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Blutgerinnsel

Bei blutenden Wunden sorgen Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren dafür, dass sich rasch ein schützender Wundschorf bildet. Was bei Verletzungen erwünscht ist, kann aber innerhalb von Blutgefäßen fatale Folgen haben.

Lange auf Reisen oder im Büro sitzen, bei der Arbeit stehen oder nach Operationen im Krankenhaus liegen zu müssen, kann erhebliche Staus im Blutkreislauf verursachen. Das Blut fließt langsamer oder versackt gar in den Beinvenen. Es besteht die Gefahr, dass sich Venen entzünden und Gerinnsel entstehen, also Wundschorfpfropfen, die Mediziner auch als Thromben bezeichnen. Wie aber bemerkt man das?

Entzündet sich eine oberflächliche Beinvene, fühlt sich das Bein im Bereich der betroffenen Vene oft warm an, es rötet sich, schwillt und schmerzt bei Druck auf den geschwollenen Abschnitt. Bildet sich ein Thrombus in der entzündeten Vene, lässt sie sich oft als derber, heißer, schmerzender Strang tasten.

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Bei Thrombosen tief im Bein liegender Venen können noch massivere Beschwerden auftreten. Insbesondere empfinden viele Betroffene beim Stehen oder Gehen in der Fußsohle, der Wade, der Kniekehle, im Oberschenkel oder in der Leiste starke, ziehende, muskelkaterartige Schmerzen. Andere spüren eine Schwere im betroffenen Bein oder ein Spannungsgefühl. Möglich sind auch einschießende Schmerzen etwa beim Husten. Liegen bessert die Symptome. Auch bei tiefen Beinvenenthrombosen fühlt sich die Haut überwärmt an, die Venen zeichnen sich teils deutlich ab, das Gewebe schwillt, die Hautoberfläche wirkt gespannt, färbt sich rötlich und glänzt.

Im Fall einer den Unterschenkel betreffenden Venenthrombose verdickt sich meist nur die Knöchelgegend, bei Oberschenkelvenen auch der Unterschenkel, bei einer Beckenvenenthrombose das ganze Bein. Bisweilen braucht die Schwellung Tage, um sich zu entwickeln. Wann immer Beschwerden auf eine Venenentzündung oder -thrombose hindeuten, ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Wichtig zu wissen: Nicht immer treten deutliche Symptome auf, oft sind sie auch verzögert. Besonders bei bettlägerigen Menschen können sie schwächer ausfallen oder ausbleiben. Ärzte und Pflegepersonal müssen Risikopatienten daher sorgfältig überwachen und vorbeugend mit Kompressionsstrümpfen oder auch gerinnungshemmenden Medikamenten behandeln. Bleibt eine tiefe Beinvenenthrombose unbehandelt, ist die Gefahr von Spätschäden groß.

Notfall Lungenembolie

Die Folgen einer Thrombose: Gerinnsel blockieren den Blutfluss in den betroffenen Gefäßen, Blut staut sich. Wasser sammelt sich im Gewebe, so genannte Ödeme entstehen. Dies erklärt die bereits genannten Schwellungen in den Beinen. Akut besteht vor allem die Gefahr, dass nur locker an der Venenwand haftende Gerinnsel abreißen und als gefährliches Treibgut im Blutstrom verschleppt werden. Aus den Venen können die Wundschorfpfropfen bis in die Lunge wandern und eine Lungenembolie verursachen. Dabei können die Lungen und das Herz Schaden nehmen, es drohen tödliche Komplikationen. Typische Alarmzeichen: plötzliche Atemnot, Husten oder Bluthusten, beschleunigter Puls, starke Brustschmerzen, die beim Einatmen stärker werden. Eine Lungenembolie ist immer ein Fall für den Notarzt!

Auf Dauer bewirken unzureichend behandelte Thrombosen und Entzündungen, dass das betroffene Gefäß vernarbt und gänzlich ausfällt. Das wiederum überlastet oberflächliche Venen, so dass sie das Blut nur noch unzulänglich aus den Beinen abtransportieren; es können Krampfadern und offene Geschwüre entstehen.

Gerinnsel treten aber nicht nur in Venen auf, sie kommen unter anderem auch in Schlagadern vor. Sind dort arteriosklerotische Ablagerungen vorhanden und reißen diese auf, bildet sich sofort ein Blutgerinnsel. Geschieht dies direkt in einem Herz- oder Hirngefäß oder wird ein Gerinnsel mit dem Blutstrom dorthin verschleppt, führt dies zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wirkstoffe für die Akutbehandlung sind Heparine. Bei ersten Entzündungen oberflächlicher Venen kann man Heparin übrigens auch in Salbenform anwenden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker danach.

Eine sehr wichtige Maßnahme zur Vorsorge und auch zur Behandlung von Venenschwäche und -entzündungen sowie Thrombosen sind vom Arzt verordnete und in der Apotheke angepasste Kompressionsstrümpfe. Sie sorgen dafür, dass die Beine besser durchblutet, gesünder und damit ganz nebenbei auch noch lange schön anzusehen sind.

Tipps zur Thrombosevorbeugung

  • Bewegen Sie sich möglichst viel, etwa durch Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Nordic Walking.
  • Bevorzugen Sie flaches Schuhwerk. Es lässt die Wadenmuskulatur besser arbeiten, so dass sie dabei hilft, Venenblut zu pumpen.
  • Planen Sie auf Autoreisen genug Bewegungspausen ein, laufen Sie im Flugzeug oder Reisebus wenn möglich etwas hin und her oder machen Sie Fuß- und Beingymnastik.
  • Legen Sie die Beine öfters mal hoch.
  • Heben Sie das Fußende Ihres Bettes leicht an.
  • Meiden Sie beengende Kleidung.
  • Trinken Sie genug, damit Ihr Blut nicht "eindickt".
  • Wechselduschen, kalte Güsse auf Arme und Beine sowie Bürstenmassagen bringen Ihren Kreislauf in Schwung.
  • Halten Sie möglichst Ihr Normalgewicht; Übergewicht fördert die Neigung zu Krampfadern.
  • Meiden Sie das Rauchen und zu viel Alkohol, beides schädigt die Gefäße.

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