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Gelenkrheuma

Besonders Frauen leiden unter Gelenkrheuma: Sie erkranken drei- bis viermal häufiger als Männer, und die Krankheit verläuft bei ihnen mitunter schwerer.

Die Rheumatoide Arthritis, wie das Gelenkrheuma fachsprachlich heißt, ist die häufigste der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Rund ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, also eine Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr. Das Immunsystem greift gesunde Zellen in den Gelenken an und setzt dadurch Entzündungs- und Abbauprozesse in Gang.

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Frauen bekommen wesentlich häufiger Rheumatoide Arthritis als Männer. Möglicherweise liegt das an Unterschieden im Immunsystem, denn auf äußere Reize reagiert das weibliche allgemein stärker als das von Männern. Oder die Geschlechtshormone spielen eine Rolle. Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen, dass weibliche Hormone Autoimmunerkrankungen fördern. So sind Frauen zum Beispiel auch wesentlich häufiger von der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose betroffen. Ein weiterer Hinweis: Im jugendlichen Alter, wenn die weiblichen Hormone noch sehr aktiv sind, übertrifft die Zahl der Frauen mit Rheumatoider Arthritis die der Männer um das Vierfache. In höherem Lebensalter verschiebt sich das Verhältnis dann auf 3 : 1.

Doch am Östrogen allein kann es nicht liegen, denn das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst ebenfalls den Verlauf der Rheumatoiden Arthritis. Darüber hinaus ist bekannt, dass die Zufuhr von Östrogen, etwa in Form von hormonellen Verhütungsmitteln, bei Frauen das Risiko für Gelenkrheuma senkt oder die Beschwerden verringert. Frauen, die die "Pille" einnehmen, erkranken nur halb so häufig. Die Rheumatologin Riemekasten vermutet daher, dass eine Autoimmunität wie bei der Rheumatoiden Arthritis nicht auf die Störung eines einzelnen Hormons, sondern auf eine Ungleichgewicht verschiedener Hormone zurückzuführen ist.

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