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Rheumatisches Fieber

Was ist das? - Definition
Beim rheumatischen Fieber handelt es sich um eine Gelenkentzündung im Anschluss an einen Infekt der oberen Luftwege mit ganz bestimmten Bakterien, den so genannten Streptokokken.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Streptokokkenrheumatismus
  • akuter Gelenkrheumatismus

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Streptokokken sind Bakterien, die häufig eitrige Mandelentzündungen hervorrufen. Im Rahmen dieser Entzündung setzen sie Giftstoffe frei. Der Körper bildet gegen diese Gifte Abwehrstoffe, die so genannten Antikörper. Manche Eiweiße, besonders in den Gelenken und den Herzklappen sind den Giftstoffen der Streptokokken aber so ähnlich, dass die Antikörper nicht nur die Giftstoffe, sondern auch gesunde Organe angreifen. Deshalb kann es nach einer Mandelentzündung unter anderem zu Gelenkbeschwerden und zur Herzklappenentzündung kommen.
Am häufigsten betroffen sind Kinder zwischen 5 und 15 Jahren. Dank einer heute meist rasch eingeleiteten Antibiotikatherapie ist das rheumatische Fieber bei uns eine Seltenheit. Doch in Ländern mit schlechterer medizinischer Versorgung und einem niedrigeren hygienischen Standard ist das rheumatische Fieber die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung im Jugendalter.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
10-20 Tage nach einer eitrigen Mandelentzündung kommt es plötzlich zu folgenden Beschwerden:
  • Hohes Fieber bei gleichzeitig sehr schmerzhaften und entzündeten Gelenken.
  • Nicht selten wird das Herz angegriffen. Da alle Herzwandschichten betroffen sind, können Symptome einer Myokarditis, einer Herzmuskelentzündung auftreten, aber auch eine Herzbeutelentzündung, die Perikarditis ist nicht selten. Ist die Herzinnenwand, das Endokard betroffen, führt dies zu Veränderungen der Herzklappen.
  • An der Haut können sich Veränderungen zeigen. Es kommt beispielsweise zu Hautrötungen oder Bildung kleiner Hautknötchen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Man sagt das rheumatische Fieber "leckt die Gelenke und beißt ins Herz". Denn die Gelenkbeschwerden verschwinden nach einiger Zeit wieder, Gelenkschäden bleiben in aller Regel nicht zurück. Ist es aber zu einer Schrumpfung der Herzklappen im Rahmen der Entzündung gekommen, so sind Herzklappenfehler die Folge, welche sich nicht mehr zurückbilden.
In seltenen Fällen treten Monate nach einer eitrigen Mandelentzündung Schäden im Bereich des Gehirns auf. Es kommt zu unkontrollierten Bewegungen der Hände, die Betroffenen verschütten z.B. Suppe oder lassen Geschirr fallen. Im Fachjargon heißt dieses Krankheitsbild Chorea minor.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Gelenkentzündungen im Rahmen einer Infektion sind nicht selten. Doch sie sind weder so schmerzhaft wie beim rheumatischen Fieber, noch sind sie von sehr hohem Fieber begleitet.

Verhaltenstipps
  • Bei Verdacht auf eine eitrige Mandelentzündung sollte immer ein Arzt aufgesucht werden um gegebenenfalls rechtzeitig mit einer Antibiotikatherapie zu beginnen.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

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