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Myopathie

Was ist das? - Definition
Myopathie ist ein Überbegriff für eine ganze Reihe von Erkrankungen der Muskeln.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Myositis
  • Muskeldystrophie
  • Myotonie

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Bei einigen Myopathien liegen genetische Veränderungen vor, die zum Beispiel den Aufbau oder den Stoffwechsel der Muskelzellen betreffen. Diese Erkrankungen sind meist angeboren.
Auch Autoimmunkrankheiten sind eine häufige Ursache für Myopathie. Vom Körper gebildete Antikörper richten sich statt gegen Krankheitserreger gegen den Körper selbst, was zur Entzündung oder zum Absterben von Muskelgewebe führt.
Häufig kommt es auch bei Stoffwechselkrankheiten zur Mitbeteiligung der Muskulatur, z.B. bei Schilddrüsenüberfunktion.
Bestimmte Medikamente oder Giftstoffe können akut zu einer schweren Schädigung der Muskelzellen führen. Es kommt zum Absterben und Zerfall des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse). Die dabei freigesetzten Muskelbestandteile können die Niere stark beeinträchtigen.
Bei der Alkoholkrankheit kommt es typischerweise schleichend zur Myopathie.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Hauptsymptom bei Myopathie ist die Schwäche der Muskeln, meist einzelner Muskelgruppen. Durch die Schädigung der Muskeln sind immer weniger leistungsfähige Muskelzellen vorhanden. Je nach Krankheit kann dieses Symptom unterschiedlich stark ausgeprägt sein, bis hin zur fehlenden Muskeleigenspannung mit schlaffen Lähmungen.
Oft werden Myopathien durch abnehmende Leistungsfähigkeit und Kraftlosigkeit bemerkt. Betroffene schaffen beim Treppensteigen nur wenige Stufen ohne Pause oder lassen Dinge aus der Hand fallen, weil plötzlich die Kraft nachlässt.
Muskelentzündungen führen oft zu Schmerzen in den betroffenen Muskeln (Myalgie).
Auch Missempfindungen und ein Schweregefühl von Armen oder Beinen können Anzeichen einer Myopathie sein.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Auswirkungen der Krankheit und die Prognose unterscheiden sich enorm bei den einzelnen Myopathien, sogar innerhalb einer Krankheit reicht die Spanne von guter Lebensqualität bis hin zum fatalen Verlauf.
Die meisten Myopathien verlaufen langsam und sind teilweise unter krankengymnastischen Anwendungen gut zu kompensieren.

Was kann dahinter stecken? - Mögliche Krankheitsbilder
Die folgenden drei Erkrankungen sind die häufigsten Myopathien und stehen stellvertretend für eine ganze Reihe an teilweise sehr seltenen Erkrankungen.
Myasthenia gravis: Bei dieser Autoimmunkrankheit ist die Übertragung von Bewegungsreizen der Nerven auf den Muskel durch die Blockierung von Rezeptoren gestört, an denen chemische Überträgerstoffe binden sollten. Es kommt meist zur schnellen Ermüdung der Muskulatur. Hauptsächlich sind die Muskeln im Kopfbereich und vor allem das Oberlid betroffen, das schlaff herabhängt. Außerdem sieht der Betroffene Doppelbilder.
Muskeldystrophie Duchenne: Bei Muskeldystrophien kann aufgrund eines genetischen Defekts meist ein Eiweißmolekül der Muskelzellmembran, hier Dystrophin, nicht hergestellt werden. Das zerstörte Muskelgewebe wird durch Fett und Bindegewebe ersetzt. Diese häufigste Form der Dystrophie kommt nur bei Jungen vor und beginnt meist im Kindesalter.
Polymyositis und Dermatomyositis: Bei diesen beiden seltenen Erkrankungen der Skelettmuskulatur ist die Ursache unbekannt, jedoch treten sie nach viralen Infektionskranheiten, bei Tumor- oder Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen) gehäuft auf.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

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