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Mutter weist Kind auf Giftpflanze hin

Der Weiße Fingerhut gehört zu den Giftpflanzen.
© AOK-Mediendienst

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Kleinen Kindern drohen nicht nur auf ihrer Entdeckungstour durch Küche, Bad und Zimmer Gefahren, sondern auch wenn sie draußen beim Spielen giftige Pflanzen in den Mund nehmen oder sogar herunterschlucken.

Bei Vergiftungsfällen sollte man immer zuerst den Notarzt verständigen und dann die Giftnotrufzentrale um Rat fragen. Keinesfalls sollten Eltern versuchen, das Kind zum Erbrechen zu bringen. Das sollte nur von einem erfahrenen Arzt ausgelöst werden!

Zu Vergiftungen führen zum Beispiel

  • Arzneimittel, vor allem Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Herz-Kreislauf-Mittel, Psychopharmaka, Schmerzmittel
  • Giftige Pflanzen wie Efeu, Eibe, Fingerhut, Goldregen, Lebensbaum, Nachtschatten, Rhododendron-Arten, rohe Gartenbohnen, Eisenhut-Kraut, Seidelbast-Arten, Engelstrompete, Herbstzeitlose, Bilsenkraut, Gefleckter- und Wasser-Schierling, Stechapfel, Tollkirsche
  • Pilze
  • Lebensmittel aus rohen Eiern, Wurst- und Fleischwaren
  • Haushaltsreinigungs- und Haushaltspflegemittel wie Abbeizmittel, Abfluss- oder WC-Reiniger, Ablaugemittel, Backofenreiniger, Holzschutzmittel, Fleckenentferner, Imprägniermittel; Möbelpflegemittel
  • Mittel zur Gartenpflege, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel
    weiterhin: Anzündmittel (für den Grill), Autopolitur, Frostschutzmittel, Lötwasser, Desinfektionsmittel
  • Rauschdrogen

Sofortmaßnahmen nach dem Verschlucken

  • Lassen Sie das Kind Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlucken und Mengen trinken. Bei Säuren- und Laugenvergiftungen sollte dies so schnell wie möglich erfolgen.
  • Vorsicht! Keine Milch zum Trinken geben, da sie in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm beschleunigt.
  • Bei Schaumbildnern wie etwa Spülmitteln, Reinigern und Waschmitteln nichts zum Nachtrinken geben, da sich dadurch noch mehr Schaumblasen bilden, die leicht in die Lunge gelangen und dort je nach Art und Menge großen Schaden anrichten können.

Erstmaßnahmen bei ätzenden Flüssigkeiten im Auge oder auf der Haut

  • Besonders bei Verätzungen durch Säuren, Laugen und Kalk: Augen sofort mindestens zehn Minuten unter fließendem Wasser spülen. Augenlider dabei gut offen halten. Wasserfluss direkt auf das Auge richten, um noch vorhandene Säure- beziehungsweise Laugenreste so schnell wie möglich zu verdünnen und auszuspülen.
  • Benetzte Kleider sofort entfernen.
  • Betroffene Hautpartien ausgiebig unter fließendem Wasser spülen.

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