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Atemstillstand im Schlaf

Was ist das? - Definition
Bei Schlafapnoe kommt es während des Schlafes plötzlich und mehrmals pro Nacht zu längeren Atempausen. Häufig schnarchen Schlafapnoe-Patienten auch. Während aber ein Viertel aller Erwachsenen schnarchen, betrifft das Schlafapnoesyndrom nur vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen nach dem 40. Lebensjahr.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
  • Schlafbezogene Atemstörungen
  • Schlafapnoe

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Bei der Schlafapnoe kommt es zum Verschluss der Atemwege im Schlaf. Häufiger Grund ist, dass Muskeln und Gewebe im Hals-Rachenbereich nicht mehr die nötige Eigenspannung aufrechterhalten können und in sich zusammensinken. Dabei werden während des Schlafs die Luftwege verschlossen, bis es durch die fehlende Sauerstoffversorgung zu einer Aufweckreaktion des Körpers kommt. Dabei erwacht der Betroffene jedoch meist nicht.
Häufiger kommt das Schlafapnoe-Syndrom vor bei:
  • Fettsucht (Adipositas)
  • Nasenpolypen oder Nasenscheidewandverkrümmung
  • weit zurückliegendem Kinn
  • zu großer Zunge.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
  • lautes und unregelmäßiges Schnarchen mit Atemstillständen
  • oft ausgeprägte Tagesmüdigkeit
  • gefährliche Neigung zum Sekundenschlaf, gerade bei monotonen Tätigkeiten, wie z.B. längeren Autofahrten
  • gestörte Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • Kopfschmerzen und trockener Mund am Morgen
  • Potenzstörungen und depressive Verstimmung.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Während das Schnarchen meist nur den Ehepartner stört, hat das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom auch für den Betroffenen gefährliche Folgen:
Bei Schlafapnoe-Patienten ist das Risiko für plötzlichen Herztod, Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht. Das Unfallrisiko erhöht sich durch die Gefahr eines Sekundenschlafs um das Siebenfache.
Außerdem kann es zur Verschlechterung der Bluthochdruckwerte oder einer Herzschwäche-Erkrankung kommen.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
  • Sehr schweres Schnarchen durch Verlegung des Rachens.
  • Neurologische und psychiatrische Erkrankungen können zu Schlaflosigkeit oder Fehlfunktionen des Atemzentrums im Gehirn führen.
  • Narkolepsie zeichnet sich durch den Drang aus, tagsüber plötzlich einschlafen zu müssen oder sogar durch Verlust der Muskelkraft plötzlich zu stürzen.


Verhaltenstipps
Zur Behandlung von Schlafapnoe wird heute meistens ein so genanntes CPAP-Gerät empfohlen. Eine dicht auf Mund und Nase sitzende Maske verursacht einen positiven Druck in der Lunge und den Atemwegen und verhindert so das Kollabieren der Atemwege.
Doch die Betroffenen selbst können durch das Beseitigen von Risikofaktoren bereits selbst viel tun:
  • Besonders wichtig ist der strikte Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel - sie begünstigen das Auftreten von Schlafapnoe.
  • In Seitenlage kann es weniger häufig zum Verschluss der Atemwege kommen.
  • Regelmäßiger Schlaf, leichte Mahlzeiten und Entspannung vor dem Schlaf sind nützlich (Schlafhygiene).
  • Bei Übergewicht kann schon eine deutliche Gewichtsabnahme alleine eine Besserung der Symptomatik nach sich ziehen.
  • Selten sind auch operative Techniken angezeigt.
  • Alternativ sind Gebiss-Schienen verfügbar, die das Zurücksinken des Unterkiefers verhindern.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

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