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AIDS: eine virusbedingte Immunschwächekrankheit

HI-Viren schlagen das Immunsystem des Menschen mit seinen eigenen Waffen. Sie besiedeln wichtige Abwehrzellen, die T4-Helferzellen, nutzen deren Erbgut, um sich unkontrolliert zu vermehren und schwächen so das Immunsystem.

Menschen, bei denen das durch HI-Viren verursachte Krankheitsbild AIDS ausbricht, erkranken durch Kontakt mit Erregern, die ein gesundes Immunsystem spielend abwehrt, die also gesunden Menschen gar nichts anhaben können.

Die Krankheit AIDS verläuft über mehrere Phasen: Die Frühphase macht sich nur in einem Drittel der Fälle bemerkbar: Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung treten dann grippeähnliche Symptome auf. Wer nicht ahnt, dass er sich angesteckt haben könnte, bringt diese Beschwerden nicht mit einer HI-Infektion in Verbindung. Bereits in diesem Stadium kann das Virus auf andere übertragen werden.

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Lange Zeit ohne Beschwerden

Die sich anschließende Latenzphase, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten der ersten AIDS-Symptome kann Monate oder gar Jahre umfassen. In dieser Zeit gelingt es dem Immunsystem noch, die Viren unter Kontrolle zu halten. Man spürt nichts, im Blut lassen sich aber nun – ab drei Monate nach der Ansteckung – Antikörper gegen HI-Viren nachweisen.

Wenn AIDS ausbricht

Den Ausbruch von AIDS kennzeichnen zum Beispiel Fieber, chronischer Durchfall, nächtliches Schwitzen, starke Müdigkeit und Gewichtsverlust. Im Laufe der Zeit können Lungenentzündungen auftreten, durch eigentlich harmlose Erreger verursacht, sowie seltene, nur bei Abwehrschwäche auftretende Krebserkrankungen.

Medikamente stören die Virus-Vermehrung

Um die noch immer nicht heilbare Krankheit zumindest so lange wie möglich zu beherrschen, gilt es, schon früh Arzneimittel gegen die Viren einzusetzen. Medikamente gegen HIV stören die Vermehrung der Viren, wobei sie an unterschiedlichen Stellen angreifen. Für eine effektive Therapie muss man mindestens drei Wirkstoffe kombinieren. Mittlerweile gibt es Präparate, die nur einmal täglich eingenommen werden müssen, das erleichtert den Patienten die Treue zur Therapie.

Gefürchtete Resistenzen

Konsequente Einnahme der Medikamente ist wesentlicher Bestandteil des Therapieerfolges, denn sie gewährleistet einen möglichst niedrigen Viruslevel. Größere Viruszahlen erhöhen das Risiko der Resistenzentwicklung. Dabei entstehen HI-Viren, die sich von Ihren "Eltern" zwar nur geringfügig unterscheiden, aber doch so stark, dass die sehr spezifischen Arzneimittel nichts mehr gegen sie ausrichten können. Gefürchtet sind sogenannte Multiresistenzen, bei denen kaum eines der gängigen Arzneimittel mehr Wirkung zeigt. In diesen Fällen stehen auch die Ärzte oft ratlos da und müssen die Zahl der eingesetzten Arzneimittel massiv erhöhen, um die Viren in Schach zu halten. Ein gutes Verhältnis zum behandelnden Arzt und ein umfassendes Wissen über das Wesen der Viren erhöhen die Chance, dass Betroffene die verordneten Tabletten regelmäßig einnehmen.

Heilung nicht in Sicht

Einer Impfung gegen HIV, die umfassendste Lösung gegen die Infektion, steht nach wie vor die Wandlungsfähigkeit der Viren im Weg. Mittlerweile kennt man zahlreiche Untertypen, gegen jeden einzelnen bräuchte man einen Impfstoff. Arzneimittel ohne gravierende Nebenwirkungen, gentherapeutische Ansätze und die Idee, das Virus mit Medikamenten zurückzudrängen und dann das Immunsystem wieder dagegen zu aktivieren, zeigen beispielhaft Wege, mit denen sich Forscher noch einige Zeit beschäftigen müssen. Erst dann wird AIDS von einer tödlichen zu einer chronischen oder gar heilbaren Krankheit.

AIDS – Sicherheit durch Wissen

Die beste Variante, sich vor AIDS zu schützen, bleibt die Vorbeugung. Hierbei nutzt das Wissen, wie man sich anstecken kann und wie nicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BzgA, gibt dazu unter anderem folgende Informationen: Eine Ansteckung ist möglich, wenn Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit in das Blutsystem gelangt. Dies geschieht vor allem bei ungeschütztem Sexualverkehr, aber auch bei gemeinsamer Verwendung von Spritzen unter Drogenabhängigen. Vor einer Infektion beim Sexualverkehr schützen Kondome. Wichtig dabei: Auf das CE-Kennzeichen und das Haltbarkeitsdatum achten!

Bei Reisen in andere Länder muss man mit einer niedrigeren Qualität in der medizinischen Versorgung rechnen. Lässt sich eine Behandlung nicht aufschieben, dann fragen Sie nach desinfizierten Instrumenten und dem ausschließlichen Einsatz getesteter Blutprodukte. Viele Reisende führen deshalb eigene Spritzen und Kanülen in der Reise-Apotheke mit sich. Ihre Apotheke berät Sie gern!

Keine Gefahr bei "normalen" Sozialkontakten

Bei Körper- und Hautkontakten wie Händeschütteln, Streicheln, Schmusen, im Gemeinschaftsleben inklusive gemeinsamem Essen, besteht kein Risiko, sich anzustecken – auch dann nicht, wenn man angehustet oder angeniest wird. Beim Küssen existiert theoretisch ein Risiko. Allerdings konnte dieser Infektionsweg weltweit aber in keinem Fall nachgewiesen werden.

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