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Inhalieren mit Handtuch oder Hightech

Inhalationen sind bewährte Mittel, Erkrankungen der Bronchien und des Nasen-Rachen-Raumes zu behandeln und ihnen vorzubeugen. Trotz moderner Inhalationsgeräte hat auch das altbewährte Dampfbad mit dem Handtuch über dem Kopf nach wie vor seine Berechtigung.

Beim Inhalieren werden gasförmige oder in sogenannten Aerosolen fein verteilte feste oder flüssige Wirkstoffe in und über die Atemwege aufgenommen. Für Menschen mit Asthma bronchiale oder anderen Erkrankungen der Atmungsorgane, zum Beispiel einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, Husten und Bronchitis sowie manchen Hals- und Kehlkopfentzündungen, sind Inhalationen besonders geeignet.

Für den Effekt einer Inhalationsbehandlung ist es entscheidend, welche Größe die eingeatmeten Partikel oder Dampftröpfchen haben. Je geringer ihr Durchmesser, desto tiefer gelangen sie mit dem Luftstrom in die Atemwege.

Je nachdem, ob feinste Wirkstoffpulver oder Flüssigkeiten inhaliert werden sollen, braucht man verschiedene Methoden und Geräte. Bei den Asthmamitteln sind es heute meist spezielle Inhalatoren, die entweder mit FCKW-freien Treibgasen arbeiten oder durch die Einatmungsluft gesteuert werden. Diese Inhalationsgeräte sind Bestandteil des Medikaments und meist auch nur mit diesem verwendbar.

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Hausmittel Wasserdampf

Anders ist die Lage bei Inhalationsmethoden und -geräten zum Lockern dickflüssiger, zäher Sekrete auf den Schleimhäuten von Bronchien, Nasen- und Rachenraum. Bei dieser Form der Inhalation unterscheidet man grundsätzlich zwischen Dampf- und Vernebler-Inhalation.

Die Inhalation von Wasserdampf mit und ohne Zusatz beispielsweise von ätherischen Ölen geschieht am einfachsten in Form von Kopfdampfbädern über einer Schüssel. Da der Dampf heiß ist, eignet sich diese Methode nicht für Säuglinge und Kleinkinder. Sie könnten sich verbrennen. Heranwachsende kommen damit meist problemlos zurecht.

Ätherische Öle haben bei Dampf-Inhalationen nachweisbare Effekte, so zum Beispiel die Kamille. Man kann sie in Form von Teeaufgüssen der Blüten oder als Konzentrat verwenden. Beides wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf die Schleimhäute. Bei den sonstigen Inhalationsölen handelt es sich meist um Mischungen mit Menthol und/oder Kampfer, die schon bei Raumtemperatur verdampfen. Sie sollten bei empfindlichen Personen allerdings mit Vorsicht verwendet werden, da diese Wirkstoffe zum Teil Bronchialkrämpfe auslösen können. Speziell Säuglinge und Kleinkinder sollten daher nicht mit Menthol oder Kampfer behandelt werden.

Praktische Vernebler

In einem Vernebler wird die Inhalationslösung entweder mit Ultraschall oder mittels Druckluft über eine Düse zerstäubt. Da der erzeugte Dampf kühl ist, können schon Kinder damit inhalieren. Auch Salzlösungen zur Befeuchtung der Schleimhäute und andere Medikamente lassen sich auf diese Weise anwenden. Durch verschiedene Geräteaufsätze für die Nase oder den Mund und durch die Steuerung der Teilchengröße kann die Inhalation genau auf den Ort der Behandlung abgestimmt werden. Krankenkassen übernehmen den hohen Anschaffungspreis für Vernebler nur bei ärztlicher Verschreibung. Allerdings verleihen viele Apotheken solche Geräte auch für eine gewisse Zeit.

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