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Bewegung bei Diabetes: ohne Spaß kein Durchhalten

"Am Anfang steht der Spaß." Unter dieses Motto kann man das Bemühen stellen, mit mehr Bewegung mehr Gesundheit zu erlangen. Gewicht zu verlieren, ist dabei oft nur ein (gewünschter) Nebeneffekt.

Gymnastikübung

Bewegung wirkt Wunder bei erhöhten Blutzuckerwerten.
© DAK

Körperliche Tatendrang muss nicht unbedingt das Schwinden überflüssiger Pfunde zur Folge haben, trotzdem überwiegen die Vorteile: Von zwei gleich schweren Menschen ist meist der deutlich gesünder, der sich regelmäßig bewegt. Abnehmen ohne Sport bringt in punkto Gesundheit oft einen deutlich geringeren Nutzen.

Das gilt gerade bei Diabetes: Gut eingestellte und erfahrene Diabetiker können sich oft mehr bewegen, als sie sich selbst zutrauen. Dabei bedeutet Bewegung nicht automatisch Sport. Abhängig von Intensität, Umfang und Zielstellung unterscheidet man eine Sport- von einer Bewegungstherapie. Zu Letzterer zählen zum Beispiel Übungen mit dem Theraband, Atemtherapie und Tai-Chi. Bewegungsarten, die auch ungeübten Menschen helfen, sich dem Sport vorsichtig anzunähern.

Die passende Sportart finden

Nach Körpergewicht, Herzgesundheit und etwaigen Folgeschäden des Diabetes richtet sich das Spektrum in Frage kommender Sportarten. Menschen mit überschüssigen Kilos fühlen sich oft im Wasser wohl: bei Aquaaerobic, Aquajogging oder Aqua-Qui-Gong zum Beispiel. Durch den Druck des Wassers wird das Blut besser zum Herzen geführt, und der Auftrieb entlastet die Gelenke.

Daneben eignet sich auch Nordic Walking gut. Das Schreiten mit Stöcken entlastet den Bewegungsapparat, fördert eine aufrechte Körperhaltung sowie die Ausdauer, stärkt Rücken- und Schultermuskulatur und trainiert 85 Prozent aller Muskeln des Körpers. Der Kalorienverbrauch liegt 50 Prozent über dem beim Walking ohne Stöcke.

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Empfehlenswert sind außerdem Krafttraining und Radfahren. Das Hantieren an Geräten verändert Blutfettwerte und Fließeigenschaften des Blutes positiv. Radfahren schont die Gelenke. Die Devise beim Radeln: leicht und lang, will heißen, ein ruhiges Tempo bei einer mittleren bis hohen Trittfrequenz fahren. Wer so in die Pedale tritt, sorgt dafür, dass ausreichend Gelenkschmiere gebildet wird.

Beachten Sie, dass der Zucker nach dem Sport noch bis zu 24 Stunden unabhängig von Insulin aus dem Blut in Muskelspeicher transportiert wird. Das bedeutet: Zu hohe Werte beim Blutzuckermessen nicht voreilig mit Insulin korrigieren, sondern mittels Folgemessungen erst einmal kontrollieren, ob der Blutzucker nicht von selbst wieder sinkt.

Am Anfang steht ein Gesundheitscheck

Wer lange keinen Sport mehr betrieben hat, dem gibt ein Gesundheitscheck beim Arzt Auskunft, ob und wie intensiv er loslegen kann. Dabei stehen zum Beispiel ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG auf dem Programm, um Gefäßverengungen am Herzen, Herzrhythmusstörungen oder Nervenschäden am Herzen nachzuweisen. Daneben gehören Augen, Nieren, Füße und Nerven auf den Prüfstand, bei stark übergewichtigen Personen auch die Lunge.

Für Menschen mit einer durch den Diabetes bedingten Nervenschädigung, einer sogenannten Neuropathie, eignen sich Radfahren oder Schwimmen. Wenn man Krafttraining betreiben möchte, dann eher solches, das den Oberkörper stärkt. Achtung bei einer autonomen Neuropathie! In diesen Fällen scheint Sport keinen zusätzlichen Nutzen zu bringen, wohl aber die Gefahr einer gestörten Wärmeregulation und von Kreislaufstörungen. Bei Netzhautschäden im Auge stehen Kampfsportarten und solche, die mit starkem Pressen verbunden sind, auf dem Index. Typ-2-Diabetiker sollten während Ausdauersportarten zwischendurch Blutdruck und Puls messen.

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