dem Speiseplan die Ausnahme bleiben.

Milchzucker, Laktose

Dieser in jeder Milchsorte und Milchprodukten vorkommende Zucker besteht in seiner kleinsten Einheit aus je einem Teil Glukose, also Traubenzucker, und einem Teil Galaktose. Es handelt sich um einen Zweifachzucker. Er eignet sich nicht, um Unterzuckerungen zu beheben, weil er den Blutzucker nur relativ langsam anhebt. Damit der Darm Laktose aufspalten kann, befindet sich in der Dünndarmschleimhaut das Enzym Lactase. Allerdings nicht bei jedem Menschen: So kann die Mehrzahl der Weltbevölkerung Milchzucker nach dem Säuglingsalter nicht mehr optimal verwerten. Die Symptome: Durchfall und Blähungen. Als Therapie bleibt allerdings nicht nur der Verzicht, denn das Enzym Lactase kann als Tablette eingenommen den körpereigenen Mangel ausgleichen.

Stärke

Auch Stärke ist ein Zucker. Er unterscheidet sich von den bislang genannten Zuckerarten durch die Zahl der aneinandergeknüpften Zuckermoleküle. Sehr viele Traubenzuckerbausteine bilden in der Stärke lange Ketten. Das hat Vorteile für Diabetiker: Weil es im Darm einige Zeit dauert, bis der Körper die Stärke - ketten in einzelne Bausteine spaltet, steigt der Blutzucker beim Genuss stärkehaltiger Lebensmittel nicht so rasch an. Am besten eignen sich für einen gleichmäßigen Blutzuckerverlauf stärkehaltige Produkte aus Vollkornmehl.

Traubenzucker, Glukose, Dextrose

Bei Glukose, umgangssprachlich Traubenzucker genannt, handelt es sich um einen Einfachzucker. Er besteht nur aus einem Baustein. Er ist der für den Körper am schnellsten verwertbare Zucker. Glukose muss er im Darm nicht erst aufspalten. Er gelangt ohne Zeitverlust in die Blutbahn. Für Diabetiker bei Unterzuckerungen entscheidend: Mit Glukose gelingt es, den Blutzucker rasch wieder in den Normbereich zu bringen. Vom Glukosebaustein existiert in der Natur eine Spiegelbild-Variante, die Dextrose.

Sorbit, Isomalt, Laktit, Mannit, Maltit, Polydextrose, Xylit

Diese Zuckeraustauschstoffe entstehen industriell aus Haushaltszucker. Ihr Vorteil: Sie heben den Blutzuckerspiegel nur ganz langsam an, und der Körper braucht für ihre Umsetzung nahezu kein Insulin. Ihr Nachteil: Wer zu viel davon in Süßigkeiten konsumiert, kann Durchfall und Blähungen bekommen.

Apothekerin Isabel Weinert

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