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Nachhilfe für den Schlaf

Fußbad, heiße Milch mit Honig, Schäfchen zählen: alles bewährte Schlafhilfen. Aber es gibt noch viel mehr. Die Apotheke bietet eine Reihe rezeptfrei erhältlicher Präparate.

Wen es beim Gedanken an eine bevorstehende Prüfung nachts nicht im Bett hält, kommt mit Baldrian zur Ruhe. Studien haben gezeigt: Baldrian beruhigt und fördert die Konzentration, macht aber nicht schläfrig. Für einen ruhigeren Schlaf sorgen die Extrakte der Wurzel trotzdem. Melisse schmeckt aromatisch nach Zitrone, ihre Blätter ergeben einen wohlschmeckenden Tee. Allerdings sind ihre Wirkstoffe recht instabil. Beim Tee heißt es daher, auf Apothekenqualität zu achten. Auch überlange oder unsachgemäße Lagerung vermindert den Wirkstoffgehalt. Auf der sicheren Seite ist man bei Extrakten, die es als Tabletten oder Dragées in der Apotheke gibt.

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Hopfen lässt sich selbstverständlich in Form der verschiedenen Biersorten genießen. Als regelmäßiger Schlafförderer eignet sich Alkohol jedoch nicht. Hopfen wirkt ohne Alkohol. Es gibt ihn als "losen" Tee, in Kombinationen mit anderen beruhigenden Pflanzen in Tees oder anderen Arzneiformen. Die Passionsblume hat wunderschöne Blüten. Arzneilich verwendet werden nicht nur sie, sondern alle oberirdischen Teile der Pflanze. Man findet sie in Schlaf-, Beruhigungs- und Nerventees, aber auch in Kombinationen mit Baldrian und Hopfen.

Johanniskraut wirkt weniger beruhigend als vielmehr antidepressiv und den Antrieb steigernd. Trotzdem sorgt es für erholsamen Schlaf. Wer seinen Tag aktiv gestalten kann, fühlt sich ausgeglichener, schläft besser und wacht morgens ausgeruht und erholt auf. Auch Lavendel beruhigt und fördert den Schlaf. Etwa in Form von ätherischem Öl in der Duftlampe, als Lavendelkissen, als Tee oder neuerdings in hochdosierten Kapseln aus der Apotheke. Sehr gut gegen Schlafprobleme hilft auch ein Lavendelbad. Hier ergänzen sich das heiße Badewasser und der Lavendelduft in ihrer beruhigenden Wirkung. Für alle pflanzlichen Beruhigungs- und Schlafmittel gilt: Sie wirken meist erst nach ein bis zwei Wochen. Hier nützt, was man bei "chemischen" Schlafmitteln vermeiden sollte: eine regelmäßige Einnahme.

Diphenhydramin hilft beim Einschlafen. Doxylamin wirkt länger. Deshalb verwendet man es als "Durchschlafmittel". Beide sollte man rechtzeitig einnehmen. Wer sie erst spät in der Nacht verwendet, spürt ihre Wirkung bis weit in den nächsten Vormittag. Und liegt in der darauffolgenden Nacht wieder lange wach. Lieber den Schlaf in einer der nächsten Nächte nachholen: Dann eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen das Schlafmittel einnehmen, ab ins Bett, schlafen und so wieder in seinen gewohnten Rhythmus kommen.

Verschreibungspflichtig sind zum Beispiel Zolpidem und Zopiclon. Die bis vor eine paar Jahren häufig verwendeten Benzodiazepine, zum Beispiel Flunitrazepam, Diazepam oder Oxazepam, werden immer weniger eingesetzt. Bei ihnen besteht in hohem Maße die Gefahr einer Abhängigkeit.

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