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Mädchen in der Natur

Bereits im Kindesalter kann man einiges tun, damit die Zähne ein Leben lang schön und gesund bleiben.
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Die 10 besten Tipps für Mund und Zähne

Putzt eine elektrische Zahnbürste gründlicher? Gibt es Süßigkeiten, die den Zähnen nicht schaden? Und was sorgt für ein lückenloses Lächeln? Erfahren Sie dies und noch mehr in den Tipps unserer Experten.

Tipp 1: Nicht weißer als weiß

Viele Menschen haben zwar gesunde Zähne, sind aber mit Fehlstellungen und Verfärbungen der Zähne, Füllungen oder Kronen unzufrieden. Dr. Dominique Wolf, Zahnärztin aus Hamburg, und ihre Kollegin Alexandra Thiel haben Bio-Ästhetik in ihr Angebot aufgenommen. "Dies bedeutet natürliche Zahnschönheit, also keine künstlich wirkenden superweißen oder extrem geraden Zähne. Einfache Verfärbungen bekämpfen wir in der Praxis mit Power-Bleaching – eine Methode, Zähne schnell und zahnschonend aufzuhellen." Stärkere Verfärbungen und Fehlstellungen korrigieren die Zahnmedizinerinnen häufig mit Veneers, hauchdünnen Keramikschalen, die sie auf die Zähne aufkleben und die Zahnsubstanz schonen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Metallkeramikkronen zeigen sie keine störenden dunklen Ränder und wirken natürlich.

Tipp 2: Keramik ist das neue Gold, Kamera ersetzt Abdruck

Ein Zahn hat Karies. Doch welches Material eignet sich am besten für eine Füllung? »Neben dem immer seltener benutzten Amalgam wurde oft ein Kunststoff verwendet«, empfehlen die beiden Hamburger Zahnärzte Dr. Markus Fleiner und Dr. Daniel Wieben. Beim Härten kann allerdings ein Spalt zum Zahn entstehen, durch den erneut Bakterien eindringen und Karies verursachen können. Wieben: "Deshalb war Gold bisher die sicherste Variante." Heute nutzt der Hamburger Zahnmediziner Keramikfüllungen. "Es lassen sich zahnfarbene Inlays, also Füllungen aus Keramik herstellen. Eine Kamera vermisst den Zahn, sodass ohne Abdruck ein perfekt passendes Inlay oder eine Krone per Computersteuerung aus einem Keramikblock gefräst werden kann. Der Zeitaufwand von der Begrüßung des Patienten bis zum Einsetzen des fertigen Inlays beträgt lediglich eine Stunde", so Fleiner. Die Kosten liegen bei etwa 350 bis 450 Euro.

Tipp 3: Implantate sorgen für ein lückenloses Lächeln

Früher war Zahnersatz zum Herausnehmen konzipiert. Heute ist er immer häufiger fest im Mund verankert, berichtet Dr. Dr. Dieter Helmut Edinger. Der Hamburger Kieferchirurg und Zahnarzt, der auf Implantologie spezialisiert ist, erklärt: "Bei modernen Implantaten werden Titanschrauben in den Kieferknochen eingesetzt. Zwei bis drei Monate danach lässt sich eine Implantatkrone aufsetzen." Der kieferchirurgische Eingriff erfordert mehrere Voruntersuchungen und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. "Eine Kontrolluntersuchung ist wichtig. In etwa 98 Prozent wächst das Implantat fest in den Kiefer ein. Erfolgreich eingesetzte Implantate halten meist weit mehr als zehn Jahre." Die Gesamtkosten für einen fehlenden Zahn betragen 1700 Euro bis 2500 Euro, in komplizierten Fällen bis zu 4000 Euro.

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Tipp 4: Zahnreinigung in Händen der Profis

Anna Alonso-Sanchez arbeitet als Zahnarzt- und Prophylaxehelferin in der Praxis Dr. Fleiner und Dr. Wieben in Hamburg. Sie erklärt, was professionelle Zahnreinigung bedeutet: "Bei ihr geht es darum, die harten und weichen Beläge auf den Zähnen zu entfernen. Besonders in den Zahnzwischenräumen ist dies wichtig." Zunächst reinigt sie vorsichtig mit einem Ultraschallgerät, dann strahlt sie die Zähne unter Hochdruck mit einem Wasser-Salz-Gemisch ab. "Nach der Politur und dem Auftragen von fluoridhaltigem Zahnlack gebe ich Ratschläge für eine Verbesserung der Mundhygiene und stelle Neuheiten aus diesem Bereich vor. Vor allem die Anwendung der Zahnseide und der Zwischenzahnbürste ist wichtig. Die Kosten von 50 bis 100 Euro pro Reinigung werden meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen."

Tipp 5: Zwischenräume säubern

Um auch die Zahnzwischenräume von allen Bakterienbelägen zu befreien, empfiehlt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, die Verwendung von Zahnseide. Für die Zahnzwischenräume gibt es auch spezielle Bürstchen, die für Sauberkeit sorgen. "Bei der Pflege der Zahnzwischenräume bieten sich dem Verbraucher vielfältige Möglichkeiten. Das A und O dabei ist, dass man sie auch regelmäßig verwendet", so Oesterreich. "Zahnseiden werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten: dick, dünn, flach, breit, flauschig oder mit sich veränderndem Umfang. Sie können gewachst oder ungewachst, mit Fluoriden oder Aromen getränkt sein. Zahnseide wird nach dem einmaligen Gebrauch entsorgt, wohingegen Interdentalbürstchen, die bei größeren Zahnzwischenräumen bessere Reinigungseffekte erzielen, sich mehrere Wochen verwenden lassen." Eine große Zahnseide und Interdentalbürsten gibt es in der Apotheke.

Tipp 6: Zähne geben Auskunft über den Körper

Mund und Zähne OK. Und sonst? Ein Zahnarzt sollte auch an den restlichen Körper denken, findet Peter Bornhofen. Der Geschäftsführer der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin ergänzt: "Der Zahnarzt ist wichtiger Partner bei der Diagnostik und Therapie von gesundheitlichen Störungen." Zwischen Zahn-, Mund- und Allgemeinerkrankungen bestehen vielfältige Verbindungen, erläutert der Zahnarzt aus Gernsheim. Dies gelte zum Beispiel für Entzündungen wie Parodontitis. "Das Risiko von Kreislauferkrankungen, Schlaganfall und Frühgeburten kann dann erhöht sein. Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen sowie Ohrgeräusche können ihre Ursache in Störungen des Kiefergelenkes haben."

Tipp 7: Elektrisch fällt das Putzen leichter

Manche schwören auf das klassische Zähneputzen per Hand. Für andere geht es nicht ohne die Elektrische. "Man kann mit Handzahnbürsten die Zähne ebenso gut wie mit einer elektrischen Zahnbürste reinigen. Allerdings muss man dann noch gewissenhafter auf eine sorgfältige Putztechnik achten", empfiehlt Dr. Jürgen Fedderwitz, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. "Elektrische Zahnbürsten machen einem das Putzen leichter, weil ihre Bürstenköpfe die für die Reinigung notwendigen Bewegungen bereits automatisch ausführen. Das Risiko, falsch zu putzen, ist also bei der elektrischen Bürste geringer. Dafür kann das Putzen mit der elektrischen Zahnbürste je nach Fabrikat auf Dauer etwas teurer sein." Inzwischen gibt es sogar schon elektrische Zahnbürsten, die mithilfe von Ultraschall reinigen. Mundduschen bieten sich für eine zusätzliche Reinigung der Zähne an.

Tipp 8: Auch die Dritten gründlich pflegen

"Festsitzender Zahnersatz wie Brücken oder Implantate muss genauso sorgfältig gepflegt werden wie natürliche Zähne. Die Zahnbürste allein reicht dazu nicht aus", betont Victor Meyer vom Institut der Deutschen Zahnärzte. "Schwer zugängliche Stellen sollte man zusätzlich mit Zahnzwischenraumbürstchen oder Zahnseide reinigen. Sinnvoll ist auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Herausnehmbare Prothesen kann man mit Zahnbürste und Zahncreme unter warmem Wasser säubern. Reinigungstabletten leisten auch nicht mehr."

Tipp 9: Eltern putzen nach

"Hin und her, hin und her, Zähneputzen ist nicht schwer", singt die kleine Zahnputzhexe Irma, mit der Sabine Schütte Kindergärten und Schulen besucht. Die Zahnärztin, die mit ihrem Mann eine Praxis in Frankfurt am Main betreibt, zeigt den Zahnputzneulingen, wie es richtig geht. "Ich empfehle bei Kindern, eine regelmäßige Zahnpflege nach der sogenannten KAI-Technik zu trainieren." Hierbei werden erst die Kau-, dann die Außen- und schließlich die Innenflächen der Zähne gebürstet. "Abends sollten die Eltern das Putzen überwachen und dann nachputzen. Wenn die Feinmotorik ausgebildet ist und das Kind flüssig Schreibschrift schreiben kann, so darf es allein bei gelegentlicher Kontrolle putzen. Besondere Pflegeaufmerksamkeit benötigen die ersten bleibenden Backenzähne, die mit etwa sechs Jahren durchbrechen und ein Leben lang gesund bleiben sollen."

Tipp 10: Auf das Zahnmännchen achten

"Bloß nichts Süßes, denk doch an deine Zähne", trichtern viele Eltern ihren Kindern ein. "Aus Liebe zur Zahngesundheit, Süßes zu verbieten ist, weder sinnvoll noch nötig", erläutert Professor Dr. Stefan Zimmer, Vorsitzender der Aktion zahnfreundlich e. V. "Da es für die Entstehung der Zahnkrankheit Karies weniger auf die Menge, sondern auf die Häufigkeit des Zuckerkonsums pro Tag ankommt, empfehlen wir Zahnärzte zahnfreundliche Süßigkeiten mit dem 'Zahnmännchen'." Mit diesem Qualitätssymbol werden zuckerfreie und säurearme Produkte, etwa Schokolade, Bonbons und Kaugummi, aber auch Arzneimittel wie Hustensaft und Nahrungsergänzungsmittel ausgezeichnet. "Sie sind garantiert wissenschaftlich getestet und verursachen nachweislich weder Karies noch sonstige Säureschäden an der Zahnoberfläche, sogenannte Erosionen." Viele zahnfreundliche Produkte finden sich in der Apotheke.

Peter Erik Felzer

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