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Augenrötung

Gerötete Augen kennt jeder. Doch was steckt dahinter? Und was lässt sich dagegen tun?

"Es vergeht kein Tag, an dem kein Patient mit roten Augen in die Arztpraxis oder Apotheke kommt." Dies berichtete die Bonner Augenärztin Pivatdozentin Dr. Ursula Müller-Breitenkamp auf einem internationalen Apothekerkongress. Ein rotes Auge fällt nicht nur auf. Es tränt, juckt und brennt. Und oft fühlt es sich so an, als hätte man einen Fremdkörper im Auge. Die rote Farbe an sich sagt noch nichts über die Ursache. Doch in einem konnte Müller-Breitenkamp beruhigen. "In der Regel ist das gerötete Auge völlig harmlos."

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Viren, Bakterien und andere Auslöser

Am häufigsten liegt es an einer Bindehautentzündung, dass sich das Auge rötet. Die Blutgefäße erweitern sich und füllen sich mit mehr Blut. Deswegen die rote Farbe. Durch eine Bindehautentzündung verkleben morgens die Lider, und es tritt ein starkes Fremdkörpergefühl auf. Lösen Bakterien diese Beschwerden aus, verschreibt der Augenarzt antibiotisch wirksame Augentropfen.

Müller-Breitenkamp: "Häufiger führt eine Virusinfektion zu den Beschwerden." Hier spielen vor allem die sogenannten Adenoviren eine Rolle. Sie infizieren zunächst oft nur ein Auge. Häufig kommen Halsschmerzen und Fieber hinzu. Das Auge reagiert zudem sehr empfindlich auf Licht. Künstliche Tränen und andere Tränenfilmbildner aus der Apotheke lindern die Beschwerden. Manchmal kommen auch Kortison enthaltende Augentropfen gegen die Entzündung zum Einsatz. "Kortison gehört aber unbedingt in die Hand des Augenarztes, da es den Augeninnendruck erhöhen kann", warnte Müller-Breitenkamp.

Allergien reizen vor allem im Frühjahr und Sommer die Augen. Es gibt viele gut wirksame, rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke, die die Beschwerden lindern. Hierzu zählen Cromoglicinsäure, die man vorbeugend nimmt, und Antihistaminika, die im Akutfall helfen. "Der Patient muss ausprobieren, mit was er am besten klarkommt. Dies ist auch ein Fall, bei dem ihm die Apotheke gut weiterhelfen kann." Doch es müssen nicht immer Arzneimittel sein. "Manchmal genügen auch kühle Kompressen. Aber bitte keine Kältepads aus der Tiefkühltruhe verwenden. Sie sind zu kalt und würden das Auge nur noch weiter reizen."

Einige Patienten leiden auch unter einer Fehlstellung eines oder beider Augenlider. Dann bleibt das Auge im Schlaf einen Spalt offen und trocknet aus. Ihnen helfen Gele und spezielle Augensalben. Bei anderen rollt sich der Lidrand nach innen. Er scheuert mit den Wimpern kräftig auf der Bindehaut herum. Diese Fehlstellung lässt sich mit einer Operation gut beseitigen.

Auch trockene Augen röten sich

Zu wenig oder eine falsch zusammengesetzte Tränenflüssigkeit reizen ebenfalls die Augen und röten sie. Dieses Problem tritt zum Beispiel bei längerem Arbeiten am Bildschirm, in klimatisierten Räumen, aber auch bei Frauen in den Wechseljahren auf. Auch bestimmte Medikamente oder schlecht sitzende Kontaktlinsen können das Auge austrocknen. Mehr Feuchtigkeit lautet dann das Zauberwort. Und das bedeutet Tränenersatzmittel. Die Palette reicht von Tropfen, Gelen bis hin zu Salben. Es gibt sie auch ohne Konservierungsstoffe, falls man darauf allergisch reagiert oder Tränenersatzmittel sehr häufig anwendet. Für leichtere Fälle eignen sich auch kühle Kompressen mit Wasser.

Unabhängig von der Ursache riet Müller-Breitenkamp davon ab, sogenannte Vasokonstriktoren zu verwenden. "Sie machen das Auge zwar wieder weiß, doch sie behandeln nicht die Ursache." Auf Dauer würde das Auge nur noch mehr austrocknen.

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