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Im Notfall richtig handeln

Wie verhalte ich mich im Falle eines Notfalles? Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick.

Biss- und Kratzwunden durch Tiere

Keine Selbstbehandlung; Arztbesuch! Eventuell Tollwutgefahr, Tetanusimpfung.

Hautblasen

Blasen an Füßen entstehen, wenn etwas Hartes auf der Haut reibt. Blasen heilen am besten von selbst ab. Sie sollten nicht aufgestochen werden, weil dadurch Keime das darunterliegende Gewebe infizieren können. Bei großen Blasen oder bei unklarer Ursache sollte der Arzt aufgesucht werden.

Eine Blase an Fuß oder Finger können Sie mit einem Spezialpflaster aus der Apotheke abpolstern. Diese Pflaster verringern den Druck durch eine Art Gelkissen. Ist die Blase bereits aufgescheuert, sollten Sie sich wie bei Schnitt- und Schürfwunden verhalten.

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Insektenstiche

Wenn Biene, Hornisse oder Wespe zustechen, schmerzt der Stich höllisch. Es entsteht eine rote, heiße, später juckende Quaddel. Eventuell können Schocksymptome auftreten mit Schwindel, Übelkeit, Ohnmacht, Schüttelfrost, Hitzewallungen, Atembeschwerden, Herzrasen und Juckreiz am ganzen Körper. Den Stachel sofort mit einer Pinzette oder den Fingernägeln herausziehen. Je schneller Sie ihn entfernen, um so geringer fällt die Hautreaktion aus.

Danach die Stichstelle rund 20 Minuten mit einem kalten Gelbeutel oder einem feuchten, kalten Waschlappen kühlen. Im Anschluss ein schmerzlinderndes Gel auftragen. Bei Schocksymptomen sofort den Notarzt aufsuchen oder alarmieren.

Tipp: Vorbeugend können Sie sich mit insektenabwehrenden Cremes oder Lösungen, sogenannten Repellentien, einreiben.

Nasenbluten

Die Person sollte sich aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne neigen, so kann das Blut abfließen. Jetzt entweder beide Nasenflügel für einige Minuten mit den Fingern fest zusammendrücken oder kalten Waschlappen in den Nacken legen. Falls kein Erfolg eintritt, Notarzt rufen! Fehler, die oft gemacht werden: Den Kopf nach hinten in den Nacken legen! Stirn kühlen. Blutstillende Watte in die Nase einführen. Genauere Informationen finden Sie hier.

Ohnmacht

Eine Ohnmacht kündigt sich durch eine blasse, graue Gesichtsfarbe des Betroffenen an. Sinkt er zu Boden, ist der Puls kaum noch tastbar. Wenn jemand in Ohnmacht fällt, müssen Umstehende schnell aktiv werden. Der Oberkörper der ohnmächtigen Person sollte flach auf dem Rücken gelagert werden, die gestreckten Beine muss eine zweite Person hochhalten. Sie kann die Waden massieren. Beengende Kleidungsstücke sollten gelockert werden. Außerdem für frische Luft sorgen, Fenster öffnen. Die Beine des Patienten auf einen Stuhl, ein Sofa, Kissen oder ähnliches betten.

Wacht der Betroffene auf, kann man ihm kreislaufstabilisierende Tropfen, zum Beispiel mit Etilefrin, geben. Kommt der Patient nach zwei Minuten nicht wieder zu sich, ist Schocklagern in der stabilen Seitenlage notwendig und der Notarzt zu alarmieren.

Platz-, Quetsch-, Riss- und Stichwunden

Keine Selbstbehandlung, weil bei diesen Wunden die Blutgefäße nicht glatt durchtrennt sind oder ein Fremdkörper in der Wunde steckt. Es besteht hohes Infektionsrisiko! Deshalb: Fremdkörper in der Wunde belassen und Arzt aufsuchen.

Schnitt- und Schürfwunden

Selbst behandeln können Sie kleine Wunden, die kaum bluten. Das sind Schürfungen an Armen und Beinen, Kratzer, winzige Schnitte und so weiter. Sind diese kleinen Verletzungen verunreinigt, die Wunde mit einer dreiprozentigen Wasserstoffperoxidlösung aus der Apotheke oder reichlich sauberem, kaltem Wasser ausspülen. Danach mit einer Polyvidon-Jod-Lösung desinfizieren. Dann über die Wunde ein Pflaster mit Polster kleben. Mit Fachausdruck heißen diese Pflaster Wundschnellverbände. Mehr über Wundversorgung lesen Sie hier.

Tipps: Beim Öffnen des Pflasters nicht das Polster berühren. Falls das Pflaster um eine Körperrundung geklebt werden muss, zum Beispiel einen Finger, können Sie die klebenden Anteile mit einer Schere einschneiden und damit besser anpassen. Es gibt allerdings auch spezielle Daumenpflaster, die aussehen wie ein Schmetterling und sich gut um den Finger schmiegen.

Wenn die Wunde nicht mehr nässt, können heilungsfördernde Salben aufgetragen werden, die die Wundränder geschmeidig halten. Sie beinhalten das Hautvitamin Dexpanthenol oder die Heilpflanzen Kamille oder Ringelblume.

Achtung: Immer an die Tetanusimpfungen denken! Prüfen Sie in Ihrem Impfpass, wie lange die letzte Impfung zurückliegt. Nach zehn Jahren ist eine Auffrischimpfung notwendig. In der Apotheke berät man Sie gerne anhand Ihres Impfpasses.

Verbrennungen und Verbrühungen

Eine Kerzenflamme, kochendes Wasser, heißer Dampf oder mit dem Knie über den Teppich gerutscht – Hitze verbrennt die Haut, dass die sich rötet, Blasen wirft oder zerstört wird. Was tun? Als erstes Feuer löschen, nasse, heiße Kleidung ausziehen. Klebt die Kleidung auf der Haut, nicht abziehen (!), sondern sofort unter kaltem Wasser löschen.

Als Nächstes sollten Sie reichlich kaltes Wasser über die Haut fließen lassen. Dadurch normalisiert sich die Hauttemperatur, und der Schmerz wird betäubt. Solange kühlen, bis die Schmerzen nachlassen, 15 bis 30 Minuten lang.

Bei größeren Verbrennungen Wunde mit einem Brandwundtuch abdecken. Kleine Brandblasen mit einem kühlenden und schmerzlindernden Brandgel (enthält ein Lokalanästhetikum, das die Haut betäubt) einreiben. Brandblasen nicht öffnen! Mit größeren Verbrennungen sofort zum Arzt. Auf keinen Fall: Hausmittel anwenden wie Öl, Puder, Mehl und Butter. Mehr dazu hier.

Verstauchungen und Prellungen

Gelenk oder Muskel nicht mehr belasten, ruhigstellen und möglichst hochlagern. Dann sofort kühlen. Am besten eignen sich Kältegelbeutel, weil sie auch gekühlt weich und biegsam bleiben und sich gut um das Gelenk schmiegen. Optimal werden solche Kältegelbeutel im Tiefkühlschrank auf minus 15 Grad Celsius gebracht. Zwischen Kältebeutel und Haut immer ein Tuch legen, damit die Haut nicht unterkühlt und Blasen wirft.

Wenn die Kühlwirkung nach 20 bis 30 Minuten nachläßt, sollte das Gelenk sich kurze Zeit ohne Kälte etwas erwärmen und durchbluten können. Danach wieder kühlen. Insgesamt rund 1 bis 3 Stunden lang so fortfahren.

Wenn die Haut nicht geschädigt, also keine Wunde vorhanden ist, können Sie im Anschluss ein Sportgel auftragen. Das enthält entweder ein entzündungshemmendes Schmerzmittel oder Heparin beziehungsweise Heparinoide, die Bluterguss und Schwellungen bekämpfen. Durchblutungsfördernde Sportsalben eignen sich erst zur Weiterbehandlung, wenn der Akutzustand abgeklungen ist.

Zahnschmerzen

Die Ursachen für den Zahnschmerz sollte immer ein Zahnarzt abklären. Ist akut kein Zahnarztbesuch möglich, kann kurzfristig, maximal zwei Tage lang, ein Schmerzmittel eingenommen werden. Das Schmerzmittel behebt aber nie die Ursache für den Zahnschmerz!

Weiterhin kann man mit einem Wattestäbchen unverdünntes, ätherisches Nelkenöl auf den Zahn oder das Zahnfleisch auftupfen. Hilfreich bei Zahnfleischentzündung sind auch gerbstoffhaltige, pflanzliche Tinkturen zum Aufpinseln.

Zeckenstich

Zecken können zwei Krankheiten übertragen: Borreliose (Bakterien) und FSME (Frühsommermeningitis, eine Art Hirnhautentzündung durch Viren). Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion steigt, je länger die Zecke in der Haut verbleibt. Deshalb sollten Sie die Zecke so schnell wie möglich entfernen. Dazu die Zecke mit einer Pinzette am Kopf, nicht am Körper, greifen und herausziehen. Sehr hilfreich sind Zeckenzangen aus der Apotheke. Auf keinen Fall: Klebstoff, Öl, Nagellack oder sonst irgendetwas auf die Zecke träufeln. Das fördert die Infektionsübertragung. Mehr dazu lesen Sie hier.

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