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Bei Erkältung Hals und Nebenhöhlen schützen

"Ich hab´ gedacht, mir zerspringt der Schädel". Kerstin L. fasst so den Gipfelpunkt ihrer akuten Nasennebenhöhlen-Entzündung zusammen. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes spielte ihr Immunsystem verrückt. Ein Infekt folgte dem anderen. Angefangen hatte alles mit einem "Allerweltsschnupfen".

"Kurz nach der Geburt von Jan bekam ich einen ganz banalen Schnupfen", erinnert sich Kerstin L. Dazu Halsschmerzen und Husten. Die 27-jährige inhalierte mit Kamille, gurgelte mit Salbei und versuchte, sich zu schonen. Zunächst mit Erfolg, denn zwei Wochen später schien der Infekt ausgeheilt. Aber dann begannen die Kopfschmerzen. "Erst waren Druck und Schmerz nur da, wenn ich mich gebückt habe, um Jan hochzuheben, aber dann fing es selbst im Liegen heftig an zu pochen, und ich bekam hohes Fieber". Der Schmerz war derart unerträglich, dass ihr Mann eines nachts mit ihr zur Notfallambulanz fuhr.

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Der Arzt erklärte ihr, dass die Nebenhöhlen stark vereitert seien. Aller Schleim habe sich darin gesammelt, ein idealer Nährboden für Bakterien. Der Abfluss über die Nase sei unmöglich, weil die Verbindung zwischen Nebenhöhlen und Nase, ein winziges Löchlein von wenigen Millimetern Durchmesser, verstopft sei. Entweder ein starkes Antibiotikum einnehmen, schlug er vor, dann würden sich die Beschwerden binnen einer Woche bessern, oder die Nebenhöhlen jetzt sofort durchspülen, dann seien die Schmerzen direkt weg. Für Kerstin L. eine klare Entscheidung: "Ich wollte diese fürchterlichen Schmerzen gleich loswerden. Erst bekam ich Tamponaden mit einem lokalen Betäubungsmittel in die Nasenlöcher. Nach ein paar Minuten Einwirkzeit führte der Arzt eine lange Kanüle in das eine Nasenloch ein und musste sie dann mit Kraft durch das kleine Loch hin zu den Nebenhöhlen schieben. Dann hat er mit Kochsalzlösung durchgespült, das war schon unangenehm". Aber tatsächlich: Nach der Prozedur waren Druck und Schmerz verschwunden.

"Mein Arzt verschrieb mir noch für sieben Tage ein Antibiotikum in hoher Dosierung und einen Schleimlöser, mein Apotheker empfahl mir, zusätzlich pflanzliche Präparate einzunehmen". Deren Wirkstoffe helfen bei leichteren Formen der Nasennebenhöhlen-Entzündung gut und können verhindern, dass die Infektion nach dem Abklingen noch einmal wiederkehrt. Kerstin L. hat seither Ruhe. Sie kennt nun die Symptome, die darauf hinweisen, dass sich eine starke Entzündung entwickelt und sie weiß, wie sie dann vorzugehen hat.

Wer die Therapie einer akuten Nebenhöhlen-Entzündung nicht entschieden angeht, riskiert womöglich den Übergang in eine chronische Form. Die Entzündung heilt dann nicht mehr richtig aus und flammt häufiger im Jahr wieder auf. Noch wissen Forscher nicht genau, warum sich eine chronische Entzündung entwickelt. Klar ist jedoch: nicht ausreichend behandelte akute Entzündungen, Zigarettenrauch und Allergien können den Weg ebnen. Ebenso wie verbogene Nasenscheidenwände und Nasenpolypen. Letztere lassen sich operativ entfernen.

Diese Mittel helfen bei

  • Husten: Präparate, die Efeuextrakt oder Extrakte aus Thymian, Süßholzwurzel, Eibisch oder Spitzwegerich enthalten sowie spezielle Schleimlöser mit Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin. Erkältungssalben mit ätheri-schen Ölen, zum Beispiel mit Eukalyptusöl, Kiefernnadelöl und Menthol.
  • Halsschmerzen: Präparate mit Salbei oder Extrakten aus Pelargonium reniforme; Lutschtabletten mit Mineralsalzen oder Isländischem Moos, Lösungen oder Lutschtabletten mit desinfizierenden Wirkstoffen.
  • Schnupfen: Nasenspray mit abschwellenden Wirkstoffen (nicht dauerhaft anwenden) oder mit Meersalz; Kamille zum Inhalieren; Mineralsalzspülungen mit einer Nasendusche.
  • einer Entzündung der Nasenneben- und Stirnhöhlen: Präparate, die Extrakte aus Enzian, Schlüsselblume, Gartenampfer, Holunder, Primelwurzel oder solche der Pflanze Pelargonium reniforme enthalten oder solche mit verschiedenen ätherischen Ölen.

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