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Folsäure senkt Herz-Kreislauf-Risiko

Folsäure ist mitverantwortlich für die Zellreifung, -differenzierung und -teilung, besonders der roten und weißen Blutkörperchen und der Schleimhautzellen. Das Vitamin trägt ferner zum Eiweiß- und Nervenstoffwechsel bei.

Im Jahre 1941 isolierten Wissenschaftler die Folsäure – aus vier Tonnen Spinatblättern. So kam das Vitamin zu seinem Namen: "Folium" bedeutet nämlich Blatt. Der menschliche Organismus kann Folsäure in geringen Mengen selbst aus der Aminosäure Tryptophan herstellen, den täglichen Bedarf deckt er damit allerdings nicht. Zusätzlich Folsäure-haltige Lebensmittel sind deshalb ein Muss! Wenn es an Folsäure mangelt drohen Blutarmut mit Müdigkeit, Reizbarkeit, Vergesslichkeit, depressive Verstimmungen, Anfälligkeit für Stress und Schleimhautveränderungen.

Wer ergänzen sollte

Gelingt es nicht, die Folsäurespeicher durch eine ausgewogene Ernährung aufzufüllen, sollte man das lebenswichtige Vitamin mit Folsäure-Präparaten aus der Apotheke, die 150 Mikrogramm bis 1 Milligramm Folsäure enthalten, ergänzen. Folsäure-Mangel kommt in allen Altersgruppen vor. Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt Folsäure ergänzend zu sich nehmen. Das Gleiche gilt für Raucher, Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen oder Essstörungen.

Bei Einnahme von Folsäure-Präparaten bis zu 1 Milligramm sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten. Hohe Dosen um 15 Milligramm können allergische Reaktionen, Schlaflosigkeit oder Magen-Darm-Störungen hervorrufen.

Folsäure, die zur großen Gruppe der B-Vitamine gehört, reagiert äußerst empfindlich auf Hitze und geht beim Garen und Braten, aber auch beim Wässern fast vollständig verloren.

Tagesbedarf an Folsäure

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung:

Säuglinge bis 4 Monate 60 µg
Kinder von 4 bis 12 Monaten 80 µg
Kinder bis 4 Jahre 200 µg
Kinder 10 Jahre 300 µg
Kinder ab 10 Jahre, Jugendliche und Erwachsene 400 µg
Schwangere 600 µg
Stillende 600 µg

µg = Mikrogramm

In der Nahrung vorkommende Folsäureformen, zusammen als Folate bezeichnet, können vom Körper nicht so gut aufgenommen werden wie reine, in Präparaten enthaltene Folsäure. Dennoch: Mit fünfmal Obst und Gemüse am Tag kann jeder Mensch seine Folsäureversorgung verbessern. Gemüse sollte man schonend etwa durch Dünsten zubereiten. Viel Nahrungsfolat findet sich in Gemüse, besonders in Blatt- und Kohlgemüse, in Obst, in Nüssen oder Vollkornprodukten, besonders in Weizenkleie.

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Studien mit Folsäure

Laut einer amerikanischen Studie kann Folsäure das Risiko für einen Schlaganfall und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Dieses Resümee zogen Wissenschaftler, nachdem sie bei 9764 Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren nach Befragung zu deren Essgewohnheiten 19 Jahre lang die Zahl der Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Krankheiten dokumentiert hatten. Die Teilnehmer, die pro Tag durchschnittlich etwa 400 Mikrogramm Folsäure via Nahrungsmittel zu sich nahmen, erlitten deutlich seltener einen Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Schäden, als diejenigen, die es täglich nur etwa auf 100 Mikrogramm brachten. Noch ist unklar, wo die zum Schutz optimale Folsäuredosis liegt. Experten raten Patienten mit einem vorhandenen Risiko, zu einer Tagesmenge von 300 bis 400 Mikrogramm.

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