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Arthrose

Was ist das? - Definition
Unter einer Arthrose versteht man eine durch Abnutzung entstandene chronische Gelenkerkrankung.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Gelenkverschleiß

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen. Damit sich das Gelenk reibungsfrei bewegen kann, sind die Knochenoberflächen mit Knorpel überzogen.
Die Arthrose ist eine Erkrankung dieses Gelenkknorpels. Durch übermäßige Belastung eines Gelenkes kommt es zur langsam fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels, der sich nicht neu bilden kann.
Es gibt zahlreiche Ursachen, die zum Gelenkverschleiß führen können:
  • In seltenen Fällen ist eine Arthrose durch eine Minderwertigkeit des Knorpelgewebes bedingt, das heißt der Gelenkknorpel ist schon recht früh abgenutzt und es entwickelt sich in relativ jungen Jahren eine Arthrose.
  • Die Arthrose ist in der Regel eine Erkrankung des älteren Menschen, denn bereits ab 30 sind die ersten Abnutzungen an vielen Gelenken erkennbar, mit 65 gibt es praktisch keinen Menschen mehr ohne Gelenkveränderungen.
  • Bei Übergewicht oder einer ständig erhöhten Gelenkbelastung, beispielsweise im Leistungssport, nutzen sich die Gelenke rascher ab.
  • Fehlbelastung, z.B. angeborene Achsenfehlstellungen wie O-Beine oder ähnliches haben eine oft einseitig vermehrte Gelenkabnutzung zur Folge.
  • Infolge von Verletzungen, z.B. nach in Fehlstellung verheilten Knochenbrüchen kann es zur Schädigung des Gelenkknorpels kommen. Deshalb werden heute Knochenbrüche im Gelenkbereich meist operiert, damit es nicht zu Fehlstellungen kommt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Arthrosen sind sehr häufig, sie machen ca. ein Drittel aller Erkrankungen in Deutschland aus. Am häufigsten betroffen sind stark belastete Gelenke, also besonders Hüft- und Kniegelenke. Doch auch an der Wirbelsäule und den Fingergelenken kommt es oft zu arthrotischen Veränderungen.
Eine Arthrose bereitet lange Zeit keine Beschwerden, erst wenn der Gelenkknorpel so stark zerstört ist, dass Knochen an Knochen reibt, kommt es zu Schmerzen. Anfangs treten diese nur bei größeren Belastungen auf, häufig berichten die Patienten auch über eine gewisse "Wetterfühligkeit". Später kommt es schon bei geringen Belastungen und sogar in Ruhe zu Beschwerden. Typisch ist der "Anlaufschmerz": die ersten Schritte nach einer Ruhephase sind schmerzhaft, nach kurzer Einlaufzeit bessern sich die Schmerzen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Arthrose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die nicht geheilt werden kann.
In fortgeschritteneren Stadien kommt es zur zunehmenden Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bis hin zur Gelenksteife. Durch Veränderungen sämtlicher am Gelenk beteiligter Strukturen (Bänder, Sehnen etc.) resultiert langfristig eine sichtbare Gelenkverformung.
Durch Knorpelabriebprodukte innerhalb des Gelenkes kann es zu einer Reizung der Gelenkschleimhaut kommen. Dies hat eine Ergussbildung zur Folge. Äußerlich sind Zeichen einer Entzündung (Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung) erkennbar. Man spricht von einer aktivierten Arthrose.

Was kann sonst noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Gelenkschmerzen können bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates auftreten:
  • Rheumatische Erkrankungen führen zu Gelenkreizungen. Sie sind an einer schmerzhaften entzündlichen Schwellung des betroffenen Gelenkes erkennbar. Im Gegensatz zur Arthrose sind oft mehrere Gelenke betroffen.
  • Bei Stoffwechselerkrankungen wie der Gicht kann es durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken zu Gelenkschmerzen kommen. Hier ist meist das Großzehengrundgelenk betroffen.
  • Kommt es im Rahmen einer Infektionskrankheit, z.B. einer Grippe zu Gelenkschmerzen, so sind diese durch eine Mitreaktion der Gelenke bedingt und heilen von selbst ab.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Generell sollten übermäßige Belastungen der Gelenke vermieden werden, Normalgewicht ist anzustreben und knien, hocken oder langes Stehen zu vermeiden.
  • Die regelmäßige Bewegung ist wichtig, denn "wer rastet, der rostet". Ideal ist die Bewegung im Wasser, auch Rad fahren ohne starke Belastung (ebene Strecken) "ölt" die Gelenke.
  • Bei fortgeschrittener Arthrose ist zur Schmerzlinderung die Entlastung der Gelenke wichtig. Deshalb sollte man für längere Strecken einen Stock oder einen Gehwagen verwenden. Bei der Nutzung eines Stockes ist zu beachten, dass er auf der Gegenseite, also auf der Seite mit dem gesunden Gelenk geführt wird.
  • Ist es zu einer Entzündung oder Reizung des betroffenen Gelenkes gekommen, hilft lokales Kühlen, sonst ist lokale Wärme wohltuender.
  • Zur Erleichterung des täglichen Lebens sind das Anbringen von Haltegriffen, besonders im Badbereich und die Erhöhung von Bett und Toilette hilfreich.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Behandlung von Arthrose

Arthrose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die zur zunehmenden Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bis hin zur Gelenksteife fortschreiten kann. Eine Behandlung zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, weitere Schäden zu verhindern und die Beweglichkeit betroffener Gelenke wieder zu verbessern.

Schmerzen behandeln

  • Der Deutschen Schmerzliga e. V. zufolge raten Schmerztherapeuten bei starken Schmerzen etwa wegen Arthrose zur multimodalen Therapie. Dazu gehören Medikamente, nichtmedikamentöse Schmerztherapien wie Akupunktur oder die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) sowie Bewegungstherapie und psychologisch-verhaltensmedizinische Maßnahmen.
  • Liegt keine Entzündung vor, hilft Wärme verspannten, schmerzenden Muskeln um das Gelenk herum. Ist es entzündet und geschwollenen, helfen kühlende Anwendungen.
  • Nach Angaben der Schmerzliga kann Paracetamol bei leichten Arthroseschmerzen eingesetzt werden.
  • Bei stärkeren Arthroseschmerzen eignen sich laut Schmerzliga nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie etwa Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen. Nicht zu empfehlen sei ihre Einnahme bei Herz- und Nierenproblemen. Auch führe die NSAR-Einnahme zu Nebenwirkungen an der Magen- und Darmschleimhaut.
  • Eine Alternative sind der Schmerzliga zufolge Coxibe. Diese Arzneistoffe wirkten gezielter und seien zumindest für einen Zeitraum von sechs Monaten besser verträglich, wenn auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Durchblutungsstörungen der Arme und Beine und nach einem Schlaganfall seien Coxibe nicht geeignet. Sowohl NSAR als auch Coxibe sollte man nach Angaben der Schmerzliga kurzfristig und niedrig dosiert einnehmen.
  • In vielen Fällen sei eine Kombination mehrerer, sich sinnvoll ergänzender Wirkstoffklassen hilfreich, schreibt die Schmerzliga. So könne der Einsatz eines Antidepressivums oder eines schwach wirksamen Opioids den Effekt von Schmerzmitteln und Antirheumatika verbessern.
  • Standardisierte Extrakte aus Weidenrinde, der Teufelskrallenwurzel oder Brennnesselblättern könnten – ergänzend eingesetzt – ebenfalls sinnvoll sein. Allerdings trete ihre Wirkung nicht sofort ein.
  • Kommt es immer wieder zu Gelenkschmerzen oder reichen andere Verfahren und Schmerzmittel nicht aus, kommen Opioide − auch stärker wirksame − zum Einsatz. Ziel ist es, Schmerzen rund um die Uhr in Schach zu halten.
  • Akute Gelenkentzündungen lassen sich auch durch Einspritzen von Kortison beziehungsweise kortisonähnlichen Wirkstoffen ins Gelenk behandeln. Dies, so die Schmerzliga, könne kurzfristig Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Wichtig sei aber, diese Behandlung mit Bewegungs- und Entspannungstherapie zu kombinieren.

Vorbeugen und weitere Schäden verhindern

  • Laut Deutscher Arthrose Stiftung achtet man am besten schon bei Neugeborenen und Kleinkindern sowie bei Jugendlichen in Vorsorgeuntersuchungen auf Gelenkfehlstellungen, um sie wenn möglich zu korrigieren, was spätere Knorpelschäden verhindern kann.
  • Man muss darauf achten, dass nach Unfällen Gelenkschäden gut behandelt und die Gelenke trotz nachlassender Schmerzen nicht gleich wieder voll belastet werden. Dazu den Arzt befragen.
  • Stoffwechselstörungen wie die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) oder Gicht gilt es zu behandeln, da sie auch die Gelenke angreifen.
  • Es empfiehlt sich, Übergewicht abzubauen und so die Gelenke zu entlasten.
  • Man sollte das Rauchen aufgeben und den Konsum von Alkohol deutlich reduzieren.
  • Bei Gelenkschäden die Gelenke weniger stark belasten als zuvor, man sollte also zum Beispiel weniger schwer und mit der richtigen Technik Lasten heben.
  • Ebenso gilt es bei Gelenkverschleiß berufsbedingte Gelenküberlastungen und auch die Gelenke stark fordernde Sportarten wie Fußball oder Tennis möglichst zu vermeiden.
  • Hilfreich sind Schuhe mit weichen Sohlen bzw. Pufferabsätzen oder Stöße dämpfende Schuheinlagen.

Beweglichkeit verbessern

  • Wichtig ist, sich trotz Gelenkproblemen ausreichend zu bewegen, ohne die Gelenke zu sehr zu belasten. Damit erhält oder verbessert man die Knorpelernährung und die Beweglichkeit. Hindern einen Schmerzen daran, sich zu bewegen, hilft eine geeignete Schmerztherapie.
  • Eine gute Physiotherapie kann Anleitungen bieten, sich im Alltag gelenkschonend zu bewegen bzw. Sport zu treiben. Gelenkschonende Arten der Bewegung sind Schwimmen, Nordic-Walking oder Radfahren, aber ohne hohen Leistungsanspruch.
  • Wirken andere Mittel nicht ausreichend, können häufig einoperierte Teil- oder Vollprothesen dazu beitragen, die Beweglichkeit wieder zu verbessern und Schmerzen bei der Bewegung zu vermindern.

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