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Norovirus-Infektion

Was ist das? – Definition

Noroviren sind weltweit verbreitete Erreger von Magen-Darm-Infektionen. Sie sind für einen Großteil der Magen-Darm-Infektionen verantwortlich, die nicht auf das Konto von Bakterien gehen. Bei Kindern beträgt ihr Anteil etwa 30 Prozent, bei Erwachsenen bis zur Hälfte. Kinder unter 5 Jahren und ältere Personen über 70 Jahre sind besonders häufig betroffen. Ausbrüche von Magen-Darm-Infektionen in Kindertagesstätten, Altenheimen und Krankenhäusern werden überwiegend durch Noroviren verursacht.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Noroviren wurden früher auch als Norwalk-like-Viren bezeichnet. Mediziner nennen Magen-Darm-Infektionen auch Gastroenteritiden.

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Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Noroviren sind sehr ansteckend. Schon 10 bis 100 Viren können ausreichen, um die Krankheit auszulösen. Die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene des Menschen ausgeschieden. Andere Menschen infizieren sich durch Schmierinfektion – entweder direkt beim Erkrankten oder indirekt über verunreinigte Flächen – oder indem sie virushaltige Tröpfchen einatmen, die beim schwallartigen Erbrechens entstehen. In Krankenhäusern, Altenheimen und Kindertagesstätten können sich Norovirus-Infektionen deshalb sehr schnell ausbreiten.
Seltener sind verunreinigte Speisen (Salate, Krabben, Muscheln u.a.) oder verunreinigtes Wasser Quelle der Infektion.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Innerhalb weniger Stunden nach der Ansteckung, spätestens am folgenden Tag, setzen die Symptome ein: Plötzlich kommt es zu schwallartigem heftigem Erbrechen und starkem Durchfall. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchweh, Übelkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Selten treten das Erbrechen oder der Durchfall allein auf.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Im Normalfall sind diese Symptome innerhalb von 12 bis 48 Stunden überstanden. Auch leichte Verläufe sind möglich. Der Flüssigkeitsverlust ist allerdings erheblich. Kleinkinder und ältere Personen, insbesondere solche mit Begleiterkrankungen, müssen eventuell kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden, um die verlorene Flüssigkeit und Mineralstoffe schnell wieder ersetzen zu können.

Heike Thiesemann-Reith

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