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Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis klingt in der Regel auch ohne Behandlung nach spätestens drei Wochen ab. Wenn Sie eine akute Bronchitis haben, ist daher meist keine spezielle medikamentöse Therapie erforderlich. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um die lästigen Beschwerden zu lindern. Dazu gehören sowohl Hausmittel als auch verschiedene Medikamente.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie auf jeden Fall den Arzt auf, wenn

  • Sie neben Husten auch unter Fieber oder Atemnot leiden,
  • Husten und Auswurf länger als ein paar Tage anhalten und / oder
  • Sie sich sehr krank fühlen.

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Hausmittel & Co.: Behandlung ohne Medikamente

Bei einer akuten Bronchitis erfüllen viele einfache Maßnahmen und Hausmittel ebenso ihren Zweck wie eine Behandlung mit Medikamenten.

Das können Sie tun, um die Symptome abzuschwächen:

  • Schonen Sie sich! Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie unbedingt das Bett hüten. Und auch ohne Fieber gilt: Gönnen Sie Ihrem Körper die Ruhe, die er jetzt braucht!
  • Brustwickel: Brustwickel oder Schwitzkuren sind alte Hausmittel, die viele Patienten als wohltuend empfinden. Wahrscheinlich liegt das an der Wärme – durch den warmen Wickel nimmt auch die Körperwärme zu, was dazu führt, dass man schneller Antikörper gegen den Erreger bildet, der die Bronchitis ausgelöst hat. Dies kann den Heilungsprozess möglicherweise beschleunigen.
  • Wenn Sie Raucher sind: Verzichten Sie unbedingt auf das (Passiv)-Rauchen, um Ihre Bronchien nicht zusätzlich zu belasten.
  • Viel Trinken ist die beste Behandlung! Nehmen Sie reichlich Flüssigkeit zu sich, am besten in Form von Wasser, Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen. Der Schleim in den Bronchien wird so flüssiger und kann besser abgehustet werden.
  • Inhalieren: Spezielle Inhalationslösungen (z.B. mit Kochsalz) erleichtern das Abhusten. Inhalieren Sie am besten mehrmals täglich. Achtung bei Zusätzen mit Kamille: Diese können bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen führen.

Medikamentöse Behandlung

Auch wenn eine Behandlung mit Medikamenten in der Regel nicht notwendig ist: Trockener Husten, festsitzender Schleim, Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, können bestimmte Wirkstoffe Abhilfe schaffen.

  • Auf Fieber- und Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol können Sie zurückgreifen, wenn Sie unter Beschwerden wie hohem Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen leiden. Als Alternative zum fiebersenkenden Medikament können Sie auch ein altes Hausmittel verwenden: Wadenwickel. Senken Sie Fieber aber nicht um jeden Preis. Bei erhöhten Temperaturen oder leichtem Fieber kann man auf Fiebermittel auch verzichten – denn Fieber ist eine natürliche Körperreaktion, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützt.
  • Hustenlöser (auch: Mucolytika) mit Wirkstoffen wie Acetylcystein oder Ambroxol sollen dabei helfen, festsitzenden Schleim zu lösen, damit besser abgehustet werden kann. In der Regel sind Hustenlöser nicht notwendig. Inwieweit Hustenlöser bei einer akuten Bronchitis tatsächlich einen Nutzen haben, ist noch nicht ausreichend belegt. Fragen Sie in jedem Fall Ihren Arzt, ob Sie diese Medikamente einnehmen sollten!
  • Hustenstiller: Wenn Sie unter starkem, trockenem Husten leiden, der Ihnen zum Beispiel nachts den Schlaf raubt, können Hustenstiller – auch Hustenblocker oder Antitussiva genannt – hilfreich sein. Hustenstiller enthalten meist den Wirkstoff Codein, der den natürlichen Hustenreiz unterdrückt. Sie sollten diese Medikamente nur bei sehr quälendem, trockenem Husten ohne Auswurf verwenden und nicht länger als eine Woche einnehmen. Bei Husten mit Auswurf sind Hustenstiller nicht geeignet, denn sie verhindern, dass Sie den Schleim abhusten können.

Antibiotika: Nur, wenn Bakterien im Spiel sind

In 90 Prozent der Fälle wird die akute Bronchitis durch Viren ausgelöst. Antibiotika können gegen Viren nichts ausrichten und sind daher nur zur Behandlung einer durch Bakterien hervorgerufenen akuten Bronchitis geeignet. Wenn der Arzt eine bakterielle Bronchitis nachweisen konnte, wird er Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, denn Hausmittel und körperliche Schonung reichen hier unter Umständen nicht aus.

Allerdings kann es auch im Rahmen einer viralen Bronchitis passieren, dass Sie ein Antibiotikum erhalten – nämlich dann, wenn der Körper durch die Viren so geschwächt ist, dass sich zusätzlich Bakterien ansiedeln und zu einer Infektion führen können. Dies nennt man auch bakterielle Superinfektion. Insbesondere ältere Menschen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem oder mit bestimmten Vorerkrankungen können eine Superinfektion entwickeln. Um diese Komplikation zu vermeiden, bekommen diese Personengruppen unter Umständen auch dann Antibiotika, wenn sie an einer unkomplizierten akuten Bronchitis leiden.

Quellen:

Online-Informationen des Bundesverbands der Pneumologen e.V. (BdP): www.lungenaerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 19.9.2016)

Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds: www.daab.de (Abrufdatum: 19.9.2016)

Akute und Chronische Bronchitis. Online-Informationen des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH): www.lungeninformationsdienst.de (Abrufdatum: 19.9.2016)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Husten. AWMF-Leitlinienregister Nr. 053/013 (Stand: 2014)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Akuter und chronischer Husten, Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/003 (Stand: 1.2.2010)

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