Wissen

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Was ist das? - Definition
Bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs handelt es sich um eine Wucherung bösartiger Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Pankreaskarzinom

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Bauchspeicheldrüse ist ein lang gestrecktes, ca. 100 g schweres Organ. Sie liegt oberhalb des Nabels im mittleren Oberbauch und erstreckt sich vom Zwölffingerdarm bis zur Milz. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssäfte, die über einen Gang in der Mitte des Organs in den Zwölffingerdarm abfließen. Im Schwanz der Bauchspeicheldrüse finden sich spezielle Drüsenzellen, die das Insulin bilden, ein Hormon, das wir zur Regulation unseres Zuckerspiegels im Blut brauchen. Das Insulin wird nicht über den Bauchspeicheldrüsengang abtransportiert, sondern gelangt direkt ins Blut.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist insgesamt selten, er macht nur zwei bis drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen 50 und 70 Jahren. Die Krankheitsursache ist unbekannt. Männer sind insgesamt häufiger betroffen. Ein erhöhtes Risiko entsteht durch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, durch Rauchen und durch Alkoholmissbrauch.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Erkrankung macht sich häufig erst sehr spät bemerkbar. Das Geschwür hat dann meist schon eine beträchtliche Größe erreicht.
Die Beschwerden sind in der Regel uncharakteristisch. Die Betroffenen klagen über Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder einen raschen Gewichtsverlust. Meist wächst ein Bauchspeicheldrüsenkrebs im Bereich des Organkopfes. Hier mündet der Bauchspeicheldrüsengang gemeinsam mit dem Gallengang in den Zwölffingerdarm. Führt das Tumorwachstum zum Verschluss dieser Mündungsstelle, kann die Gallenflüssigkeit nicht mehr in den Zwölffingerdarm abfließen. Die Galle staut sich im Blut und führt zur Gelbsucht. Diese Gelbsucht, die ohne Schmerzen einhergeht, ist ein häufiger Hinweis auf eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Überlebenschancen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sind insgesamt sehr schlecht, denn nur selten wird die Erkrankung rechtzeitig für eine Operation entdeckt. Doch auch durch das Entfernen des Geschwürs kann der Erkrankte oft nicht geheilt werden, sondern man versucht damit meistens mögliche Komplikationen zu verhindern oder zu verzögern.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Da die Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebses sehr unspezifisch sind, können viele Erkrankungen dahinter stecken. Das Symptom, das noch am ehesten charakteristisch ist, ist die Gelbsucht. Aber auch sie kann durch einen eingeklemmten Gallenstein oder eine Leberentzündung bedingt sein. Im Gegensatz zum Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bei den beiden Erkrankungen jedoch starke rechtsseitige Oberbauchschmerzen typisch.

Verhaltenstipps
Jede Gelbsucht, besonders wenn sie plötzlich und ohne Beschwerden auftritt, muss untersucht werden.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

Anzeige

Buchtipps der Redaktion von aponet.de:

"Blutwerte verstehen"
Was das Blut über die Gesundheit verrät. Dieses Buch kostet 11,90 Euro. Bestellungen über Apotheken oder hier.

"Kochrezepte bei Krebs – Genießen und gezielt ernähren während der Therapie"
Das Kochbuch hilft Betroffenen, Unsicherheiten in Bezug auf ihre Ernährung abzubauen und ihre Beschwerden mithilfe der richtigen Speisenauswahl zu lindern. Für 11,90 Euro über Apotheken oder hier bestellbar.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen