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Nur zwei Prozent der Erwachsenen schaffen es, beim Zähneputzen die Beläge komplett zu entfernen: der Königsweg zu gesunden Zähnen und frischem Atem. Mit der richtigen Mundhygiene könnten erheblich mehr dieses Ziel erreichen.
Zum richtige Zähneputzen gehören auch die Innenseiten.
© Techniker Krankenkasse
Je doller, desto besser? Nein, die Devise "kurz, aber dafür kräftig" taugt für das Zähneputzen nicht. "Die Annahme, mit höherem Druck ließe sich Zahnbelag besser entfernen, ist falsch", erklärte Professor Dr. Thomas Imfeld von der Universitätszahnklinik Zürich. Ob man seinen Zähnen und dem Zahnfleisch zu viel Druck macht und sie damit schädigt, verrät der Blick auf die Zahnbürste: Ihre Borsten sind dann nach außen gebogen.
Und: Viele verwenden ihre Zahnbürste wie einen Schrubber. Sie bewegen sie horizontal hin und her. Um einen Küchenboden sauber zu halten, reicht diese Technik. Zum Zähneputzen eignet sie sich weniger, denn zu den Belägen zwischen den Zähnen gelangt die Bürste dabei nicht.
Beim Zähneputzen geht es vor allem darum, den bakteriellen Zahnbelag, die sogenannte Plaque, zu entfernen. Es dauert nur wenige Stunden, bis Bakterien die Oberflächen frisch geputzter Zähne wieder besiedelt haben. Nach etwa zwölf Stunden bilden sie einen geschlossenen Bakterienteppich, die Karies verursachende Plaque. Ihre Bakterien ernähren sich von Zucker und bauen ihn zu organischen Säuren ab, die einen Zerstörungsprozess in Gang setzen: Zunächst wird der Zahn entkalkt, danach dringen die Plaquebakterien in die Zahnhartsubstanz ein. Der kariöse Prozess wird immer tiefer in den Zahn hineingetragen, dabei entsteht ein Kariesloch.
Damit es nicht soweit kommt, empfiehlt Professor Dr. Stefan Zimmer von der Universitätszahnklinik Düsseldorf, die Zähne zweimal täglich, nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen, fünf Minuten zu reinigen. "Wichtig ist dabei, dass die Zähne senkrecht in einer Art Fegebewegung vom Zahnfleisch zu den Zähnen, also von Rot nach Weiß, gebürstet werden." Nur so werden die Nischen der Zahnzwischenräume und des Zahnfleisches sauber. Kleine rüttelnde Bewegungen vor Beginn des Ausfegens verbessern die Wirksamkeit. Die Oberflächen,
die Zahninnen- und -außenseiten sind systematisch auszuwischen.
Eine Herausforderung stellt die Reinigung der Zahnzwischenräume dar. Hier lässt sich die Plaque nur mit Zahnseide, Zahnhölzern oder Interdentalbürsten entfernen. Die Anwendung dieser Hilfsmittel erfordert anfangs ein wenig Übung, sie lohnt sich aber, denn Karies und Zahnfleischentzündungen entstehen am häufigsten zwischen den Zähnen. Wer sich mit dem Einsatz dieser Hilfsmittel schwertut, kann es mit einer speziellen Zahnbürste versuchen, die die Vorteile der Zahnseide integriert. Bei dieser Bürste ragen aus dem planen Borstenfeld besonders feine Borsten heraus, die auch einen großen Teil der Zahnzwischenräume erreichen. Als besonders wirksam hat sich in der Kariesprophylaxe der Einsatz von Fluoriden erwiesen.
Eine Ergänzung zur häuslichen Zahnhygiene ist die professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt. Er verfügt über Methoden, Zahnstein, Beläge und Verfärbungen vollständig zu entfernen. Des Weiteren werden Füllungen und die Ränder von Kronen geglättet, damit sich keine Bakterien festsetzen können. Zweimal im Jahr sollte die Behandlung erfolgen. Die Kosten liegen bei etwa 40 bis 150 Euro, werden von den gesetzlichen Krankenkassen aber nicht übernommen.
Auf Prothesen fühlen sich Bakterien ebenfalls wohl. Neben Reinigungstabletten helfen hier Prothesenbürsten. Zu einer guten Mundhygiene gehört auch die Reinigung der Zunge. Auf ihr tummeln sich besonders viele Bakterien, die Mundgeruch verursachen können. Daher lohnt es sich, den Zungenrücken gründlich mit der Zungenbürste oder dem Zungenspatel aus der Apotheke zu säubern – danach den Mund spülen. Wer diese Maßnahmen zur Mundhygiene berücksichtigt, wird schließlich belohnt. Die Zähne bleiben gesund und der Atem frisch.
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