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Die Lunge

Die Lunge ist der gewaltige Blasebalg in unserer Brust, der bei den meisten Menschen ein Leben lang zuverlässig arbeitet. Mehr als 300 Millionen Lungenbläschen – das sind so viele, dass man einen halben Tennisplatz damit bedecken könnte – bilden einen der wichtigsten Umschlagplätze des Organismus.

Überblick über die Lunge mit Lungenbläschen.
© J. Hofmann/SIGN

Der Mensch muss atmen, denn jede seiner vielen Milliarden Körperzellen benötigt Sauerstoff aus der Luft. Um diesen Bedarf zu decken, verbraucht ein Erwachsener in Ruhestellung innerhalb von 24 Stunden etwa 10 000 Liter Luft. Und schon wenige Minuten ohne Sauerstoff können lebensgefährlich werden. So ist die Lunge zusammen mit dem Herz Tag und Nacht gefordert, den Körper kontinuierlich mit "Treibstoff" zu versorgen.

Durch die Nase eingeatmet, gelangt die Atemluft über die Luftröhre in die Bronchien, die hinter dem Brustbein links und rechts in die beiden Lungenflügel abzweigen. Von oben nach unten verästeln sie sich in immer kleiner werdenden Röhren in die Lungenflügel hinein, vergleichbar den Wurzeln großer Bäume, die immer tiefer ins Erdreich eindringen. Durch diese Verästelungen hindurch wird die eingeatmete Luft bis zu den winzigen Lungenbläschen transportiert, den sogenannten Alveolen.

Der biologische Auftrag

Am Ende des vielfach verzweigten Weges, den die Atemluft zurücklegt, vollzieht sich der biologische Auftrag der Lunge: der Gasaustausch. In der Lunge bindet das Blut Sauerstoff aus der frisch eingeatmeten Luft. Gleichzeitig gibt das Blut über die Alveolen überschüssiges Kohlendioxid an die auszuatmende Luft ab – quasi als Auspuffgas, denn es entsteht im Körper als Abfallprodukt des Stoffwechsels.

Die Atmung wird tagsüber und auch im Schlaf von einem automatisch arbeitenden Nervenzentrum im Gehirn gesteuert, das über Messfühler in den Blutgefäßen ständig die Zusammensetzung des Blutes kontrolliert. Steigt im Blut beispielsweise die Menge des Kohlendioxids an, geht von diesem Zentrum automatisch ein Impuls an Brust- und Zwerchfellmuskulatur, die Atmung so zu intensivieren, dass das Zuviel an Kohlendioxid ausgeatmet wird. Benötigt der Organismus mehr Sauerstoff, etwa beim Sport, sorgt das Atemzentrum ebenfalls dafür, dass die Muskulatur der Lunge stärker arbeitet, um genug Sauerstoff herbeizuschaffen.

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Das nützt

Der Lunge nützt körperliches Training, weil es die Atemmuskulatur kräftigt und dafür sorgt, dass wenig beanspruchte Lungenpartien intensiver in die Atmung einbezogen und besser durchblutet werden. Zudem reduziert regelmäßiges Training Übergewicht. Die überschüssigen Pfunde beeinträchtigen die Atmung, weil sie auf den Haupt-Atemmuskel, das Zwerchfell, drücken. Dadurch kann es sich nur schlecht ausdehnen, und eine tiefere Atmung ist kaum möglich.

Das schadet

Das Einatmen schädlicher Stoffe, allen voran Tabakrauch und Autoabgase, belastet die Lunge. Diese und andere Giftstoffe schädigen die mikroskopisch kleinen Härchen, mit denen die Atemwege innen ausgekleidet sind. Dieser Haarteppich, Flimmerepithel genannt, ist die Waschanlage der Atemwege. Er sorgt dafür, dass Schleim und Fremdkörper ständig aus den Bronchien heraus in Richtung Rachenraum transportiert werden. Luftschadstoffe lassen das Flimmerepithel erstarren und behindern dadurch die Selbstreinigung.

Max Conradt

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