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Zollinger-Ellison-Syndrom

Was ist das? - Definition
Zumeist in der Bauchspeicheldrüse lokalisierter, gut- oder bösartiger Tumor, der das für die Verdauung wichtige Hormon Gastrin bildet.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
  • Gastrinom
  • Neuroendokriner pankreatischer Tumor
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Gastrin ist ein Hormon, das im Verdauungstrakt gebildet wird und die Bildung der Salzsäure im Magen anregt. Beim Zollinger-Ellison-Syndrom ist es zur Entartung dieser hormonbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse gekommen. Die Folge ist eine gesteigerte Gastrinproduktion und damit eine übermäßige Bildung von Salzsäure. Diese greift die Schleimhäute von Magen und Zwölffingerdarm an, weshalb sich hier immer wieder Geschwüre bilden.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Das Zollinger-Ellison-Syndrom ist ausgesprochen selten. Es führt durch die erhöhte Säureproduktion zu starkem Sodbrennen und immer wiederkehrenden Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Nicht selten leiden die Betroffenen zusätzlich unter Durchfall.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wird ein gastrinbildender Tumor entdeckt, so muss festgestellt werden, ob es sich um eine bösartige, oder eine gutartige Geschwulst handelt. Die gutartigen Gastrinome nehmen unter entsprechender medikamentöser Therapie einen guten Verlauf. Die bösartigen Tumore machen oft Absiedlungen in anderen Organen, so genannte Metastasen. Man versucht den Tumor durch einen operativen Eingriff zu entfernen. Gelingt dies nicht vollständig, oder sind bereits Metastasen nachgewiesen, wird eine Chemotherapie angeschlossen.

Was kann sonst noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm verursachen ähnliche Beschwerden wie das Zollinger-Ellison-Syndrom. Allerdings heilen diese Geschwüre in der Regel unter einer entsprechenden Behandlung ab, während beim Zollinger-Ellison-Syndrom die Geschwüre trotz Therapie immer wieder auftreten.
Durchfall ist ein Symptom vieler Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, nur leiden die Betroffenen meist nicht gleichzeitig an Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
  • Weißkohlsaft soll die Heilung von Magengeschwüren beschleunigen. Um eine Wirkung zu erreichen muss aber über 3-6 Wochen täglich ein Liter getrunken werden.
  • Ein Glas Kartoffelsaft vor jeder Mahlzeit hilft bei Magenschmerzen. Kartoffelsaft neutralisiert die Magensäure. Der Saft muss aus rohen Kartoffeln gewonnen sein, beim Kochen verliert er seine Wirksamkeit.
  • Wenn die Beschwerden über längere Zeit anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

© ABDATA

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